Zehnkämpfer Patrick Scherfose muss verpasste EM-Quali verarbeiten
Enttäuschung ist groß

Marburg/Höxter (WB). Der Traum ist beendet: Zehnkämpfer Patrick Scherfose wird nicht an der Europameisterschaft in Amsterdam teilnehmen. Statt der angepeilten 7900 waren es nur 7667 Punkte. Die Ursachen liegen an Aussetzern am zweiten Tag.

Dienstag, 24.05.2016, 01:49 Uhr aktualisiert: 24.05.2016, 01:53 Uhr
Geglückter Versuch: Im Hochsprung überquert Patrick Scherfose in Marburg 1,91 Meter. Am Ende allerdings sollte es nach zehn Disziplinen nicht reichen. Der Zehnkämpfer aus Albaxen wird bei der EM in Amsterdam nicht dabei sein. Foto: WB
Geglückter Versuch: Im Hochsprung überquert Patrick Scherfose in Marburg 1,91 Meter. Am Ende allerdings sollte es nach zehn Disziplinen nicht reichen. Der Zehnkämpfer aus Albaxen wird bei der EM in Amsterdam nicht dabei sein. Foto: WB

»Nach dem ersten Tag befand ich mich in Marburg auf Kurs und im Soll. Am Sonntag gab es leider Ausreißer nach unten«, sagte der Student der Wirtschaftswissenschaften. Die Norm ist deutlich verpasst worden. Dabei sah es nach den ersten fünf Disziplinen noch so gut aus (wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe).

Die Enttäuschung ist nach einer gelungenen und guten Vorbereitung sehr gut. »Meine Verfassung ist gut. Es passt«, war der Albaxener vor dem Meeting in Marburg guter Dinge. Die besten deutschen Zehnkämpfer waren dabei. Scherfose wurden gute Chancen eingeräumt.

11,10 Sekunden über 100 Meter, 7,34 Meter und damit Bestleistung im Weitsprung, 14,56 Meter im Kugelstoßen, 1,91 Meter im Hochsprung und 5074 Sekunden über 400 Meter. Das waren die Ergebnisse nach dem ersten Tag.

Aber dann! »Nun benötige ich sicherlich ein bis zwei Wochen, um mental wieder bereit zu sein«, will der ehrgeizige Athlet zunächst einmal Abstand gewinnen und wird mit seiner Trainerin Beatrice Mau-Repnak dann in die detaillierte Analyse gehen.

Es war ein verflixter zweiter Tag. Am Sonntagmorgen standen die 110 Meter Hürden auf dem Fahrplan. 14,64 Sekunden war die Zeit. »Das war unter meinen Möglichkeiten. Nach der sechsten Disziplin war klar, dass ich Boden gut machen musste. Der positive Ausreißer war jetzt zwingend notwendig, um auf EM-Kurs zu bleiben«, stand der heimische Zehnkämpfer bereits nach dem ersten Wettkampf des zweiten Tages unter Druck. Im Diskuswurf bedeuteten 42,98 Meter Platz drei im mit 15 Zehnkämpfern besetzten Teilnehmerfeld. Die Bestleistung war um 72 Zentimeter verfehlt worden.

Im Stabhochsprung alles oder nichts

Im Stabhochsprung, der Parade-Disziplin des Albaxeners, sollte die Vorentscheidung fallen: »Ich musste hoch pokern, um die Norm nicht aus den Augen zu verlieren«, sagte Scherfose. 4,60 und 4,80 Meter schaffte er jeweils im ersten Versuch. »Alles oder nichts« war die Devise bei der achten Disziplin. Scherfose ließ die Latte auf fünf Meter hoch befördern. Sollte er diese Höhe bewältigen, wäre das gleichbedeutend mit persönlicher Bestleistung gewesen. Im Training hatte der Powermann die Höhe bereits geschafft. Scherfose wechselte zudem den Stab. Es sollte nicht passen. Der 24-Jährige scheiterte dreimal an den fünf Metern. Aus und vorbei. »Jetzt war klar, dass ich die Qualifikation für Amsterdam nicht mehr schafften konnte.«

Trotzdem, der geknickte Kämpfer stellte sich den beiden abschließenden Disziplinen. »Natürlich habe ich das Ende des Wettbewerbs nun herbeigesehnt.«

Den Speer beförderte Patrick Scherfose auf eine Weite von 48,82 Metern. Die Endzeit nach dem 1500-Meterlauf betrug 4:48,62 Minuten. 7667 Punkte reichen nicht. Im Quali-Wettkampf des Deutschen Leichtathletikverbandes bedeutete das Rang zwei. Das war zu wenig. »Sieben gute Disziplinen reichen eben nicht, um nach Amsterdam zu kommen. Jetzt muss ich mich erst einmal wieder sammeln.« In vier Wochen will Scherfose beim Meeting in Götzis starten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4028216?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514657%2F
Auto mit Protest-Botschaft dringt an Tor des Kanzleramts vor
Ein Auto steht vor dem Tor des Bundeskanzleramts. Auf der Tür ist die Aufschrift «Stop der Globalisierungs-Politik» zu lesen.
Nachrichten-Ticker