Tischtennis-Weltmeisterschaften: Driburgerinnen Mittelham und DeNutte schlagen in Malaysia auf
Schulbücher im WM-Gepäck

Bad Driburg/Kuala Lumpur (WB). Die Tischtennis-Bundesliga macht WM-Pause. In Malaysia sind die beiden Bad Driburgerinnen Nina Mittelham und Sarah DeNutte für ihre Nationalteams im Einsatz. Während Mittelham mit Deutschland in der Championship Division spielt, will DeNutte mit Luxemburg genau in diese 1. Liga der WM aufsteigen.

Freitag, 26.02.2016, 06:00 Uhr
Die beiden Bad Driburger Bundesligaspielerinnen Nina Mittelham (links) und Sarah DeNutte freuen sich auf die Tischtennis-Weltmeisterschaft in Malaysia. Mittelham spielt im deutschen Team, DeNutte tritt für Luxemburg an. Foto: Sylvia Rasche
Die beiden Bad Driburger Bundesligaspielerinnen Nina Mittelham (links) und Sarah DeNutte freuen sich auf die Tischtennis-Weltmeisterschaft in Malaysia. Mittelham spielt im deutschen Team, DeNutte tritt für Luxemburg an. Foto: Sylvia Rasche

Dabei feiert Nina Mittelham (19) in Kuala Lumpur ihre Team-WM-Premiere im Damenbereich. Im vergangenen Jahr durfte sie schon einmal bei der Einzel-WM in China aufschlagen. Mittelham ist die jüngste Spielerin in der deutschen Mannschaft, teilt sich in Malaysia mit der Ex-Driburgerin Kristin Silbereisen ein Zimmer und will vor allem Erfahrung sammeln. »Ich hoffe natürlich, dass ich möglichst viele Einsätze bekomme. Einschätzen kann ich das vorher aber nicht«, meint die Gymnasiastin, die unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus Asien eine Vorabi-Klausur in Deutsch auf dem Programm hat.

Lernunterlagen hat sie in ihren Koffer gepackt. »Mal sehen, wie der Zeitplan so aussieht. Ich muss in der Klausur den Stoff der vergangenen beiden Jahre beherrschen. Da muss ich in Kuala Lumpur auch noch in die Bücher schauen«, erzählt die Angriffsspielerin. Sie freut sich sich, dass Nationaltrainerin Jie Schöpp trotz der langen Verletzungspause weiter auf sie zählt und sie in die WM-Auswahl berufen hat. Das ist ein echter Vertrauensbeweis. »Auf mittlere Sicht wird Nina in der deutschen Mannschaft eine wichtige Rolle spielen. Sie macht große Fortschritte. Das zeigt sie in der Bundesliga. Allerdings ist sie noch nicht bei 100 Prozent«, sagt Driburgs Manager Franz-Josef Lingens, der die WM in Internet verfolgt.

In Kuala Lumpur hat die deutsche Mannschaft eine sehr schwere Auslosung erwischt. Japan, Nordkorea, Tschechien, Thailand und Brasilien warten auf die Damen. »Das ist eine sehr anspruchsvolle Gruppe. Wir wollen unter die ersten drei Teams kommen und peilen dann das Viertelfinale an«, sagt DTTB-Sportdirektor Richard Prause. Zum ersten Spiel treten die deutschen Frauen am Sonntag um 3 Uhr deutscher Zeit gegen Thailand an, um 12.30 Uhr folgt die Partie gegen Tschechien.

Während Nina Mittelham im deutschen Team das Küken ist, ist ihre Driburger Teamkollegin Sarah DeNutte in Luxemburg schon ein »alter Hase«. Sie spielt ihre siebte WM der Damen. Allerdings muss Luxemburg in der zweiten Division antreten und kämpft erst um den Aufstieg in die Weltgruppe. »Das hat mich sehr gewundert. Wir haben 2014 in Tokio den 17. Platz belegt und damit eigentlich den Klassenerhalt für diese WM in der Championship Division geschafft. Neuerdings geht es aber auch nach der Weltrangliste. Daher spielen wir jetzt in der zweiten Division«, erklärt DeNutte.

Die Luxemburgerinnen, die in der Team-Weltrangliste Platz 27 belegen, gehen als Mitfavorit an den Start – eine ganz neue Rolle für das kleine Land. »Wir wollen vorne mitspielen. Aber das ist nicht leicht«, meint DeNutte, die unter anderem Serbien mit ihrer Trainingspartnerin, der Ex-Driburgerin Andrea Todorovic, als Hauptkonkurrent ansieht. In der Gruppe bekommt es Luxemburg mit Slowenien, Griechenland, Vietnam, Chile und Bulgarien zu tun. Auftaktgegner am Sonntag ist Vietnam.

Shi Qui setzt auf China

Während ihre Teamkolleginnen Nina Mittelham und Sarah DeNutte die Weltmeisterschaften in Asien live erleben, beobachten die drei anderen Driburger Bundesligaspielerinnen das Geschehen von Deutschland aus – und haben dabei unterschiedliche Interessen. »Ich gucke ab und zu mal im Computer nach den chinesischen Ergebnissen«, sagt Shi Qi und rechnet fest mit der WM-Titelverteidigung ihrer Landsleute. Elena Waggermayer , die mit Österreich 2014 in Tokyo Platz 15 belegt hat, ist nach ihrer zweiten WM aus dem Nationalteam zurück getreten. »Ich bekomme nur noch aus der Ferne etwas mit, so zum Beispiel, dass Werner Schlager sein Comeback für Österreich feiert«, sagt Waggermayer, die inzwischen ihre berufliche Laufbahn in den Vordergrund gerückt hat. Katharina Michajlova drückt den deutschen Herren die Daumen. Sie ist seit einigen Monaten mit Nationalspieler Bastian Steger, hinter Timo Boll in Malaysia die Nummer zwei im deutschen Team, liiert und fiebert daher besonders mit. Will sie den ersten Auftritt ihres Freundes im Internet live mitverfolgen, muss sie sich am Sonntag den Wecker früh stellen. Schon um 6 Uhr spielen die deutschen Herren gegen den Gastgeber Malaysia.

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