Tischtennis-WM: Driburgerin Nina Mittelham im Doppel-Achtelfinale ausgeschieden
Weltmeisterinnen sind zu stark

Bad Driburg (WB). Die Tischtennis-WM in China ist seit gestern auch für Nina Mittelham beendet. Sie war die letzte Driburger Bundesligaspielerin im Wettbewerb und musste im Achtelfinale des Damen-Doppels gegen die Team-Weltmeisterinnen Ding Ning/Li Xiaoxia die Segel streichen.

Donnerstag, 30.04.2015, 04:02 Uhr aktualisiert: 30.04.2015, 10:43 Uhr
Die Bad Driburgerin Nina Mittelham (rechts) und die Deutsche Meisterin Petrissa Solja haben sich im Doppel ins Achtelfinale der WM gespielt...
Die Bad Driburgerin Nina Mittelham (rechts) und die Deutsche Meisterin Petrissa Solja haben sich im Doppel ins Achtelfinale der WM gespielt und sind hier gegen die amtierenden Team-Weltmeisterinnen aus China ausgeschieden.

 »Im ersten Satz haben wir sie noch überraschen können, dann haben sie gewusst, wie wir spielen. Sie hatten unsere Schwächen sehr schnell raus«, berichtete Mittelhams Doppelpartnerin Petrissa Solja nach der 0:4-Niederlage gegen die Nummern eins und drei der Weltrangliste. »Trotzdem hat Nina im Doppel ordentlich gespielt«, zog Bundestrainerin Jie Schöpp ein positives Fazit des WM-Debüts der Bad Driburgerin. Vor dem Achtelfinale hatte die mehrfache Jugend-Europameisterin an der Seite von Solja mit zwei starken Auftritten ihre Nominierung gerechtfertigt.

 Im Einzel kam das Aus ebenfalls gestern Nachmittag. In der zweiten Runde traf Mittelham auf die favorisierte Rumänin Elizabeta Samara. Bei den German-Open vor zwei Jahren hatte sich Mittelham überraschend gegen die Top-Spielerin behauptet. Gestern hielt sie über sechs Sätze hervorragend mit, musste sich am Ende aber 2:4 geschlagen geben. »Schade, Nina hat den sechsten Satz 9:11 verloren. Vielleicht wäre noch was drin gewesen, wenn sie den gewonnen hätte«, meinte Driburgs Manager Franz-Josef Lingens, der das Match im Internet verfolgt hat. Lingens lobte ausdrücklich das starke WM-Debüt seiner Nummer eins.

 Die 18-Jährige selbst zeigte sich direkt nach der Niederlage enttäuscht: »Ich habe zu viele leichte Fehler gemacht und hatte Probleme mit ihrem Aufschlag, mein Rückschlag war nicht so gut.« Allerdings wusste auch Mittelham um ihren starken WM-Auftritt und meinte mit einem Augenzwinkern: »Hätte ich nicht bei 10:7 im ersten Satz einen Netzball machen können?«

 Insgesamt freute sie sich über ihren Einsatz in China. »Meine erste WM war eine gute Erfahrung. Diese Halle ist etwas ganz anderes, als ich es bisher kannte. In den Spielen selbst habe ich die WM aber nicht als ein anderes Turnier empfunden als sonst«, fasste die Nummer 89 der Weltrangliste zusammen.

 Bundestrainerin Jie Schöpp erkannte die Leistung ihrer Debütantin an, wusste aber auch, dass ohne die zahlreichen Verletzungspausen in den vergangenen zwei Jahren mehr möglich gewesen wäre. »Im Einzel hatte Nina selbst das Gefühl, dass sie Chancen liegen gelassen hat. Natürlich war die Feuchtigkeit sehr hoch, die Bälle sind in der Haupthalle anders gesprungen, die große Halle war neu für sie. Das macht natürlich alles etwas aus. Um so ärgerlicher ist es dann, wenn man merkt, wie nah man trotzdem am Gegner dran ist.«

 Nina Mittelham teilt sich in China übrigens ein Zimmer mit der Ex-Driburgerin Kristin Silbereisen. Diese hat bereits angekündigt, die aktuelle TuS-Nummer eins nach dem WM-Aus unter ihre Fittiche zu nehmen. »Ich interessiere mich heute mehr für Land und Leute als bei meiner ersten WM vor zehn Jahren. Nina nehmen wir nach dem Ausscheiden einfach mit in die Stadt. Nicht, dass sie sich in zwölf Jahren beschwert, wenn sie 30 ist, dass sie nichts von der Welt gesehen hat.« Soweit dürfte es bei Mittelham, die in ihren jungen Jahren sogar schon ein World-Junior-Turnier in Rio de Janeiro gewonnen hat und nun zum zweiten Mal innerhalb von vier Monaten in China aufschlägt, wohl kaum kommen. Die gesamte Nationalmannschaft bleibt noch ein paar Tage in Asien. Spätestens pünktlich zum Bundesliga-Heimfinale am 9. Mai gegen Böblingen ist Nina Mittelham aber wieder in Bad Driburg.

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