Ultra-Marathon: Brakeler Carsten Drilling veranstaltet Backyard-WM-Lauf in der Schweiz
„Wir halten bis Montag durch“

Brakel/Zürich (WB). In 20 Nationen startet an diesem Samstag zeitgleich die Backyard-Ultra-Weltmeisterschaft. Für das gesamte Rennen in Zürich und das Team der Schweiz ist der gebürtige Brakeler Carsten Drilling verantwortlich.

Freitag, 16.10.2020, 17:13 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 17:16 Uhr
Der Brakeler Carsten Drilling (links) ist als Schweizer Teamchef und Organisator an diesem Samstag in Zürich gefordert. Beim WM-Qualirennen im Juni in Zürich holte sich Michael Ohler (rechts) Platz zwei. Er organisiert an diesem Samstag den WM-Lauf in der Pfalz. Foto: Jana Ohler
Der Brakeler Carsten Drilling (links) ist als Schweizer Teamchef und Organisator an diesem Samstag in Zürich gefordert. Beim WM-Qualirennen im Juni in Zürich holte sich Michael Ohler (rechts) Platz zwei. Er organisiert an diesem Samstag den WM-Lauf in der Pfalz. Foto: Jana Ohler

Premiere im Juni erfolgreich

Dabei hat der 47-Jährige erst einen einzigen Backyard-Ultra ausgerichtet. Im Juni ging es in Zürich bei der Premiere des Ultraläufers als Veranstalter gleich um eines der begehrten Tickets für das WM-Finale in Tennessee. „Da es in Corona-Zeiten unmöglich ist, ein solches Finale in den USA mit Läufern aus der gesamten Welt auszutragen, hat der Veranstalter diese neue Variante entwickelt. Das wird sehr spannend“, sagt Drilling und ist auch ein bisschen stolz, gleich für das Team der Schweiz und das Rennen in Zürich verantwortlich zu sein.

Internationales Team

Dabei hat er in seinem 15 Mann starken Team nicht nur Schweizer nominiert. „An diesem Wochenende finden in der Schweiz die 24- und 48-Stunden-Meisterschaften statt. Da sind viele potenzielle Backyard-Läufer, die so ein Rennen möglichst lange durchstehen, am Start. Daher biete ich ein sehr internationales Team mit Schweizern, Deutschen, Italienern und einem Schweden auf“, berichtet der Brakeler, der seit Jahren mit seiner Familie in der Schweiz lebt, aber regelmäßig Kontakt nach Ostwestfalen hält.

Kein eigener Start

Die Backyard-Regeln sind einfach. Eine 6,7 Kilometer lange Runde muss einmal pro Stunde durchlaufen werden. Bis zur nächsten Runde zur vollen Stunde dürfen die Athleten pausieren. Wer am längsten durchhält, hat gewonnen. Im Juni haben sich die ausdauernden Läufer in Zürich einen Kampf über 41 Stunden (!) geliefert. „Zwei Tage halten wir auch diesmal sicher durch. Bis Montagnachmittag laufen wir in jedem Fall“, blickt Carsten Drilling voraus. Dabei hat er sich einen eigenen Start verkniffen. „Ich habe mit mir gerungen. Aber das würde nicht gut gehen, da ich mit einem Auge doch immer in der Organisation wäre“, sagt der routinierte Ultra-Läufer.

Spartathlon auf 2021 verschoben

Er hat im Frühjahr während des Lockdowns seinen ersten (Quaratine)Backyard absolviert, dabei 87 Kilometer geschafft und wollte eigentlich jetzt im Herbst in Griechenland den Spartathlon von Athen nach Sparta laufen. „Ich war auch vom Kopf her bereit für diese besondere Herausforderung von 250 Kilometern auf Asphalt. Aber dann ist der Lauf abgesagt worden“, erzählt Drilling. Seinen Startplatz durfte er für 2021 gleich wieder reservieren, ohne sich erneut qualifizieren zu müssen.

„Damit bin ich in diesem Jahr gar keinen echten Wettkampf gelaufen. Das ist schon ungewohnt“, sagt der Familienvater, der dafür erstmals als Veranstalter eines Rennens in Erscheinung getreten ist und dafür viel Lob in Läuferkreisen gesammelt hat.

Neue Freundschaft entstanden

Eine neue Freundschaft ist zudem noch zu einem Laufkollegen entstanden, der an diesem Wochenende auch so etwas wie ein Konkurrent ist. Michael Ohler, der im Juni in Zürich bei Drillings Backyard-Ultra Zweiter geworden ist, richtet den WM-Lauf an diesem Samstag in Deutschland aus. „Wir haben uns in Fragen der Organisation ausgetauscht und wären sogar beide dieses Jahr in Griechenland gelaufen“, berichtet Carsten Drilling.

Am Samstag startet das WM-Finale um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit. „In Tennessee geht es morgens um 7 Uhr los. Ich denke, dass wir mit 14 Uhr ganz gut bedient sind. Ultra-Läufer können sich aber auf fast alles einstellen“, weiß Carsten Drilling auch aus eigener Erfahrung.

Live-Schalte sorgt für Spannung

Damit die WM auf Abstand zu einem spannenden Wettkampf wird, übernimmt ein kanadisches Unternehmen die Live-Schalte. „Im Start- und Zielbereich stehen Monitore, da können sich die Läufer aus allen 20 Nationen regelmäßig sehen und sind auch immer über den Stand des Rennens informiert“, erklärt der Brakeler. Diesen Service gibt es übrigens auch auf der Facebook- und Instagram-Seite @witikerbackyardultra.

Für seine erste WM als Teamchef und Veranstalter hat sich Carsten Drilling als Ziel einen Platz unter den Top-Ten der Nationenwertung gesetzt. „Mir ist wichtig, dass wir den Teamgedanken leben“, freut er sich auf das Wochenende in einer großen Läuferfamilie.

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