Sieben-Kontinente-Sportserie: Die Hembserin Claudia Reinold absolviert fleißig Kilometer für den guten Zweck
„Doppelt belohnt“

Hembsen (WB). Der Hashtag ist Programm. „#läuft“ steht in dicken weißen Buchstaben auf dem Shirt von Claudia Reinold. Die 44-Jährige hat bei den ersten beiden Etappen des 7CRun ihre Altersklasse gewonnen und liegt auch im dritten Event ganz vorne auf Kurs.

Samstag, 05.09.2020, 07:00 Uhr
Claudia Reinold läuft über die Hembser Nethebrücke zur nächsten Etappe des 7CRun. Am liebsten ist sie morgens unterwegs. Foto: Sylvia Rasche
Claudia Reinold läuft über die Hembser Nethebrücke zur nächsten Etappe des 7CRun. Am liebsten ist sie morgens unterwegs. Foto: Sylvia Rasche

Zweimal Altersklassensiegerin

„Es ist eine schöne Sache. Ich laufe sowieso gerne und kann mit den Spendenprojekten auch noch Gutes tun. Da wird man doppelt belohnt“, beschreibt die Hemb­serin ihre Motivation, sich an der weltweiten virtuellen Sportserie zu beteiligen. 118 Kilometer hat sie zum Auftakt beim „Lauf für Afrika“ abgespult und beim Europalauf mit 186 Kilometern noch einmal draufgesattelt. „Da hatte ich Urlaub. Das passte sehr gut. Allerdings war ich hinterher auch ziemlich platt, daher laufe ich diesmal langsamer. Es kommt ja nicht auf die Zeit an“, berichtet Reinold, die vor sechs Jahren durch ihre Tochter Lena zu ihrem neuen Hobby kam.

Engagierte Übungsleiterin

Lena hatte damals in der Kinderlaufgruppe des TuS Hembsen mit dem Training begonnen. An einem Tag begleitete Mutter Claudia ihre Tochter. „Wir sind knapp fünf Kilometer gelaufen. Mein Ehrgeiz war schnell geweckt“, erinnert sie sich. Inzwischen ist Claudia Reinold selbst Übungsleiterin der Nachwuchsgruppen des TuS Hembsen und mit Leidenschaft bei der Sache. Ihren ersten Marathon ist sie während einer Vereinsfahrt der Non-Stop-Ultra Brakel nach Schottland in Edinburgh gelaufen, hat an mehreren Brockenläufen teilgenommen und ist Dauergast beim Hochstift-Cup. Eigentlich zumindest. Denn auch die beliebte Laufserie ist in diesem Jahr dem Coronavirus zum Opfer gefallen.

Der perfekte Start in den Tag

Da kam der 7CRun als Alternative gerade richtig. „Die Organisatoren geben sich richtig viel Mühe, haben alles toll organisiert“, schwärmt Claudia Reinold. „Laufen würde ich sowieso. Aber mit der Serie hat man einen zusätzlichen Anreiz. Man kann jeden Tag in der Ergebnisliste verfolgen, wie viel die anderen gelaufen sind“, sagt die Hembserin, die als Pädagogische Fachkraft an der Petrischule in Höxter arbeitet und meistens schon die ersten Tageskilometer in den Beinen hat, wenn sie ihren Dienst aufnimmt. „Ich laufe am liebsten morgens. Wenn die Sonne aufgeht und langsam den Nebel verdrängt“, beschreibt die Hembserin ihren perfekten Start in den Tag. Abends gibt es dann zum Abschluss meistens noch eine zweite Runde, auch mal in Begleitung von Tochter Lena, die in ihrer Altersklasse U20 in den ersten beiden 7CRun-Challenges die Plätze eins und zwei belegt hat.

Corona-Marathon

Sogar einen Corona-Marathon hat Claudia Reinold auf eigene Faust absolviert. Nach einer Knie-Operation wollte sie dieses Jahr eigentlich mit dem Alme-Marathon wieder in die langen Strecken einsteigen, doch der fiel ebenfalls aus. Kurzehand lief sie ihren ganz persönlichen Marathon mit Start und Ziel an der Hembser Nethebrücke. Sohn Max stand dort pünktlich zur Halbzeit mit Getränken bereit. Laufkollege Josef Hillebrand, mit dem Reinold in den vergangenen Jahren die Kindergruppen des TuS Hembsen aufgebaut hat, begleitete sie ein Stück des Weges. Die TuS-Gruppen sind übrigens eine Erfolgsgeschichte. Einmal wurde das Team sogar „Mannschaft des Jahres“ des Stadt Brakel, dreimal in Folge gewannen die jungen Läufer die Schüler-Wertung des Hochstift-Cups. „Der Pokal bleibt jetzt in Hembsen“, freut sich die 44-Jährige.

Seminar statt Endspurt

Ausgerechnet die Verlängerung ihres Übungsleiterscheins wird übriges dafür sorgen, dass sie während der Nordamerika-Etappe des 7CRuns an diesem Wochenende nicht so richtig in den Endspurt gehen kann. „Ich bin in Lemgo bei einen Fortbildung zur Verlängerung des Übungsleierscheins. Da werde ich am Wochenende nicht viel laufen können“, sagt sie – sieht es aber nicht so verbissen. „Ich bin ja dabei, weil es Spaß macht und dem guten Zweck dient. Wenn dann jemand anderes die Altersklasse gewinnt, gönne ich es ihr genauso.“

Alle Termine fest notiert

Die vier weiteren Termine für Südamerika, Asien, Australien und die Arktis hat sie sich bereits fest im Terminkalender notiert. „Da nehme ich wieder teil. Ich möchte alle sieben Medaillen sammeln. Die sind eine schöne Erinnerung an diese besondere Zeit.“

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