Oberliga-Damen hoffen nach Saisonabbruch auf Klassenerhalt durch Härtefallantrag
Höxter und Brakel steigen auf

Kreis Höxter (WB). Mit Spannung hat der Tischtenniskreis Höxter/Warburg auf die Entscheidungen des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes (WTTV) und des Bezirkes Ostwestfalen-Lippe (OWL) über die Wertung der am 13. März abgebrochenen Saison gewartet. Nun herrscht etwas mehr Klarheit. Während die Herren aus Höxter und Brakel bereits jubeln dürfen, müssen die Damen aus Brakel und Daseburg noch um ihr Startrecht in der höheren Spielklasse bangen.

Freitag, 24.04.2020, 03:30 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 05:00 Uhr
Die Oberliga-Damen der DJK Adler Brakel um Mannschaftsführerin Claudia Schäfers (links) und Patricia Nitzsche hatten die Chance, zumindest einen Relegationsplatz zu erreichen. Foto: Sylvia Rasche
Die Oberliga-Damen der DJK Adler Brakel um Mannschaftsführerin Claudia Schäfers (links) und Patricia Nitzsche hatten die Chance, zumindest einen Relegationsplatz zu erreichen. Foto: Sylvia Rasche

TTV Höxter

Einer der größten Gewinner des Saisonabbruchs ist der TTV Höxter. Die Kreisstädter kehren nach einem Jahr in der Bezirksliga in die Landesliga zurück. „Wir sind sehr glücklich darüber, in der nächsten Saison wieder in der Landesliga aufschlagen zu dürfen“, freut sich Maik Engwer, der mit seiner Mannschaft den dritten Tabellenplatz belegt hatte. „Da die beiden Tabellenzweiten der Bezirksliga-Staffeln ihr Aufstiegsrecht nicht wahrgenommen haben, konnten wir nachrutschen“, berichtet er. „Der Aufstieg ist dennoch nicht unverdient. Nach einem holprigen Saisonstart mit 4:6-Punkten sind wir in den vergangenen dreizehn Spielen ungeschlagen geblieben und haben uns den Aufstieg hart erkämpft“, so Engwer. Mit Neuzugang Christian Richau, der vom SV Menne an die Weser wechselt, soll der Klassenerhalt geschafft werden.

DJK Adler Brakel

Die Herren der DJK Adler Brakel kehren nach zwei Jahren Bezirksklasse in die Bezirksliga zurück. „Für uns war der Abbruch der Saison trotz der noch möglichen Meisterschaft sicherlich nicht von Nachteil. In der spannenden Bezirksklasse haben wir zwar in der Hinrunde durch zwei Niederlagen etwas an Boden verloren, durch eine perfekte Rückrunde, unter anderem mit klaren 9:3-Siegen gegen Elsen III und Lemgo, dann aber den zweiten Tabellenplatz gesichert. Durch den Saisonabbruch bleibt uns nun der mögliche Gang in die Relegation erspart“, fasst TT-Abteilungsleiter Karsten Oeynhausen die Situation seines Teams zusammen.

Abgestiegen ist nach jetzigem Stand die erste Damenmannschaft der DJK Brakel. Der Oberligist steht nach 14 Spielen auf Rang neun und damit auf einem direkten Abstiegsrang. „Wir haben jedoch einen Härtefallantrag gestellt, da der Saisonabbruch für uns natürlich äußerst unglücklich ist“, berichtet Claudia Schäfers.

Zur Erklärung: Der Deutsche Tischtennisbund (DTTB) hat Mannschaften, die vom vorzeitigen Saisonabbruch besonders benachteiligt sind, die Möglichkeit eröffnet, im Rahmen eines Härtefallverfahrens doch noch in der höheren Spielklasse aufzuschlagen. „Das ist bei uns der Fall. Wir haben einen Punkt Rückstand auf Rang acht, jedoch auch ein Spiel weniger. Dazu wären noch die Spiele beim Achten aus Wickrath und auch gegen das Schlusslicht Düsseldorf ausgetragen worden. Wir hätten daher durchaus eine gute Chance gehabt, mindestens den Relegationsplatz zu erreichen“, beschreibt die Mannschaftsführerin die Situation.

TTV GW Daseburg

Ungewiss ist noch die kommende Spielklasse der Damen des TTV Daseburg. Nach einer starken Saison, die auf Rang zwei abgeschlossen wurde, hoffen die Grün-Weißen weiter auf den Aufstieg. „Der Meister der Verbandsliga steigt auf. Die restlichen Mannschaften müssen Wildcards beantragen. Das haben wir gemacht und müssen jetzt warten, ob der Aufstieg am grünen Tisch gelingt“, erklärt Mannschaftsführerin Gaby Daly. Sollten die Damen tatsächlich den Sprung in die NRW-Liga schaffen, hofft sie auf eine personelle Verstärkung ihres Teams. „Wir suchen noch eine starke Spielerin, um uns im Aufstiegsfall auch langfristig in der NRW-Liga etablieren zu können“, blickt Daly voraus.

1. FC Bühne

Der Herren-Landesligist 1. FC Bühne wird in der nächsten Saison einen neuen Anlauf zum Verbandsliga-Aufstieg starten. Durch den Saisonabbruch sind die Aufstiegsträume der Alsterdörfler geplatzt. „Grundsätzlich ist der Abbruch natürlich richtig – die Gesundheit geht vor. Sportlich ist es für uns sehr schade, da wir eine echte Chance, zumindest auf Rang zwei, hatten“, sagt Markus Klare, TT-Abteilungsleiter und Kapitän des 1. FC Bühne. „Wir müssen so oft wie möglich komplett antreten, dann sollten unsere Chancen wieder gut stehen“, schaut er auf die Serie 2020/2021.

SV Menne

Für den SV Menne geht es auch in der kommenden Saison in der Herren-Verbandsliga weiter. „Durch den Saisonabbruch haben wir den sechsten Rang erreicht. Trotz dieses Tabellenplatzes war der Klassenerhalt bei nur zwei Punkten vor dem Relegationsplatz bis zum Schluss nicht sicher. Daher haben wir in gewisser Weise vom Saisonabbruch profitiert. Die letzten vier Spiele hätten wir ausschließlich gegen direkte Konkurrenten und Aufstiegsaspiranten gehabt, da hätten wir den Blick wohl weiterhin nach unten richten müssen“, berichtet Christian Richau. Ebenso wie der Ottbergener wird auch der im vergangenen Sommer gekommene Spitzenspieler Thomas Hoffmeister den Verein verlassen – ihn zieht es zum NRW-Liga-Aufsteiger Elsen.

Mit Leon Geminger (16/SV Bergheim) gibt es einen ersten Neuzugang in Menne. „Wir sind froh, dass er für die kommende Saison zusagt hat“, freut sich Mannschaftsführer Michael Koch. „Da ich nach dem Abstieg meiner Mannschaft in die Landesliga gerne weiter in der Verbandsliga spielen möchte, ist der SV Menne eine gute Chance, mich sportlich weiterzuentwickeln“, sagt Geminger, der in Menne im mittleren Paarkreuz aufschlagen wird.

TuS Bad Driburg

Sicher abgestiegen sind die Verbandsliga-Damen des TuS Bad Driburg II. Die Badestädterinnen hatten am Ende einen Punkt Rückstand auf das rettende Ufer. Angesichts des Restprogramms war der Klassenerhalt jedoch für die erst zu dieser Saison aufgestiegenen Damen kaum erreichbar.

SV Bergheim

Nach sechs Jahren in der Herren-Verbandsliga muss der SV Bergheim den Gang in die Landesliga antreten. Die gesamte Saison von personellen Problemen gebeutelt, kam der Abstieg nicht überraschend – zuletzt hatten die Emmerstädter lediglich noch eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt, den sie jetzt endgültig nicht mehr schaffen können.

Ein Blick voraus

„Wir haben alle Lust, unseren schönen Sport wieder betreiben zu können. Es ist momentan einfach schade, dass wir nicht an der Platte stehen können“, fasst Bühnes Markus Klare unabhängig von Tabellenplatzierungen und Aufstiegen zusammen.

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