Tischtennis-WM: Nina Mittelham nimmt Verletzungspause – Sieg gegen die Nummer eins
Schrecksekunde in Shanghai

Shanghai/Bad Driburg (WB). Tischtennis kann grausam sein: Da besiegt die Driburgerin Nina Mittelham die Nummer eins der U18-Weltrangliste – und verpasst trotzdem eine WM-Medaille.

Mittwoch, 03.12.2014, 04:02 Uhr
Die Driburgerin Nina Mittelham hat sich in Shanghai eine Prellung zugezogen, trotzdem die Weltranglistenerste besiegt, aber eine Team-Medaille...
Die Driburgerin Nina Mittelham hat sich in Shanghai eine Prellung zugezogen, trotzdem die Weltranglistenerste besiegt, aber eine Team-Medaille verpasst.

Viel mehr kann in einem einzigen Spiel eigentlich gar nicht passieren. Die deutsche Mädchen-Nationalmannschaft hat in Shanghai im Viertelfinale das schwerste aller Lose erwischt und musste gegen Hongkong an den Tisch. Im Auftakteinzel gegen Minnie Soo Wai Yam lag Mittelham 0:1 hinten und prallte im zweiten Satz beim Stand von 7:8 gegen die Tischkante. »Ich bin bei einem halb langen Ball mit der Hand gegen den Tisch gestoßen«, berichtet die 18-Jährige nach der Partie. Sie ließ sich zehn Minuten behandeln und spielte dann weiter. Diesen Satz verlor sie zwar, zwang ihre Gegnerin trotzdem in den fünften Durchgang. Zum Sieg reichte es aber nicht mehr. Deutschlang lag nach der ersten Turnierniederlage der Driburgerin mit 0:1 hinten. Doch wer Nina Mittelhams Kampfgeist kennt, weiß, dass sie gerade in solchen Situationen ihr bestes Tischtennis auspackt. Ausgerechnet gegen die U18-Weltranglistenerste und Favoritin im Einzelwettbewerb, Doo Hoi Kem, holte sie anschließend einen Sieg und hielt Deutschland im Kampf um den Halbfinal-Einzug im Rennen. Trotz starker Gegenwehr ihrer Teamkolleginnen reichte es dennoch nicht. Am Ende setzte sich Hongkong knapp mit 3:2 durch und schnappte dem deutschen Team die Bronzemedaille vor der Nase weg. Besonders ärgerlich: Die USA, gegen die Deutschland in der Gruppe klar gewonnen hatte, holte sich die zweite Bronzemedaille. »Wir sind natürlich sehr enttäuscht, aber ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben aufopferungsvoll gekämpft. Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden«, fasste Bundestrainer Tobias Kirch das Viertelfinal-Aus zusammen.

Nina Mittelham wurde anschließend in den Partien um die Plätze fünf bis acht geschont, um sich auf die Individual-Konkurrenzen vorzubereiten. »Normalerweise spielt sie Mittwoch wieder. Es sei denn, über Nacht verschlimmert sich etwas«, prognostizierte Kirch. Mittelham habe eine Prellung erlitten, glücklicherweise keine offene Wunde. Da trifft es sich gut, dass die Driburgerin aufgrund ihrer Weltranglistenposition in der Quali nicht antreten muss. Sie ist im Einzel, Doppel und Mixed für die Hauptrunde jeweils gesetzt.

Driburgs Manager Franz-Josef Lingens verfolgt die Titelkämpfe im Internet. »Nina hat bislang klasse gespielt. 5:1-Siege bei einer WM sind beachtlich. Hoffentlich ist die Verletzung nicht so schlimm und sie kann im Einzel an ihre tolle Form anknüpfen«, meint Lingens.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2918199?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514657%2F
Neuhaus fordert mehr Selbstvertrauen
DSC-Trainer Uwe Neuhaus
Nachrichten-Ticker