Radmarathon im Ötztal ist für Sommerseller ein extremes Erlebnis 
Niemann bezwingt vier steile Pässe 

Sommersell (WB). Kühtai (2020 Meter), Brenner (1377), Jaufenpass (2090) und das Timmelsjoch (2509) – alles Giganten der Berge. Johannes Niemann aus Sommersell hat die vier Pässe beim Ötztal-Radmarathon an einem Tag auf dem Fahrrad bezwungen.

Donnerstag, 09.10.2014, 04:05 Uhr aktualisiert: 09.10.2014, 18:00 Uhr
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 238 Kilometer mit 5500 Höhenmetern in der Zeit von 9.12.53 Stunden, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25,8 Kilometern. Unter den 3878 Fahrern, die das Ziel erreicht haben, bedeutete das Platz 748.

 Dabei hatte es bereits das Auswahlverfahren, um überhaupt dabei sein zu können, in sich. 14000 Radfahrer haben sich in diesem Jahr gemeldet, obwohl die Startgebühr stattliche 120 Euro betragen hat. Nur 4000 Fahrer durften in Sölden, dort befand sich auch das Ziel, an den Start gehen. Die Auslosung entschied über die Teilnahme. »Mehr als 4000 geht nicht. Eine größere Anzahl würde große Probleme bedeuten. Eine derartige Tour mit dem Rad habe ich niemals zuvor absolviert. Ich wusste absolut nicht, was auf mich zukommen würde«, erzählt der 26-Jährige, der regelmäßig bei heimischen Volksläufen an den Start geht.

 Und dann fiel auch noch Trainingspartner Josef Struck aus, der den Marathon mitfahren wollte, allerdings drei Wochen vor dem Rennen vom Rad gestürzt war und seinen Traum aufgeben musste.

 Niemann und Struck hatten sich intensiv und akribisch auf das Abenteuer in den Bergen « vorbereitet. Woche für Woche bewältigten sie zwischen 400 und 500 Kilometer. Auf dem Köterberg, im Solling und auf dem Brocken war das Duo unterwegs gewesen.

 Höchster Punkt des Ötztal-Marathons war das Timmelsjoch – das Dach dieser Tour. »Die Höhe war aber gar nicht entscheidend. Der 27 Kilometer lange Anstieg macht die besondere Schwierigkeit aus«, erklärt der Sommerseller. Der Pass verlangte den Profis bereits vor Jahren bei der Deutschland-Tour alles ab. »Steigungen von über zehn Prozent bringen die Pedale regelrecht zum Glühen. Von den Gipfeln der alpinen Bühne haben wir Fahrer bei unserer Gewalttour nur wenig gesehen, denn das Wetter spielte nicht ganz mit«, bedauert der Marathon-Mann. Am Tag nach der Überquerung sei am Timmelsjoch bereits der erste Schnee gefallen.

 Es war ein extreme Tour. Doch aufgeben? Daran dachte der Sommerseller in keiner Phase. Mit den langen Anstiegen und rasanten Abfahrten kam der Extremsportler bestens zurecht. »Bergauf hatte ich überhaupt keine Probleme, schließlich hatte ich vorne einen Rentnerkranz aufgezogen«, schmunzelt Niemann.

 Angefeuert wurden die Rennfahrer auch. Nicht überall – vom Brenner zum Jaufenpass standen die meisten Fans. Bei den Abfahrten wollte der Extremsportler nicht das letzte Risiko fahren. »Bei Tempo 86 war Schluss, während die Schnellsten auf den abgesperrten Straßen mit über 100 Kilometern zu Tal rauschten.« Im Ziel war nicht nur die Siegerehrung angesagt, sondern auch eine Mega-Pastaparty und ein tolles Rahmenprogramm.

 Wird Niemann noch einmal an einem solchen Marathon teilnehmen. Der Ultra-Radsportler weiß es noch nicht. Dennoch spekuliert er auf eine weitere Herausforderung – Triathlon.

 Laufen wird die Sportart Nummer eins für Niemann bleiben, wenngleich das Fazit nach dem Abstecher zum Extrem-Radsport positiv ausfällt: »Ich wollte unter zehn Stunden bleiben, das habe ich geschafft. Es war trotz der Schinderei ein großes Erlebnis. Der Ötztal-Radmarathon hat es in sich.«

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