Für Bonan ändert sich nicht so viel – Parallelen zwischen TuS Driburg und FC Gütersloh 
Mission bleibt die gleiche 

Bad Driburg/Gütersloh (WB). Heiko Bonan schaut beim Training des FC Gütersloh am Montagabend ganz genau hin. Der neue Coach gibt den Spielern Anweisungen, unterbricht, führt Gespräche. 24 Stunden später ist das beim TuS Bad Driburg nicht anders.

Mittwoch, 15.10.2014, 04:02 Uhr aktualisiert: 16.10.2014, 08:04 Uhr
Eine neue Zeitrechnung beginnt: Heiko Bonan hat am Montagabend seine erste Trainingseinheit beim FC Gütersloh geleitet. Der zweimalige Nationalspieler...
Eine neue Zeitrechnung beginnt: Heiko Bonan hat am Montagabend seine erste Trainingseinheit beim FC Gütersloh geleitet. Der zweimalige Nationalspieler und Ex-Profi wird weiterhin in Brakel wohnen und nun zahlreiche Kilometer zurücklegen.

 Nur hier sind es ein anderer Trainer und andere Spieler. Gestern Abend im Iburgstadion: Der neue (alte) Trainer betritt den Kunstrasen, im Schlepptau seine neuen (alten) Schützlinge. Sepp Kagerbauer ist nach seinem Rückzug vor anderthalb Jahren wieder für die erste Mannschaft seines Heimatvereins zuständig.

 Der Vorgänger und Nachfolger von Bonan sieht im Iburgstadion mit Argusaugen hin – die Akteure wärmen sich auf, spielen sich die Bälle zu. Der 60-Jährige unterbricht, nimmt Korrekturen vor und ruft während des anderthalbstündigen Trainings Spieler zu sich und unterhält sich mit ihnen – angeregt, fast väterlich. »Wir schaffen das noch«, ist die Botschaft des erfahrenen Mannes an sein junges Team. »Wir halten zusammen. Ihr seid nicht schlechter als die anderen Mannschaften. Ihr habt nach dem schlechten Start noch 25 Spiele in der Bezirksliga vor Euch. Wir werden wie ein U-Boot auftauchen und das rettende Ufer noch erreichen.«

 Montagabend auf dem Nebenplatz des Gütersloher Heidewaldstadions und Dienstagabend auf dem Kunstrasenplatz des Iburgstadions. 24 Stunden liegen zwischen den Trainingseinheiten beim FCG und beim TuS – die Bilder sind identisch: Ein Mann führt Regie, will auf Anhieb den Weg in die richtige Richtung weisen – unterbrechen, verbessern, sprechen und motivieren. Hüben wie drüben läuft so viel gleich. Nur hier ist es der Oberligist und dort der Bezirksligist. Beide Teams verbindet der jeweils vorletzte Platz.

 »Es war ein guter Auftakt , eine intensive Einheit«, istEx-Profi Bonan nach seinem Einstand zufrieden. Der Mann, der noch einen Tag zuvor für den TuS Bad Driburg in der Bezirksliga verantwortlich war und mit seinem Team am Sonntag nur ein 0:0 im Kellerduell gegen den VfL Thüle erreicht hatte. Danach war für den zweimaligen Nationalspieler der DDR Schluss beim TuS. Nicht, weil es die Blau-Gelben nach dem Aufstieg und inzwischen neun Spielen nur auf zwei Punkte gebracht haben. Nein, weil sich Bonan drei Klassen nach oben orientieren konnte und den FCG nun vor dem Abrutsch in die Westfalenliga bewahren will.

 »Du solltest im Sport immer das Höchste anstreben. Vorausgesetzt, Du willst es«, hat der Trainer seinen Spielern beim TuS Bad Driburg regelmäßig zu verstehen gegeben. Der FC Gütersloh ist wirtschaftlich angeschlagen, steht in der Oberliga auf dem vorletzten Platz – doch der Verein aus der Bertelsmannstadt ist eine ganz andere Adresse als der TuS Bad Driburg.

 »Nach der Partie gegen Thüle habe ich mich von der Mannschaft verabschiedet. Es war natürlich niemand erfreut, der Zeitpunkt ist ja auch unglücklich«, sagt der in Haldensleben geborene Bonan, der betont: »Es war keine Entscheidung gegen den TuS, sondern ich habe für mich entschieden. In Gütersloh bekomme ich die Chance, höherklassig zu trainieren. Der Anspruch ist höher.« Bonan wird weiterhin in Brakel wohnen und seinen Job bei einem Versicherungsmakler in Bad Driburg behalten. »Ich setze nicht ausschließlich auf die Karte Trainer. Dafür ist das Fußballgeschäft zu unsicher.«

 Wieder zurück im Iburgstadion, Dienstagabend: Kagerbauer beendet die erste Einheit. »Ich mache es im Übergang«, betont der Mann, der gleichzeitig erster Vorsitzender der Fußballabteilung ist. Sportdirektor Ingo Schulte und Ralf Steinig aus dem Vorstand werden den redegewandten Coach unterstützen. »Wir Drei stimmen uns ab, arbeiten ganz festzusammen«, hebt Schulte hervor: »Bei der Trainersuche werden und können wir uns Zeit lassen. Der Neue muss zum Team und zu uns passen«, betont Schulte. Die Entscheidung von Heiko Bonan kann der TuS-Sportdirektor nachvollziehen: »Das ist eine Chance für Heiko, die er sich verdient hat. Wir haben sehr gut mit ihm zusammengearbeitet und hatten ein sehr gutes Verhältnis. Doch jetzt müssen wir nach vorne schauen.«

 Drei Punkte aus neun Spielen. Das ist die Bilanz des FC Gütersloh. Zwei Punkte aus neun Spielen. So steht der TuS Bad Driburg da. Die Mission für Heiko Bonan bleibt weiterhin der Klassenerhalt.

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