Bad Driburger Tischtennisspielerinnen fahren zur Weltmeisterschaft nach Asien
»China, wir kommen«

Bad Driburg (WB). Sie beherrschen den kleinen weißen Plastikball. Nicht nur am Tisch, sondern auch mit chinesischen Stäbchen. Das haben die Bad Driburgerinnen Nina Mittelham, Sarah De Nutte und Andrea Todorovic beim Foto-Termin bewiesen. Von Sonntag an schlagen sie bei der Weltmeisterschaft in China auf.

Mittwoch, 22.04.2015, 04:01 Uhr aktualisiert: 23.04.2015, 12:35 Uhr
Balltraining mal anders: Die Bad Driburgerinnen Nina Mittelham, Andrea Todorovic und Sarah DeNutte (von links) haben Ball und Stäbchen im...
Balltraining mal anders: Die Bad Driburgerinnen Nina Mittelham, Andrea Todorovic und Sarah DeNutte (von links) haben Ball und Stäbchen im Griff. In China messen sie sich von Sonntag an mit den Topstars der Tischtennis-Welt.

 In der Bundesliga hat das Trio mit dem TuS Bad Driburg als Aufsteiger den Klassenerhalt gemeinsam geschafft. In China gehen mit ihren jeweiligen Nationalteams an den Tisch. Nina Mittelham (18) schlägt erstmals bei einer Damen-WM für Deutschland auf, die beiden Landesmeisterinnen Sarah DeNutte (22) und Andrea Todorovic (22) sind für Luxemburg und Serbien am Start.

 »Ich freue mich, dass ich dabei sein darf. Für mich geht es darum, Erfahrungen zu sammeln. Natürlich möchte ich auch nicht gleich in der ersten Runde ausscheiden«, sagt Nina Mittelham. Sie hat als einzige des Driburger Trios bereits eine WM-Medaille gewonnen (Bronze mit der deutschen Mädchenmannschaft 2012 in Indien). Mittelham muss in China nicht in die Qualifikation. Als Nummer 89 der aktuellen Weltrangliste steht sie bereits im Hauptfeld und wird dort auf eine Spielerin treffen, die sich durch die Quali gemüht hat.

 Im Doppel tritt die Bad Driburgerin an der Seite der amtierenden Deutschen Einzelmeisterin Petrissa Solja an. Bundestrainerin Jie Schöpp hat sich für diese Kombination entschieden. Das Duo hat zweimal bei U18-Weltmeisterschaften zusammen gespielt, schrammte zweimal mit dem Viertelfinal-Einzug nur knapp an einer Medaille vorbei. »Bei den Mädchen haben wir gut zusammen gespielt, jetzt aber schon länger nicht mehr. Ich hoffe, dass es immer noch so gut klappt«, blickt Mittelham voraus.

 Sie ist die jüngste aller deutschen WM-Fahrerinnen, hat als einzige aber schon direkt in China für die WM geworben. Während der Jugend-Weltmeisterschaft im vergangenen Dezember durfte sie mit Ex-Weltmeister Wang Liqin an einer großen Werbeaktion in einem chinesischen Einkaufscenter teilnehmen. Da wusste sie noch nicht, dass sie selbst vier Monate später im Kreis der Weltstars mitmischen würde.

 Ihre Bad Driburger Teamkolleginnen Sarah DeNutte und Andrea Todorovic müssen in China in die Quali, allerdings bleibt ihnen die erste Stufe mit den Gruppenspielen erspart. DeNutte ist die Nummer 139 der Welt, Todorovic die Nummer 152. Sie greifen damit in der zweiten Phase, der Zwischenrunde, ins Geschehen ein. »Beide müssen jeweils ein Spiel gegen einen Gruppensieger gewinnen, um ins Hauptfeld einzuziehen«, erklärt DeNuttes Mutter, Martine Hansen.

 FürSarah DeNutteist es die zweite Einzel-WM nach dem Debüt von Paris vor zwei Jahren. »Damals war ich in der ersten Hauptrunde. Das möchte ich mindestens wieder schaffen, am liebsten aber noch eine Runde mehr überstehen«, sagt die 22-Jährige, die in Bad Driburg nach Anlaufschwierigkeiten zu ihrer Form gefunden und zuletzt auch international bei den Ungarn- und Spanien-Open für gute Resultate gesorgt hat. Während Deutschland fünf Frauen ins Rennen schickt, geht Luxemburg nur mit zwei Spielerinnen an den Start. Sarah DeNutte und die ehemalige Einzel-Europameisterin Ni Xialian. Beide spielen auch zusammen Doppel. »Gerade im Doppel fallen Voraussagen schwer. Da hängt immer viel von der Auslosung ab«, meint DeNutte, die als einzige der Driburgerinnen in China auch im Mixed dabei ist. »Leider nicht mit meinem Freund.« Der Portugiese Marcos Freitas gehört den Top-10 der Weltrangliste und konzentriert sich ganz auf Einzel und Doppel.

 Andrea Todorovic, die den TuS Bad Driburg nach der Saison verlassen wird, ist eine von drei nominierten Serbinnen in China. »Für mich ist immer wichtig, dass ich in der Halle ein gutes Gefühl habe, um gut spielen zu können«, meint die serbische Meisterin. »Es ist eine WM. Da kommen die besten Spielerinnen der Welt. Ich möchte einfach mein bestes Tischtennis zeigen«, tut sich Todorovic mit konkreten Zielen schwer. Im Doppel spielt sie an der Seite von Nicole Trosman aus Israel. »Wir haben noch nie zusammen gespielt. Ich hoffe, dass wir gut harmonieren.«

 Ganz besonders fiebert Shamini Kumaresan der Weltmeisterschaft entgegen. Die Inderin war enttäuscht, als sie von ihrem Verband nicht für die German-Open im März nominiert worden war und damit in der Rückrunde nicht mehr für den TuS Bad Driburg antreten konnte. Rechtzeitig zur WM spielte sie sich wieder in den Kader. Da sie nicht mehr in der Weltrangliste vertreten ist, muss Kumaresan schon in der Gruppenphase ran. »Ich freue mich, dass ich in China gleich drei meiner Driburger Mannschaftskolleginnen treffen werde«, blickt die Inderin voraus.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3208176?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514657%2F
Komiker Karl Dall im Alter von 79 Jahren gestorben
Karl Dall ist tot.
Nachrichten-Ticker