Trainer, Torjäger und Torwart – Soethe-Kicker haben festen Halt 
Nach Familienduell ist alles wieder gut 

Nieheim (WB). »Nur Fußball – das geht nicht.« Mutter Andrea hat damit fast nichts am Hut. Ihre Männer sind da aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. In der Familie Soethe in Nieheim ist es nun sogar zu einem Duell gekommen.

Freitag, 10.10.2014, 04:11 Uhr aktualisiert: 10.10.2014, 09:56 Uhr
Trainer, Torjäger und Torwart – Soethe-Kicker haben festen Halt  : Nach Familienduell ist alles wieder gut 
Die Familie Soethe (von links): Torjäger Philippe, Mutter Andrea, Vater und Trainer Richard sowie Torwart Dominique.

 »Bei uns spielt die Musik fast eine ebenso große Rolle«, hebt Andrea Soethe hervor. Fast täglich spielt das jüngste Mitglied der Familie Klavier. »Mit einem Keyboard hat es vor 15 Jahren bei Dominique angefangen«, blickt die Mutter zurück. Dominique ist inzwischen 20 Jahre und hat für seine musikalischen Vorträge bereits Auszeichnungen und Preise erhalten. Nach dem Keyboard folgte ein E-Piano, danach ein Klavier und inzwischen sitzt der talentierte Virtuose, der seine Stücke ohne Noten spielt, am Digital-Flügel.

Der Künstler der Familie ist gleichzeitig Torwart. Nicht irgendein Keeper, sondern mit nur 1,76 Meter Körpergröße einer der besten in der Region. In der abgelaufenen Saison war der Youngster die Nummer eins des Westfalenligisten SC Delbrück. »Aufgrund meiner Ausbildung zum Erzieher konnte ich den Aufwand leider nicht mehr betreiben. Deshalb habe ich mich für den SV Dringenberg entschieden, wo mein Bruder bereits im fünften Jahr spielt.«

 Die Familie Soethe – das sind Mutter Andrea, Vater Richard (50), Philippe (23) und Dominique (20). Im Fulkoweg sechs in Nieheim wohnen sie in ihrem Bungalow mit großer Rasenfläche vor dem Haus. »Hier haben sich die Jungen in ihrer Kindheit ausgetobt«, sagt der wohl Fußball-Verrückteste in der Familie: Richard Soethe hat es als Torwart bis in die Oberliga bei der SpVg. Brakel gebracht und ist nun ein erfolgreicher Trainer. Sein Heimatverein war der SV Eissen. »Hier bin ich als kleiner Junge eingestiegen.« SV Bonenburg, SV Neuenheerse, TuS Horn-Bad Meinberg, SpVg. Brakel – das waren unter anderem Soethes Stationen in der Bezirks-, Landes-, Verbands- und Oberliga.

 »Schön, wenn die Söhne in die Fußstapfen des Vaters treten«, sagt das Familien-Oberhaupt. Philippe und Dominique sind beim Bezirksligisten SV Dringenberg Leistungsträger – als Torjäger und Torwart. Richard Soethe trainiert seit dem 1. Juli den SV Brenkhausen/Bosseborn in der A-Liga.

Familienduell

 Vor einer Woche sollte es dann zum Familienduell kommen – mit Emotionen pur. Im Achtelfinale des Krombacher-Kreispokals siegte der SV Dringenberg sage und schreibe 8:0 beim SV Brenkhausen/Bosseborn. Mutter Andrea stand am Spielfeldrand, sah wie Philippe drei Tore in dieser denkwürdigen Partie erzielte. Keeper Dominique machte die wenigen Möglichkeiten der Gastgeber zunichte. Richard Soethe hatte es die Sprache verschlagen. »Das war eine unglaubliche Demütigung«, sagte der SVB/B-Coach. Seine bessere Hälfte hatte auf ein Unentschieden gehofft, das es im Pokal nicht gibt. Drei Jahre war Richard Soethe Trainer des SV Dringenberg gewesen und mit dieser Mannschaft 2012 in die Landesliga aufgestiegen sowie Kreispokalsieger geworden. Diese Schlappe schmerzte doppelt.

 Der Sieg im Familienduell war eindeutig, so nicht zu erwarten, an Philippe und Dominique gegangen. 0:8 oder 8:0? Aus welchem Blickwinkel auch immer, so oder so musste das Ergebnis verarbeitet werden. »Es gibt auch wieder schöne Momente«, tröstete die Ehefrau. Zwei Tage später siegte Brenkhausen 4:0 in Lauenförde.

 »Nach Niederlagen musst Du aufstehen«, hat Andrea Soethe von ihren Männern gelernt. »Meine drei Fußballer können das.« Trainer, Torjäger und Torwart wissen nicht erst seit dem Familienduell, bei wem sie immer Halt finden.

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