Kagerbauer sieht beim TuS Bad Driburg falsche Signale im Bezirksliga-Abstiegskampf 
»Starke werden nun schwach« 

Bad Driburg (WB). So einfach will sich Sepp Kagerbauer mit seiner Mannschaft nicht aus der Bezirksliga verabschieden. Und wenn sie dann den Weg zurück in die A-Liga antreten müssten, dann doch mit einer Überzeugung.

Mittwoch, 25.03.2015, 04:01 Uhr aktualisiert: 27.03.2015, 16:15 Uhr
Blicke in eine ungewisse Zukunft: Trainer Sepp Kagerbauer (rechts) und seine Spieler auf der Ersatzbank sind spätestens nach dem 1:5 im...
Blicke in eine ungewisse Zukunft: Trainer Sepp Kagerbauer (rechts) und seine Spieler auf der Ersatzbank sind spätestens nach dem 1:5 im Bezirksliga-Derby gegen den FC BW Weser desillusioniert. Doch der Trainer zieht noch einmal alle Register.

 Der Trainer des Viertletzten der Bezirksliga sagt: »Wenn wir nach der Saison alle sagen können, dass wir alles für den Bezirksliga-Klassenerhalt getan und unternommen haben, dann wird uns auch der mögliche Abstieg nicht aus der Bahn werfen.«

 Der Trainerfuchs, der im Spätherbst des vergangenen Jahres für den zum FC Gütersloh gewechselten Heiko Bonan das Kommando in seinem Heimatverein übernommen hat, will nun eine Reaktion auf breiter Front sehen – von seinen Spielern, von den Anhängern und von den Vorstandsmitgliedern. Denn Kagerbauer weiß, dass es nun ganz schwierig wird. Seit vergangenem Sonntag muss nämlich viel zusammengehen, damit der TuS nach dem Aufstieg nicht direkt wieder absteigt. Die 1:5-Niederlage im Derby gegen den FC BW Weser war schmerzlich genug, der gleichzeitige 3:0-Sieg des Abstiegs-Mitkonkurrenten RSV Barntrup gegen den SV Heide Paderborn fast noch schmerzlicher. Acht Punkte beträgt nun der Abstand der Blau-Gelben auf das rettende Ufer. Vier Teams werden am Ende absteigen müssen. Morgen kann Barntrup sich sogar auf elf Punkte von den Kurstädtern absetzen, wenn das Nachholspiel gegen den SV Neuenbeken gewonnen werden sollte.

 Das allerdings ist fast schon zweitrangig. »Wir haben in Beverungen eine Halbzeit auf Augenhöhe gespielt und sogar den Führungstreffer erzielt. Beim Gang in die Kabine stand es 1:1. Was dann im zweiten Durchgang über uns hereingebrochen ist, kam für mich einer Demütigung gleich«, gibt der Coach einen Einblick in seine Gefühlslage. Innerhalb von fünf Minuten kassierten die personell arg dezimierten Gäste drei Gegentreffer. Danach warvöllige Resignation angesagt. Einige Spieler signalisierten, dass sie ausgewechselt werden wollten. »Das waren die falschen Signale. Wir müssen kämpfen, das gilt es zu verinnerlichen.«

 Dabei war das TuS-Lazarett unglaublich groß. Denn kurzfristig waren mit Timo Stork, Christian Wieneke und Keeper Robert Kimmel, der es nach einer in der Vorwoche zugezogenen Zerrung versuchen wollte, drei weitere Akteure ausgefallen. Der TuS spielte ohne Elf. Als Auswechselspieler standen nur noch Florian Marks und Tobias Buschmann zur Verfügung.

 »Es ist fast unglaublich, dass wir trotz unserer Personalmisere, die uns seit der Vorbereitung begleitet, bereits 14 Punkte geholt haben. Im Spätherbst ist es sogar aufwärts gegangen«, sagt Kagerbauer.

 Nun dürfe sich das Team trotz der zahlreichen Ausfälle nicht hängen lassen. »Wenn wir den Gang zurück in die A-Liga antreten, dann mit dem Bewusstsein, dass wir alles gegeben haben.«

 Es ist der letzte Appell des Trainers, der in seinem Heimatverein gleichzeitig Sportdirektor ist. »Wir müssen uns der Lage stellen und dürfen nicht vorzeitig resignieren. Wer nicht kämpft, der verliert«, weiß der Trainerfuchs. Sollte er nun die entsprechenden Reaktionen nicht registrieren, dann würde er vorzeitig alsTrainer aufhören.

 »Wir sind in einer Situation, in der auch die Starken schwach geworden sind«, sagt Kagerbauer. Es sei nach dem Aufstieg vieles zusammengekommen. »Jetzt ist für Lethargie kein Platz. Wir dürfen nicht vorzeitig die weiße Fahnen hissen«, beschwört der Coach den TuS-Kampfgeist.

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