Fußball-A-Ligist TIG Brakel startet mit dem neuen Trainer Arif Göral in die Rückrunde
»Relegation ist nicht so weit weg«

Brakel (WB). Die TIG Brakel hat auf eigenem Platz nur einen Punkt weniger als die Topteams aus Borgentreich und Stahle gesammelt. Trotzdem steht die Mannschaft von Neu-Trainer ArifGöralin der Winterpause lediglich im Mittelfeld der Fußball-Kreisliga A. Das will Göral, der zum dritten Mal Trainer der TIG ist, am liebsten ändern und riskiert sogar einen Blick nach ganz oben. Mit dem Coach sprach WESTFALEN-BLATT-Redakteurin SylviaRasche.

Donnerstag, 25.02.2016, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2016, 18:57 Uhr
Situation entschärft, Germetes Miguel Oliviera steht gegen die TIG-Akteure Erhan Dülgeroglu, Gürcan Ersu, Gökhan Gökçe (im Hintergrund) und Torwart Adem Gökçe auf verlorenem Posten. Die TIG Brakel hat eine solide Hinrunde gespielt, will nun aber mehr. Foto: Björn Friedrichs
Situation entschärft, Germetes Miguel Oliviera steht gegen die TIG-Akteure Erhan Dülgeroglu, Gürcan Ersu, Gökhan Gökçe (im Hintergrund) und Torwart Adem Gökçe auf verlorenem Posten. Die TIG Brakel hat eine solide Hinrunde gespielt, will nun aber mehr. Foto: Björn Friedrichs

Herr Göral, Sie waren schon zweimal Trainer der TIG Brakel und treten jetzt zum dritten Mal das Amt in dem Verein an. Warum zieht es Sie immer wieder zur TIG zurück?

Arif Göral: Der Verein ist für mich fast wie ein Magnet, der mich immer wieder anzieht. Für mich ist es, wie nach Hause zu kommen. Ich kenne alle Spieler und die meisten Zuschauer. Das sind alles meine Leute. Als sie mich gefragt haben, ob ich die Mannschaft wieder übernehmen kann, habe ich gerne Ja gesagt. In dem Team steckt Potential.

 

Welchen Eindruck haben Sie in der Vorbereitung von Ihrer neuen Mannschaft gewonnen?

Arif Göral: Das ist eine schwere Frage, weil wir kaum fußballerisch trainieren konnten. Selbst auf unserem Aschenplatz hatten wir Probleme. Mal war es so kalt, dass er gefroren war, dann wurde es wieder so warm, dass der Platz aufweichte und wir nicht spielen konnten. Meistens sind wir gelaufen oder haben Fitness-Training gemacht. Glücklicherweise konnten wir immerhin zwei Testspiele bestreiten. Gegen den TuS Godelheim haben wir 7:1 gewonnen und gegen den lippischen A-Ligisten TSV Rischenau 1:5 verloren. Gerne hätte ich taktisch mehr mit der Mannschaft gearbeitet, aber das war bisher noch nicht möglich.

 

Wo liegen die Stärken und wo die Schwächen Ihrer neuen Mannschaft ?

Arif Göral: Ich glaube, dass in dieser Mannschaft viel fußballerisches Potential steckt. Wenn ich nur mal an Kadir Gündogan, Daniel Wiechers, Johannes Wagner oder Erhan Dülgeroglu denke, um nur einige zu nennen. Das sind alles sehr gute Fußballer. Wir sind technisch stark. Wenn wir den Ball haben, ist es für uns leicht, weil wir sehr gerne Fußball spielen. Das ist unsere Stärke, mit der wir auftrumpfen können. Schwächen sind sicher die Abwehrarbeit und unser Abschluss vor dem Tor. Bei unserer 1:5-Niederlage gegen Rischenau zum Beispiel hätten wir gut und gerne auch 5:5 spielen können. Wir haben uns wirklich gute Chancen erarbeitet, sie vor dem Tor aber zu leichtfertig vergeben.

 

Sie haben zu Hause erst ein Spiel verloren, auswärts aber noch keins gewonnen. Ist der Aschenplatz in Istrup ein so großer Vorteil?

Arif Göral: Nein, bestimmt nicht (lacht). Unsere Jungs haben selbst keine Lust auf den Aschenplatz. Vielleicht sind wir es durch die Trainingseinheiten eher gewöhnt, dort zu spielen. Aber Spaß macht uns das nicht unbedingt. Auswärts fehlt uns vielleicht das Selbstvertrauen. Wir haben in unseren Spielen in Wormeln und auch in Scherfede jeweils geführt und am Ende doch verloren. Daran müssen wir arbeiten. Außerdem hatte ich als Zuschauer in der Hinrunde manchmal den Eindruck, dass die Einstellung auf dem Platz nicht stimmte. Da kam mir einiges konzeptlos und lustlos vor. Das müssen wir ändern.

 

Sie haben angesprochen, dass Sie in der Hinrunde schon das eine oder andere A-Liga-Spiel beobachtet haben. Wie stark schätzen Sie die Liga ein?

Arif Göral: Es gibt eine breite Spitzengruppe in dieser Saison. Das sorgt in der Endabrechnung für Spannung. Ich habe nur ein paar Spiele gesehen und kenne daher natürlich nicht alle Mannschaften so genau. Borgentreich, Stahle oder der TSC Steinheim verfügen über eine hohe Qualität. Weil alles so eng zusammen liegt, haben aber auch noch Teams, die jetzt nicht ganz oben stehen, die Chance, in der Rückrunde Boden gut zu machen.

 

Wer steigt am Ende auf?

Arif Göral: Wie gesagt, liegt alles an der Spitze noch eng zusammen. Trotzdem lege ich mich fest: Mein Favorit ist der TSC Steinheim. Die Mannschaft ist mit Trainer Haydar Özdemir auf einem sehr guten Weg und hat sich in der Winterpause auch noch mal verstärkt. Die Steinheimer werden am Ende das Rennen machen.

 

Mit welchem Endergebnis wären Sie für Ihr Team zufrieden?

Arif Göral: Ich will immer weiter nach vorne kommen. Wir haben jetzt 20 Punkte, stehen im Mittelfeld der Tabelle. Da kann ich doch nicht sagen, es ist gut, wenn wir am Ende in der Liga bleiben. Als Sportler musst Du Dir immer neue Ziele setzen und nach vorne schauen. Wir müssen jetzt mal sehen, wie wir aus der Winterpause kommen. Dass wir am Sonntag in Lüchtringen wirklich spielen werden, kann ich angesichts der Wetterlage nicht so recht glauben. Am folgenden Sonntag müssen wir nach Borgentreich auf den Kunstrasen. Da wird also sicher gespielt. Das wird dann eine echte Standortbestimmung für uns, aber natürlich auch für die Borgentreicher. Wenn wir die ersten zwei, drei Spiele positiv gestalten, können wir sogar noch den Relegationsplatz in Angriff nehmen. Aber dazu muss vom Start weg schon alles passen.

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