Tischtennis: Nina Mittelham über Deutsche Meisterschaften, die WM und ihre Driburger Zukunft
»Unmögliches möglich machen«

Bad Driburg (WB). Verletzungen und Krankheiten haben die Bad Driburger Tischtennis-Bundesligaspielerin Nina Mittelham (18) zuletzt immer wieder zurückgeworfen. Die mehrfache Jugend-Europameisterin sehnt das Ende ihrer Leidenszeit herbei. An diesem Wochenende schlägt sie bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz auf. Mit Ninasprach WB-Redakteurin Sylvia.

Freitag, 06.03.2015, 04:10 Uhr aktualisiert: 06.03.2015, 10:31 Uhr
Nina Mittelham schlägt an diesem Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz auf. Die Driburgerin ist an Position sechs gesetzt...
Nina Mittelham schlägt an diesem Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz auf. Die Driburgerin ist an Position sechs gesetzt und hofft, nach ihrer langen Verletzungspause endlich wieder regelmäßig zu spielen. Der Klassenerhalt mit Driburg und die WM stehen an.

Nina, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Ihnen?

Nina Mittelham: Ich trainiere zurzeit wieder regelmäßig, aber noch nicht in dem Umfang wie vor meiner Krankheit. Zwischendurch zwickt es immer mal wieder im Rücken, was allerdings bisher auch wieder schnell vorbei war. Das sind wohl immer noch Nachwirkungen von meiner Hirnwasserpunktion 2013.

Bundestrainerin Jie Schöpp hat Sie trotz der Verletzungspause erstmals für die Damen-Nationalmannschaft nominiert. Wie bewerten Sie diese Nominierung?

Nina Mittelham: Ich habe mich mega gefreut. Für mich bedeutet das eine ganze Menge. Nach meiner langen Krankheitsphase ist das ein Vertrauensbeweis, den ich natürlich sehr gut gebrauchen kann. Ich hoffe, dass ich bis dahin gesund bleibe und das in mich gesetzte Vertrauen bei der Weltmeisterschaft zurückgeben kann.

Im Jugendbereich waren Sie bei internationalen Turnieren zuletzt immer die Führungsspielerin im deutschen Team. Wie sehen Sie Ihre Rolle im Frauenteam und mit welchen Erwartungen reisen Sie nach China?

Nina Mittelham: Im Jugendbereich war ich zwar bei den vergangenen Turnieren immer die Führungsspielerin, habe vorher aber auch die anderen Rollen kennengelernt. Auch in der Frauen-Nationalmannschaft kennen wir uns eigentlich alle ganz gut. Da es sich ja um Individual-Weltmeisterschaften handelt, stellt sich die Frage der Rollenverteilung für mich nicht wirklich. Ich hoffe, dass ich in China fit bin und mich gut verkaufen kann, schließlich sollen es nicht meine letzten Weltmeisterschaften bleiben.

An diesem Wochenende spielen Sie bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz. Im Vorjahr haben Sie Bronze gewonnen. Ist eine erneute Medaille nach der langen Zwangspause realistisch?

Nina Mittelham: Nein, das würde ich eher als Wunschdenken bezeichnen. Nach meinem Verletzungspech in den vergangenen Monaten wäre für mich eine Platzierung unter den letzten Acht schon ein Erfolg. Selbstverständlich werde ich alles geben und versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.

Beim TuS Bad Driburg ist der April der Monat der Wahrheit mit den drei direkten Duellen um den Klassenerhalt gegen Leipzig, Watzenborn und Schwabhausen. Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Nina Mittelham: Ich denke, dass wir mit dem Sieg gegen Busenbach einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht haben. Wenn wir im April zwei dieser drei Spiele gewinnen, sollten wir eigentlich durch sein. Ich gehe allerdings davon aus, dass wir in Bestbesetzung auch alle drei Spiele gewinnen sollten.

Zum Abschluss noch ein kurzer Ausblick: Gab es schon Gespräche über die kommende Saison in Bad Driburg? Wie sehen Ihre Planungen diesbezüglich aus?

Nina Mittelham: Ich fühle mich in Bad Driburg pudelwohl. Trotz meiner vielen gesundheitsbedingten Ausfällen hatte ich bisher stets das Gefühl, dass der Verein in Person von Manager Franz-Josef Lingens hinter mir steht. Schließlich war es auch für ihn nicht einfach, meine Ausfälle immer wieder allen zu erklären. Ich bin mir sicher, dass auch wieder bessere Zeiten kommen und ich wieder etwas zurückgeben kann. Wir haben bereits über die Zukunft gesprochen. Ich denke, dass wir sicher einen Weg finden werden, weiter in der ersten Damen-Bundesliga zusammenarbeiten zu können. Ich würde das familiäre Umfeld bei den Spielen, die Herzlichkeit und Begeisterung der Menschen in der Halle und den Zuschauerzuspruch in Bad Driburg gerne weiter erleben.

Michajlova im Hauptfeld

Einen unverhofften freien Tag hat die Bad Driburger Bundesliga-Spielerin Katharina Michajlova an diesem Freitag bekommen. Am Dienstag wurde die Westdeutsche Vizemeisterin noch für die Gruppenphase mit ausgelost und hätte bereits heute in Chemnitz die Qualifikation spielen müssen. Durch die Absage der an Position eins und zwei gesetzten Nationalspielerinnen Shan Xiaona und Han Ying rutschte sie nun doch direkt ins Hauptfeld und muss wie Nina Mittelham erst am Samstag ins Geschehen eingreifen. 16 Spielerinnen wurden aufgrund ihrer Ranglistenpunkte direkt ins Hauptfeld gesetzt: Mittelham an Position sechs, Michajlova an 16. Im Doppel tritt das Driburger Duo in Chemnitz übrigens wie schon vor einem Jahr gemeinsam an.

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