So., 17.03.2019

Der große Fußballkreis Höxter hat nur sieben Kunstrasenplätze Vereine werden abgehängt

Kunstrasen bedarf der regelmäßigen Pflege. In Brakel ist das künstliche Grün in einem guten Zustand. Die Pflege nehmen die Vereine und Kommunen gerne auf sich.

Kunstrasen bedarf der regelmäßigen Pflege. In Brakel ist das künstliche Grün in einem guten Zustand. Die Pflege nehmen die Vereine und Kommunen gerne auf sich. Foto: Jürgen Drüke

Von Jürgen Drüke

Der Rückrundenbeginn in den Fußball-Kreisligen ist verschoben worden. Der erste offizielle Spieltag musste im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen. Generalabsagen sind dabei das letzte Mittel. Die Planer haben im Fußballkreis Höxter ­zu diesem gegriffen und besitzen bei Dauerregen und Schnee keine andere Wahl. Der geplante Start ins Fußballjahr ist um eine Woche verschoben worden. Mal sehen wie die Lage am 23. und 24. März 2019 aussieht.

Würde es ausreichend Kunstrasenplätze geben, wären die meisten Generalabsagen kein Thema. Im Vergleich zum Nachbarkreis Paderborn, hier verfügen die kleinsten Ortschaften über das künstliche Grün, ist die heimische Region tiefste Provinz. Sieben Kunstrasenplätze in Höxter, Warburg, Borgentreich, Bad Driburg, Brakel, Steinheim und Neuenheerse reichen bei weitem nicht aus . Im Herbst und Frühjahr müssen nicht nur Spiele abgesagt werden, Trainingseinheiten sind auf den Rasenplätzen so gut wie gar nicht möglich. Kaltstarts, es geht im Auf- und Abstiegskampf ohne Spielpraxis in die entscheidende Saisonphase, sind die Folge.

Kein Training auf Rasen

Die meisten Teams des Kreises Höxter sind im Vergleich zu ihren Konkurrenten in den Nachbarkreisen entscheidend benachteiligt. Regionalliga-Aufsteiger SV Bökendorf, der sich mit den besten Frauenteams Deutschlands misst, hat das zu Beginn der Rückserie vor drei Wochen mit einer 1:9-Klatsche beim 1. FC Köln II besonders leidvoll erfahren müssen . Der SVB, der eine so starke Hinrunde gespielt hat, konnte im Winter wieder einmal kaum draußen trainieren und wurde kalt erwischt.

Der Kreis Höxter benötigt dringend mehr Kunstrasenplätze. Planungen gibt es in den Kommunen. Hoffentlich werden Projekte und Ratsbeschlüsse umgesetzt. Hoffentlich kann das Länderprogramm »Moderne Sportstätte 2022« helfen. Ansonsten werden viele Vereine aus dem Kreis Höxter in Zukunft nur noch hinterherlaufen. Sportliche Ziele und damit Existenzen sind bedroht. Deutlich mehr Kunstrasenplätze sind absolut notwendig. Kunstrasenplätze sind kein Hexenwerk und brauchen Konjunktur. Die zukunftsorientierte Investition ist wichtig und wertvoll. Ansonsten wird der Kreis Höxter nicht nur die Kunstrasen-Diaspora Deutschlands bleiben, sondern fußballerisch bis auf die wenigen Vereine mit Kunstrasenplätzen in die Bedeutungslosigkeit absteigen.

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