Fußball-Westfalenliga: Bökendorfs Trainer Sven Schmidt im Gespräch
»Bis an die Grenze gehen«

Bökendorf (WB). Die Fußballerinnen des SV Bökendorf haben die erste Halbserie in der Westfalenliga (fast) hinter sich gebracht. Dabei hat das Team eine kleine Krise gut weggesteckt und sich ein Polster auf die Abstiegsplätze erarbeitet. Westfalen-Blatt-Redakteurin Sylviahat bei Trainer Svennachgefragt.

Samstag, 13.12.2014, 04:00 Uhr
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Nach 14 Spielen hat Ihr Team 20 Punkte gesammelt und steht auf Platz sieben der Tabelle. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?Sven Schmidt:Wir sind zufrieden mit der bisherigen Hinrunde. Wenn man sieht, dass die anderen beiden Aufsteiger bei sechs und elf Punkten stehen, haben wir uns bisher gut geschlagen. Es war nicht immer leicht für uns. Wir mussten uns erst an die neue Liga gewöhnen, dazu zählen natürlich auch die weiten Auswärtsfahrten, die oft den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Außerdem mussten wir erst damit klarkommen, nicht mehr – wie noch im Vorjahr in der Landesliga – die überlegene Mannschaft zu sein.

 

Sie sind sehr stark gestartet, haben in den ersten vier Spielen drei Siege gefeiert und standen zwischenzeitlich in der Spitzengruppe, sind dann aber mit sechs Spielen ohne Sieg bis auf Platz zwölf abgerutscht. Was ist in dieser Zeit schief gelaufen?Sven Schmidt:Es ist ja nicht so, dass wir in diesen Spielen untergegangen wären. Oft waren wir sogar die bessere Mannschaft. Von mehr Ballbesitz kann man sich am Ende aber nichts kaufen. Es hatte etwas mit der schon angesprochenen Ligaumstellung zu tun. Meine Mannschaft war es in den vergangenen zwei Jahren kaum gewohnt, einem Rückstand nachzulaufen oder ein Spiel herumreißen zu müssen. Das mussten wir erst wieder lernen. Außerdem haben sich die Gegner in der Westfalenliga schnell auf uns eingestellt und kannten unsere Stärken. Jetzt spielen wir auch ein bisschen abwartender und versuchen, unsere Konter zu setzen. Das funktioniert gut. Wir haben die drei vergangenen Spiele jeweils gewonnen.

 

An diesem Sonntag soll das letzte Spiel vor Weihnachten über die Bühne gehen. Kann überhaupt in Bökendorf gespielt werden?Sven Schmidt:Das hoffen wir. Wir trainieren ja auch auf dem Platz. Das geht eigentlich ganz gut, weil es in den vergangenen Wochen trocken war. Gestern und vorgestern kam der Regen. Ich hoffe trotzdem, dass wir das Spiel durchziehen können. Wir sind gut drauf und könnten vor der Winterpause auf 23 Punkte kommen.

 

Hagen ist Tabellenletzter. Erwarten Sie ein leichtes Spiel oder eher die Gefahr, den Gast auf die leichte Schulter zu nehmen?Sven Schmidt:Weder noch. Auf die leichte Schulter nimmt meine Mannschaft keinen Gegner. Die Spielerinnen wissen, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann und dass sie nur gewinnen können, wenn sie bis an ihre Grenzen gehen. Es ist eher eine schwere Aufgabe, weil jeder von uns einen Sieg erwartet. Es wird ein Geduldsspiel.

 

Schon am 22. Februar soll die Saison weitergehen. Wie gestalten Sie die Zeit bis dahin?Sven Schmidt:Wir fahren erstmal bis Mitte Januar alles runter. Wir hatten seit dem 24. August jedes Wochenende ein Pflichtspiel. Das schlaucht. Jetzt sollen sich die Spielerinnen erst einmal regenerieren, weil uns ja auch noch eine intensive zweite Saisonhälfte bevor steht. Da dürfen wir nicht nachlassen und müssen genauso akribisch arbeiten wie in der Hinrunde, um in der Klasse zu bleiben. Mitte/Ende Januar steigen wir draußen wieder in die Vorbereitung ein.

 

Am kommenden Samstag, 20. Dezember, stehen in Warburg die Kreishallenmeisterschaften auf dem Programm. Welchen Stellenwert haben die Titelkämpfe für Sie?Sven Schmidt:Erst einmal finde ich gut, dass es Kreishallenmeisterschaften für Frauen bei uns im Kreis gibt. Für mich hat die Westfalenliga aber absolute Priorität. Wir haben nach den Kreishallenmeisterschaften noch ein Hallenturniere in Enger und das Göttinger Masters sowie Anfang Februar unser eigenes Hallenturnier. Die Spiele in der Halle laufen bei uns auf freiwilliger Basis. Trotzdem haben sich fast alle Spielerinnen gemeldet und wollen spielen. Obwohl die eine oder andere am Samstag arbeiten muss, werden wir mit einer guten Truppe in Warburg aufschlagen.

 

Der Frauenfußball hat sich in den vergangenen Jahren im Kreis Höxter stetig weiterentwickelt. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation und was könnte noch verbessert werden?Sven Schmidt:Ich finde es beachtlich, dass es in unserem vergleichsweise kleinen Kreis so viele Mannschaften gibt, die auch überkreislich spielen. Mit uns in der Westfalenliga, dem SV Ottbergen/Bruchhausen in der Landesliga und den drei Bezirksligisten sind wir sehr gut aufgestellt. Außerdem haben wir eine eigene Kreisliga, einen eigenen Kreispokal auf dem Feld und Hallenmeisterschaften. Das ist enorm und zeigt, dass das Engagement in den einzelnen Vereinen und im Kreisvorstand um Bernd Böttcher und Petra Block Früchte trägt. Es war ein weiter Weg bis hierhin. Ich hoffe, dass es so weiter geht. Es steht auf allen Seiten viel Arbeit dahinter, die manchmal vielleicht nicht genug gewürdigt wird.

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