Di., 30.01.2018

Trennung zwischen dem Frauen-Westfalenligisten und Marc Beineke war unvermeidbar Tina Drewitz trainiert den SV Bökendorf

Tina Drewitz (links) hält auf dem Spielfeld kaum jemand auf. Nicht nur auf dem Platz geht die Leistungsträgerin beim SV Bökendorf voran. Gestern Abend hat die 31-jährige Pädagogin beim SVB ihre erste Einheit als Spielertrainerin geleitet.

Tina Drewitz (links) hält auf dem Spielfeld kaum jemand auf. Nicht nur auf dem Platz geht die Leistungsträgerin beim SV Bökendorf voran. Gestern Abend hat die 31-jährige Pädagogin beim SVB ihre erste Einheit als Spielertrainerin geleitet. Foto: Jan-Hendrik Schrick

Von Jürgen Drüke

Bökendorf (WB). Der SV Bökendorf, Dritter in der Frauen-Fußball-Westfalenliga, und Trainer Marc Beineke gehen getrennte Wege. Christina Drewitz tritt die Nachfolge an. Damit haben die Verantwortlichen eine interne Lösungen gefunden. Nach einer turbulenten Woche soll nun wieder Ruhe im Verein und im Team einkehren.

Der Schlussstrich unter die Personalie Marc Beineke, der erst am 1. Juli 2017 das Erbe von Erfolgstrainer Sven Schmidt angetreten hatte, ist nach nicht einmal neun Monaten schon wieder beendet. Der Auslöser für die Unruhe waren die Aussagen von Beineke bei den Kreishallenmeisterschaften der Frauen in Borgentreich gewesen. So hatte Beineke unter anderem gesagt, der SV Bökendorf sei vom Fußballkreis zur Teilnahme an der KHM gezwungen worden. Daraufhin gab es zwei Stellungnahmen, eine von Pokalspielleiterin Petra Block und eine von FC Boffzens Trainer Dietmar Larusch. Die Veröffentlichungen beider Meinungen wollte der SVB-Coach verhindern. Das hat bei den Verantwortlichen des SV Bökendorf und bei einigen Spielerinnen Kritik hervorgerufen. Insbesondere eine zeitnahe Entschuldigung des Trainers bei Staffelleiterin Petra Block wurde vermisst.

Druck wurde immer größer

Der Druck auf den Coach wuchs täglich. Der Vorstand reagierte und bat Marc Beineke am vergangenen Sonntag, 28. Januar, nach einem Vorbereitungsspiel des Westfalenligisten gegen den TuS Asemissen zu einem Gespräch. Das Ergebnis war die Trennung. »Marc Beineke hat uns gesagt, dass er missverstanden worden ist. Uns ging es darum, ihm mitzuteilen, dass wir sein Verhalten so nicht akzeptieren können«, führte Heinz Ridder, erster Vorsitzender des SVB aus. Letztlich sei der Coach zu der Entscheidung gekommen, im Sinne der Mannschaft und des SV Bökendorf zurückzutreten. »Wir haben den Rücktritt angenommen. Fünf Vorstandsmitglieder sind bei dem Gespräch zugegen gewesen«, berichtete Ridder weiter.

Trainerin mit B-Lizenz

Am Dienstagabend, 30. Januar, ist die Mannschaft vor dem Training über die Situation und darüber informiert worden, dass Christina Drewitz als Spielertrainerin fungieren wird. Unterstützt wird Drewitz, die die Trainer-B-Lizenz hat und beim FSV Gütersloh sowie Herforder SV bereits die C-Juniorinnen beziehungsweise die B-Juniorinnen gecoacht hat, von Co-Trainer Markus Korth und SVB-Spielerin Yvonne Hansmeier. »Das ist sicherlich eine gute Lösung und ein kompetentes Team«, stellte der SVB-Vorsitzende heraus.

Ruhe soll schnell einkehren

»Nun geht es zunächst einmal darum, dass nach der vergangenen Woche wieder Ruhe einkehrt. Der Sport muss wieder im Vordergrund stehen. Wir werden uns auf die Spiele vorbereiten. Die erste ­Herausforderung wartet mit dem Viertelfinalspiel im Westfalenpokal am Samstag, 17. Februar, gegen das Landesliga-Spitzenteam SV Thülen auf uns«, will Drewitz den Schalter nun ganz schnell umlegen. In der Liga stehen die Rot-Weißen glänzend da – 26 Punkte und 33:3-Tore sind eine Visitenkarte. Von Spitzenreiter DJK Ibbenbüren trennen den SVB bei zwei Spielen weniger nur sechs Punkte. »Trotzdem gibt es keinen Druck. Vor dem Hintergrund, dass uns mit Ablauf der abgelaufenen Saison Leistungsträgerinnen verlassen haben und sehr junge Spielerinnen zum Team gestoßen sind, ist das bisherige Abschneiden beachtlich. Sportlich hat Marc Beineke gute Arbeit abgeliefert«, lobte Drewitz. Es gelte, das Team weiter zu entwickeln.

Sport und Geschichte studiert

Tina Drewitz ist Pädagogin am Berufskolleg in Brakel und hat Sport und Geschichte studiert. Beim SV Bökendorf steht die neue Trainerin hoch im Kurs. »Inzwischen wohnt sie in Bökendorf und identifiziert sich vollends mit unserem Verein und dem Team«, weiß Vorsitzender Ridder. Die SVB-Verantwortlichen streben deshalb eine langfristige Zusammenarbeit mit Drewitz als Trainerin an. Doch zunächst soll erst einmal wieder Ruhe einkehren.

Lesen Sie dazu auch eine Stellungnahme des SV Bökendorf sowie einen Kommentar am Mittwoch, 31. Januar, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Höxter/Warburg.

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