Fußball: In Zeiten von Corona ist individuelles Training angesagt
Abstand halten ist das oberste Gebot

Kreis Höxter. Was läuft es in den Zeiten von Corona bei den sechs Fußball-Bezirksligisten des Kreises Höxter? Wie bereiten sich Trainer, Spieler und Verein auf den Tag X vor. Planungen sind kaum möglich. Lauf- und Ausdauertraining sind angesagt. Die meisten Trainerverträge sind bereits verlängert worden. Wir haben uns umgehört.

Dienstag, 21.04.2020, 05:11 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 05:20 Uhr
Gerade in diesen schweren Zeiten hat Frank Kleine-Horst beim VfR Borgentreich die Lage und seine Spieler im Blick. Foto: Rene Wenzel
Gerade in diesen schweren Zeiten hat Frank Kleine-Horst beim VfR Borgentreich die Lage und seine Spieler im Blick. Foto: Rene Wenzel

FC BW Weser

Bereits im Februar haben sich der FC BW Weser und Trainer Marcus Menzel auf eine weitere Saison geeinigt. Im Abstiegskampf wollten sie damit ein Signal aussenden – an die Mannschaft, an die Fans und die Konkurrenten. Inzwischen ist die Lage unklar, wann wird es überhaupt weitergehen. Die Vereine sollen an der Entscheidung, die letztlich der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen fällen wird, beteiligt sein (wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe). „Wann und wie wir wieder spielen werden, niemand weiß das. Wird die Saison annulliert oder wird sie im September, aus meiner Sicht geht das nur schwer, fortgesetzt. Verträge und Daten sind dementsprechend nicht von großer Bedeutung. Völlig unabhängig davon werde ich Trainer des FC BW Weser bleiben“, betont Menzel. Die FC-Spieler würden sich mit Kraft- und Ausdauertraining fithalten: „Wir sind Hobbyfußballer. Deshalb kann niemand zu irgendetwas verpflichtet werden. Ich halte es auch nicht für gut, ständig zu kontrollieren. Hin und wieder erhalte ich Bilder oder Snaps. Meine Spieler zeigen mir, dass die laufen oder Krafttraining machen.“ Auch Taktikbesprechungen per Videokonferenz seien nun ein Thema. „Darüber denken wir nach. Es ist auch davon abhängig, wann es wieder losgeht. Hier wird bestimmt in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen. Solange keine Terminvorgaben vorhanden sind und Daten genannt werden, ist es schwierig“, sagt Menzel.

VfR Borgentreich

Frank Kleine-Horst übernahm am 1. Juli 2019 das Traineramt bei den Orgelstädtern. Mit 24 Punkten aus 21 Spielen belegt das Team den zwölften Platz. Ob es für Kleine-Horst beim VfR in der kommenden Spielzeit, wann immer die auch startet, weitergeht, ist noch nicht entschieden. „Nichts ist fix. Wir warten ab, wie sich die Situation entwickelt. Es macht aktuell wenig Sinn, sich zu viele Gedanken zu machen”, berichtet der VfR-Übungsleiter. Der Trainer hat seinen Schützlingen Trainingsanleitungen mit nach Hause gegeben. „Sie sollen schließlich einigermaßen fit blieben.“ Das sei enorm wichtig, um nicht unvorbereitet in die womöglich dann entscheidenden Spiele oder bestens vorbereitet in die neue Spielzeit zu gehen. „Andernfalls wären wir in der Bezirksliga nicht konkurrenzfähig. Das Training ist individuell auf jeden Spieler und sein Körpergewicht abgestimmt. Von den Spielern habe es bereits positive Rückmeldungen gegeben. „Sogar Akteure, die vorher alles andere als vom Laufen überzeugt waren, sind angesichts der kreativen Ausarbeitung der Übungseinheiten zumindest angetan und freuen sich über die Fortschritte.“

Spvg Brakel II

Trainerfuchs Norbert Dölitzsch hat die Reserve der Nethestädter im Winter mit der Mission „Klassenerhalt“ übernommen. Zunächst haben beide Seiten eine Laufzeit bis zum Saisonende im Juni vereinbart. Danach sollte Bilanz gezogen werden. „Wir hätten uns in Kürze zusammengesetzt, wenn es keine Corona-Krise gegeben hätte. Ich stand in ständigem Kontakt mit Obmann Mark Riechmann. Dabei ging es auch um die Kaderplanung für die kommende Saison. „Mark Riechmann hatte bereits angedeutet, dass wir über die Spielzeit hinaus weiterarbeiten sollten.“

Weitere Gespräche habe es wegen Corona nicht gegeben. Die Mannschaft hat aus den bisherigen 20 Partien 21 Punkte geholt. Das bedeutet Platz 15. Das ist ein Abstiegsrang. Wie alle anderen Mannschaften wollen auch die Talente der Rot-Schwarzen mit Kraft- und Ausdauertraining für den Tag X auf Stand bleiben. „Jeder Spieler ist für sich selber verantwortlich. Nach der Arbeit sollte man immer mal wieder eine Runde joggen“, sagt Dölitzsch.

SV Dringenberg

Das ist bereits sicher: Sven Schmidt wird den SV Dringenberg auch in der kommenden Saison coachen und würde damit in das vierte Jahr gehen. Die Burgkicker sind als Tabellenzehnter mit 24 Punkten aus bisher 19 absolvierten Begegnungen kreisbestes Team. „Wir haben uns bereits im Winter auf eine Fortführung der Zusammenarbeit geeinigt“, berichtet Schmidt. „Niemand weiß wie und wann es weitergeht. Wir gehen von einem Abbruch der aktuellen Spielzeit und einer neuen Saison aus. „Jeder Spieler versucht, sich nach bestem Wissen fit zu halten. Wie bei den meisten Vereinen steht Laufen auf dem Index“, hat der erfahrene Coach die Ansagen gemacht.

Fünf Neuzugänge haben die Verantwortlichen des Klubs von der Burg bereits für die kommende Saison verpflichtet. „Wir warten nun auf die Terminvorgaben“, so Schmidt.

FC Peckelsheim/E./L.

Bereits Anfang März gaben die FC-Verantwortlichen bekannt, dass Matthias Rebmann auch in der Saison 2020/2021 der Trainer der ersten Mannschaft sein wird. 23 Punkte stehen nach 21 Partien auf dem Konto. „Wir haben uns nach dem 5:0-Sieg gegen BW Weser auf die Verlängerung des Vertrags geeinigt. Der Sieg war ein Push für uns alle“, sagt Rebmann. Für den erfahrenen Coach geht es somit in die vierte Saison als Cheftrainer. „Es ist enorm schade, dass sich die Ereignisse so entwickelt haben, wie sie jetzt sind. Die Gesundheit hat Vorrang. Das haben zum Glück die meisten Menschen begriffen. Wir haben im Winter eine super Vorbereitung absolviert und uns auf die Rückrunde gefreut“, stellt der Coach heraus. Kraft- und Ausdauertraining seien angesagt. „Abstand halten ist angesagt. Wir stehen über unsere WhatsApp-Gruppe in Kontakt. Jeder muss etwas für sich selbst tun, um fit zu bleiben. Ich kann da niemandem etwas vorschreiben. Wir gehen davon aus, dass die Saison angebrochen wird. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht“, setzt Rebmann auf den Neustart. Wann immer der sein wird.

TSC Steinheim

Im Oktober 2019 löste Rytis Narusevicius beim TSC Norbert Dölitzsch ab. Ob der neue Coach über die Saison hinaus Trainer der Emmerstädter bleiben wird, ist beim abgeschlagenen Schlusslicht noch nicht entschieden. „Wir haben uns noch nicht wieder unterhalten. Aktuell gibt es wirklich Wichtigeres in unser aller Leben. Eine Vertragsverlängerung hat absolut keine Eile. Wir können in Ruhe abwarten und setzen darauf, dass das Coronavirus besiegt wird“, sagt Narusevicius. Die TSC-Akteure sollen sich anhand eines Trainingsplans auf Kurs halten. „Bis auf Schnellkraft oder Laufen ist aktuell nicht wesentlich mehr möglich. Jeder soll sich bei uns an den vorgegebenen Plan halten. Die Spieler sollten so verantwortungsbewusst sein und sich an den vorgegebenen Plan halten.“ Ansonsten gehen sie beim TSC davon aus, dass die Saison annulliert wird.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7377425?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514657%2F
Brandsatz vor Tönnies-Villa: Paar festgenommen
An dieser Zufahrt zum Anwesen der Familie Tönnies wurden die verdächtigen Gegenstände gefunden. Foto: Christian Althoff
Nachrichten-Ticker