Nach der DM bereitet sich Kerstin Drewes-Czech auf Ancona und die Adria vor
»Freue mich auf die EM«

Höxter(WB). Ein Infekt kann Kerstinnicht stoppen. Die Höxteraner Leichtathletin läuft bei der DM der Senioren in Erfurt zu Gold, Silber und Bronze. Jürgenhat nach der Medaillenflut nachgefragt.

Mittwoch, 17.02.2016, 21:18 Uhr aktualisiert: 17.02.2016, 21:21 Uhr
Die Gold-Staffel (von links): Kerstin Drewes-Czech mit Michaela Zwiener, Christina Bösch und Jutta Bergener. Foto: Gunhild Kalis
Die Gold-Staffel (von links): Kerstin Drewes-Czech mit Michaela Zwiener, Christina Bösch und Jutta Bergener. Foto: Gunhild Kalis

Frau Drewes-Czech, sie treten gehandicapt an und holen dreimal Edelmetall. Wie haben Sie das hinbekommen?

Kerstin Drewes-Czech : Im Wettkampf bin ich immer motiviert. Deutsche Meisterschaften setzen zusätzliches Adrenalin frei. Ich war mir im Vorfeld unsicher, ob es überhaupt reichen würde. Nach der Bronzemedaille zum Auftakt über die 200 Meter war ich am Abend schon ziemlich platt. Die 400 Meter wollte ich am nächsten Tag trotzdem unbedingt angehen, weil es der letzte Wettkampf-Test vor der EM in Ancona war. Silber war gut. Allerdings die Zeit von 63,71 Sekunden nicht. Ich wollte knapp über 60 Sekunden auf die Bahn legen. Das war aufgrund des Infekts allerdings nicht möglich. Die Konkurrentinnen hatten auch ihre Probleme, so dass generell keine guten Zeiten zustande kamen. Davon habe ich letztlich profitiert.

Das ist sehr selbstkritisch. Werten Sie die Erfolge damit nicht ab?

Drewes-Czech: Die Medaillen habe ich auch geholt, weil die Konkurrentinnen auch Probleme hatten und nicht besser waren. Fakt ist allerdings, dass ich bei der Europameisterschaft wesentlich bessere Resultate abliefern muss. So sollte über 200 Meter schon eine Zeit über 26 Sekunden drin sein. 27,80 Sekunden von Erfurt sind verbesserungswürdig. Intensive Trainingseinheiten fanden aufgrund der gesundheitlichen und zeitlichen Probleme, ich bin Lehrerin und trainiere den Nachwuchs beim HLC Höxter, noch nicht statt. Diese Woche steht noch ein Lehrgang in Remscheid auf dem Plan und dann startet die Vorbereitung auf Ancona.

Die Hallen-EM soll Ihr Saison-Highlight werden. Setzen Sie sich nun besonders unter Druck?

Drewes-Czech: Nein. Das gehe ich locker an. Natürlich wird das Training nun nach Plan ablaufen. Die EM startet Dienstag, 29. März, und endet Samstag, 3. April. Ostersamstag, 26. März, erfolgt der Abflug Richtung Adria. Das gute ­Meeresklima inspiriert und motiviert zusätzlich.

Das klingt ja auch ein wenig nach Urlaub. Können Sie sich neben den Wettkämpfe erholen?

Drewes-Czech: Regeneration ist zwischen den Wettkämpfen wichtig. Das ist auch eine Erholung. Ich freue mich auf die EM, Italien, die ­Adria und die Menschen.

Die Weltmeisterschaft der Leichtathletik-Senioren steigt im November in Australien. Können Sie sich eine Teilnahme vorstellen?

Drewes-Czech: Nein, das passt in diesem Jahr nicht in den Terminkalender. Eine Weltmeisterschaft ist natürlich etwas ganz Besonderes. Gerne erinnere ich mich an meine WM-Teilnahme in Brasilien. Das waren Wochen, Tage Momente und Augenblicke, die mir niemand nehmen kann.

Sie sind vom HLC Höxter zum LC Paderborn gewechselt. Was hat sich verändert?

Drewes-Czech: Eigentlich noch gar nicht so viel. Beim HLC Höxter trainiere ich weiterhin den Nachwuchs. In Paderborn konnte ich wegen des Infekts bisher kaum trainieren. Sicherlich wird das in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft nun öfter der Fall sein. Der Ahorn-Sportpark liefert sehr gute Trainingsbedingungen. Das ist ein Vorteil.

Mit der Staffel über viermal 200 Meter haben Sie in Erfurt Gold geholt. Das war der krön­ende Abschluss, oder?

Drewes-Czech: Die Staffel-Wettbewerbe sind bei jeder Leichtathletik-Veranstaltung ein Höhepunkt zum Abschluss. Wir waren mit der Staffel Favorit. Wir wollten Gold und freuen uns sehr darüber.

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