Do., 22.08.2019

Fußball-Bezirksliga: SV Dringenberg, Spvg Brakel II und TSC Steinheim noch ohne Punkte »Die Liga hat an Qualität gewonnen«

Levent Kücüker (Mitte) hat mit dem TSC Steinheim einen schwachen Auftakt hingelegt. Das Team zeigte im Training eine Reaktion und will nun auch auf dem Platz die ersten Punkte einfahren.

Levent Kücüker (Mitte) hat mit dem TSC Steinheim einen schwachen Auftakt hingelegt. Das Team zeigte im Training eine Reaktion und will nun auch auf dem Platz die ersten Punkte einfahren. Foto: Sylvia Rasche

Von Rene Wenzel

Kreis Höxter (WB). Bereits jetzt von einem Fehlstart zu sprechen, wäre nach zwei Spieltagen viel zu früh. Doch was hat dazu geführt, dass der SV Dringenberg, Aufsteiger Spvg. 20 Brakel II und der TSC Steinheim mit null Punkten ganz unten in der Bezirksliga-Tabelle stehen?

SV Dringenberg bewahrt die Ruhe

Das Auftaktprogramm mit dem SV Heide-Paderborn und SCV Neuenbeken hätte kaum schwieriger sein können in dieser Liga. Gegen beide Teams setzte es klare und auch nicht unverdiente Niederlagen – 0:4 in Paderborn und 1:3 im Burgstadion gegen den Aufstiegsfavoriten Nummer eins. »Es ist nicht einfach, wenn man gleich mit zwei Spielen gegen die Teams mit den größten Ambitionen startet. Beide haben eine Menge Qualität«, meint SVD-Trainer Sven Schmidt. Die erste Saisonpleite hört sich zwar etwas deutlich an, war aber ganz und gar nicht als schlecht zu bewerten. 60, 65 Minuten machten es die Blau-Gelben ordentlich gegen Heide und ließen dann erst extrem nach.

Eine Woche später erlebte Schmidt einen verdammt starken Gegner, der erst von einem vermeintlichen Abseitstor und dann von einem blöden Ballverlust der Dringenberger profitierte. »Da wurden wir richtig ausgekontert. Wir müssen diese Fehler vermeiden und nach vorne hin zielstrebiger spielen«, meint der SCV-Coach, der eine klare Forderung an seine Mannschaft stellt: »Mentalität und Leidenschaft abrufen!«

Druck aufbauen will er nach den zwei Pleiten zum Auftakt nicht. Es gibt für die nächsten Spiele gegen die Aufsteiger TuRa Elsen und Delbrücker SC II keine Punktevorgabe. Schmidt ist bewusst, dass die Liga ordentlich an Qualität dazugewonnen hat mit den neuen Teams. »Das ist alles nochmal etwas enger zusammengerutscht. Die ersten Ergebnisse zeigen, wie ausgeglichen die Liga ist«, so Schmidt.

Spvg 20 Brakel II im Lernprozess

Einige Bezirksliga-Trainer lobten die Landesliga-Reserve schon vor der Saison in den Himmel. »Geheimfavorit« oder auch Bezeichnungen wie »spielerisch mit das beste Team« waren nicht selten zu hören. Die Realität nach zwei Spieltagen sieht zumindest im Ergebnis etwas anders aus. Die Niederlagen gegen den VfR Borgentreich (4:7) und SV GW Anreppen (1:2) taten nach der vollen Euphorie rund um den Aufstieg natürlich weh. Doch verstecken müssen sich die Rot-Schwarzen nicht. Fehler, die man in der Kreisliga noch machen durfte, werden jetzt konsequent bestraft. Zudem muss die Mannschaft von Maik Schmitz noch am Zweikampfverhalten arbeiten. Beim ersten Gegentreffer in Anreppen konnte der gegnerische Innenverteidiger komplett durchs Mittelfeld dribbeln und ließ die Brakeler wie ein paar Slalom-Stangen stehen. »Wir befinden uns aktuell in einer Phase, in der wir noch sehr viel Lehrgeld bezahlen müssen«, meint Schmitz.

Seiner jungen Mannschaft fehlt auch einfach noch die Erfahrung in dieser Liga. Zuletzt standen mit Alihan Birinci und Fabian Tewes nur zwei Spieler auf dem Platz, die im Senioren-Bereich schon regelmäßig höher als A-Liga gespielt haben. Auch Schmitz kennt diese Klasse noch nicht. »Ich kann die Mannschaft daher nicht so gut auf den Gegner vorbereiten. Das ändert sich aber spätestens zur Rückrunde, wenn ich alle Mannschaften einmal gesehen habe«, erklärt der Brakeler Trainer.

Viele Gedanken macht er sich in den Tagen nach den Spielen über die Fehler, die zu den Gegentoren geführt haben. Das Problem gegen Borgentreich: Ohne den angeschlagenen Leader Tewes fehlte ab der 74. Minute komplett die Ordnung. Schmitz sucht noch nach weiteren erfahrenen Spielern und hofft dabei auf einige Einsätze von Patrick Kaiser und Boris Hartmann. »Sie werden aber sicher nicht jeden Sonntag spielen«, sagt Schmitz.

TSC Steinheim zeigt Reaktion im Training

0:6 und 3:10 – das macht nach Adam Riese ein erschreckendes Torverhältnis von 3:16 nach nur zwei Spielen. »Welche Argumente hat man da noch, wenn man zweimal so deutlich verliert«, fragt TSC-Trainer Norbert Dölitzsch. Macht ihm vielleicht die vergangene Spielzeit etwas Hoffnung, als es ab dem achten Spieltag aufwärts ging und am Ende noch mit fünf Punkten Vorsprung der Klassenerhalt gefeiert werden konnte? »Die aktuelle Situation ist viel dramatischer als die in der letzten Saison«, macht Dölitzsch deutlich.

Der 64-Jährige ist im Trainergeschäft ein alter Hase. Er kennt alle Szenarien, die ein Fußball-Drehbuch schreiben kann. Ein Blick auf seine über 50-jährige Verbundenheit mit seiner Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit zeigt: So etwas wie aktuell in Steinheim hat er noch nicht erlebt. »Mit meiner Einstellung, die ich vom Fußball habe, hat das hier überhaupt nichts zu tun. In unserer physischen Verfassung ist überhaupt nichts drin. Die Einstellung und Bereitschaft, die man in dieser Liga benötigt, ist nicht vorhanden«, sagt der TSC-Trainer.

Wer im Fußball erfolgreich sein möchte, der muss willig sein und trainieren – das war auch schon der Leitgedanke vor über 50 Jahren, als der Dölitzsch seine ersten Fußballschuhe schnürte. Und das versucht er auch immer wieder seinen Spielern zu vermitteln. »Am Ende muss es jeder für sich entscheiden. Aber klar ist: Das was hier im Moment passiert, ist nicht meine Philosophie«, macht der frühere Mittelfeld-Stratege deutlich.

Wie lange lässt Dölitzsch das noch mit sich machen? »Wir haben jetzt drei Spiele, die ganz wichtig sind. Wenn wir gegen Brakel II, Borgentreich oder Anreppen nicht die Punkte holen, wo dann sonst? Es muss jetzt etwas passieren«, fordert der TSC-Coach.

Immerhin zeigte das Team bei der Trainingseinheit am Dienstag eine Reaktion. 14 Spieler waren bei der Einheit vor Ort – nur Neuzugang Burak Karaduman steht ab sofort aus verschiedenen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Der Wunsch des TSC Steinheim: Nach der ordentlichen Trainingsbeteiligung sollen jetzt auch die Leistungen auf dem Platz stimmen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6864039?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514657%2F