Tischtennis-Bundesliga: Driburg erkämpft nach 1:4-Rückstand noch ein Remis in Hövelhof
Starke Moral belohnt

Hövelhof (WB). Das war nichts für schwache Nerven: Nach einem 1:4-Rückstand im Hochstift-Derby der Tischtennis-Bundesliga hat der TuS Bad Driburg in Hövelhof noch ein Remis erkämpft und sogar am Sieg geschnuppert. Nach fast vier Stunden stand ein gerechtes 5:5 in einem spannenden Derby.

Montag, 07.12.2015, 10:31 Uhr
Tischtennis-Bundesliga: Driburg erkämpft nach 1:4-Rückstand noch ein Remis in Hövelhof : Starke Moral belohnt
Sarah DeNutte präsentiert sich seit Wochen in Topform. Vor einer Woche gegen Essen und gestern gegen Hövelhof hat sie jeweils beide Einzel für Driburg gewonnen. Um sich optimal auf das Derby vorzubereiten, hat DeNutte sogar eine Sportler-Ehrung mit dem Luxemburger Nationalteam sausen lassen. Foto: Sylvia Rasche

»Wir waren schon mausetot«, atmete Driburgs Manager Franz-Josef Lingens nach dem sicheren Punktgewinn erst einmal tief durch. Wohl keiner der 190 Fans, die in der Turnhalle der Mühlenschule beide Teams begeistert unterstützten, bereute seinen Besuch. »Das war Wahnsinn. Noch einmal eine Spur spannender als vergangene Woche gegen Essen. Und das war schon ein Highlight«, brachte Lingens den Nachmittag auf den Punkt.

Bereits die Doppel deuteten die spätere Dramatik und vor allem die ständigen Wechselbäder der Gefühle an. Im Spitzendoppel setzten sich Nina Mittelham und Shi Qi in vier Sätzen gegen Svetlana Ganina und Wang Aimei durch. Am Nebentisch waren Sarah DeNutte und Katharina Michajlova dem sicheren Sieg nah. Doch sie vergaben bei 2:0-Satzführung gleich drei Matchbälle. Die Hövelhoferinnen Linda van de Leur-Creemers und Yvonne Kaiser spielten sich in einen regelrechten Rausch, während bei den Badestädterinnen nichts mehr zusammen lief und sie sich in fünf Sätzen geschlagen geben mussten.

Enge Partien im Spitzenpaarkreuz

Im Spitzenpaarkreuz setzten sich die engen Partien nahtlos fort. Nina Mittelham zeigte gegen Abwehrspielerin Wang Aimei, dass sie sich immer weiter ihrer Topform annähert, verlor aber in fünf engen Sätzen. Shi Qi kämpfte gegen die Ex-Driburgerin Svetlana Ganina im fünften Satz sogar im Zeitspiel bis zum bitteren Ende, vergab einen Matchball und musste der Russin gratulieren. 1:3 lag Driburg damit zur Pause hinten – gab sich aber noch lange nicht auf.

Auch nicht, als Katharina Michajlova nach der Pause ihr Einzel schnell verlor und Sarah DeNutte gegen Yvonne Kaiser 0:2 und 1:4 hinten lag. »Ich habe eine Auszeit genommen und bin ruhig geblieben. Das war wichtig. Ich mag ihr Spiel mit den Noppen auf Vor- und Rückhand nicht. Trotzdem wusste ich, dass noch was geht«, beschrieb die DeNutte, die extra auf die Ehrung zur Mannschaft des Jahres mit ihrem Nationalteam in Luxemburg verzichtet hatte, um die Vorbereitung auf das Derby nicht unterbrechen zu müssen, nach dem Match ihren Weg zum Erfolg. In fünf Sätzen rang sie Kaiser nieder.

Gegenwehr der Ex-Doppel-Europameisterin gebrochen

 »Das war der Schlüssel zur Aufholjagd. Hätte Sarah verloren, wäre nicht so ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Dann hätten wir ein 1:6 kassiert«, analysierte Franz-Josef Lingens. Die Moral, die das Team nun zeigte, war ganz nach dem Geschmack der mitgereisten Driburger Fans. Nina Mittelham machte im Spitzeneinzel gegen Ganina im dritten Satz aus einem 5:10-Rückstand einen 12:10-Satzgewinn und hatte damit die Gegenwehr der Ex-Doppel-Europameisterin gebrochen. Shi Qi musste nach 2:0-Führung gegen Wang Aimei in den fünften Durchgang, behielt aber die Nerven und holte sich den wichtigen Punkt. DeNutte ließ gegen van de Leur-Creemers nichts anbrennen und siegte 3:0. Aus dem 1:4 war somit eine 5:4-Führung geworden. Dass es nicht zum Sieg reichte, lag ausgerechnet an der sonst zu zuverlässigen Katharina Michajlova, die im Schlusseinzel Kaiser gratulieren musste und dabei nie zu ihrem Spiel fand.

Die TuS-Statistik

TTV Hövelhof - TuS Bad Driburg  5:5 Svetlana Ganina/Wang Aimei - Nina Mittelham/Shi Qi 1:3, Linda van de Leur-Creemers/Yvonne Kaiser - Katharina Michajlova/Sarah DeNutte 3:2, Ganina - Shi Qi 3:2,  Wang - Mittelham 3:2, van de Leur-Creemers - Michajlova 3:1, Kaiser -  DeNutte 2:3, Ganina - Mittelham 1:3, Wang - Shi Qi 2:3, van de Leur-Creemers - DeNutte 0:3, Kaiser - Michajlova 3:0.

...

»Alles in allem war es ein gerechtes Remis«, freute sich Lingens. Sein Gegenüber Klaus-Dieter Borgmeier konnte sich dagegen über den Punkt nicht so recht freuen. »Wir führen 4:1 und bringen das nicht über die Runden«, ärgerte sich der Hövelhofer Macher.
Für Driburg geht damit die Erfolgsserie weiter. Seit fünf Partien sind die Badestädterinnen ungeschlagen und haben sich mit starken 9:5-Punkten (nach 0:4-Start) den vierten Tabellenplatz gesichert. Am kommenden Sonntag tritt das Team beim Tabellenachten in Böblingen an.

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