Fußball: Der SV Höxter ist zurück in der Bezirksliga
Eine konstante Einheit

Höxter (WB). Es gibt viele Titelträger in dieser Zeit, die als Corona-Meister bezeichnet werden. Wären wirklich alle nicht auf einem normalen Weg Tabellenerster geworden? Beim SV Höxter lässt sich diese Frage schnell beantworten. Die Kreisstädter marschierten dominant durch die A-Liga-Saison 2019/2020. Ein Rückblick mit Trainer Uwe Beck.

Dienstag, 14.07.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 05:00 Uhr
Die starke Offensive des SV Höxter macht den Unterschied: 96 Treffer haben die Kreisstädter (Mitte: Torjäger Nico Trepschick) in 18 Saisonspielen erzielt und hätten bei normalem Saisonverlauf die 100er-Marke geknackt. Foto: Rene Wenzel
Die starke Offensive des SV Höxter macht den Unterschied: 96 Treffer haben die Kreisstädter (Mitte: Torjäger Nico Trepschick) in 18 Saisonspielen erzielt und hätten bei normalem Saisonverlauf die 100er-Marke geknackt. Foto: Rene Wenzel

„Je länger die Saison fortgeschritten war, umso konstanter wurden wir. Außerdem passte es im Großteil der Partien auch spielerisch. Ein ganz wichtiger Punkt war der Zusammenhalt dieser Truppe. Das war einfach extrem viel Wert“, sagt der SVH-Trainer. Damit spielt Beck auch auf gemeinsame Stunden in den Höxteraner Bürgerstuben an, die jeden Sonntag mit zum festen Programm gehörten. Das Team schweißte sich so noch mehr zu einer Einheit zusammen.

96 Tore in 18 Spielen

Den TuS Bad Driburg durfte man aber nie so richtig aus den Augen verlieren. Auch in der Endabrechnung fehlten dem Team von Dennis Hustadt nur drei Punkte. Trotzdem galt Höxter schnell aus Aufstiegsfavorit Nummer eins. Und das mit einer Offensive, die es so nur selten in der A-Liga gab. 96 Tore standen nach 18 Partien auf dem Konto der Rot-Weißen. Der Angriff um 29-Tore-Mann Nico Trepschick und Tempo-Macher Lucas Balch (20 Treffer) überzeugte dabei besonders.

Einzige Niederlage gegen Driburg

Die Mannschaft ließ sich von der einzigen Liga-Niederlage gegen den TuS Bad Driburg am 28. August (1:2) nicht umwerfen. Auch die überraschenden Unentschieden beim SV Bonenburg (1:1) und SG Scherfede-Rimbeck-Wrexen (2:2) warfen die Höxteraner nicht um. Überzeugende Siege gegen den Warburger SV (5:1) und beim TuS Vinsebeck (4:1) brachten den SVH im Oktober wieder zurück auf die richtige Bahn. Und Anfang November folgte ein Spiel, das Beck als Saison-Höhepunkt bezeichnet – das Derby gegen den FC Stahle.

Derbysieg gegen Stahle

„Gewinnst du solche engen Spiele in dieser Art und Weise, dann macht das etwas mit einem und es wirkt sich sehr positiv auf den Saisonverlauf aus“, so Beck. Gegen Stahle lag der SVH schon nach 35 Minuten mit 3:0 in Front. Der Gast kam nochmal zurück und stellte die Weichen auf Remis. Als sich die Zuschauer schon mit der verdienten Punkteteilung rechneten, zückte Jannis Ortmann einen Zauberfreistoß in der Nachspielzeit aus dem Fußgelenk. „Derby-Siege vor prächtiger Kulisse und unter Flutlicht finde ich schon extrem cool“, meint der SVH-Trainer.

Nach diesem bedeutenden Sieg holten die Rot-Weißen weitere neun Punkte in den verbleibenden drei Spielen vor der Winterpause. Die Meisterschaft war in Reichweite und fest eingeplant.

Doch im neuen Jahr ging es bis auf sieben Freundschaftsspiele nicht weiter. Lange wartete der Klub auf eine Antwort in der Aufstiegsfrage.

Bangen nach dem Abbruch

Am Ende können Beck und Co. gut mit der Entscheidung des Verbandes leben. „Direkt nach dem Abbruch und den Wochen, in denen sich abgezeichnet hat, wie die Saison gewertet wird, hat es sich definitiv komisch angefühlt. Wir haben es mittlerweile im Rahmen des Erlaubten krachen lassen - da kommt dann schon Freude auf. Der Aufstieg ist über einen längeren Zeitraum erarbeitet und ohne jeden Zweifel auch hochverdient“, sagt der Meister-Coach.

Beim Blick auf die Tabelle und die Situation im oberen Abschnitt blickt Beck noch auf den Verlauf bei den anderen Top-Klubs der A-Liga. Sein Fazit: „Der TuS Bad Driburg wäre bei normalem Saisonverlauf der ärgste Konkurrent geblieben.  Die SG Kollerbeck/Rischenau hat in meinen Augen eine richtig gute Runde gespielt. Der Warburger SV hat eine klare spielerische Linie verfolgt. Der FC Stahle hat eine gute Mannschaft, aber die Konstanz hat ihnen gefehlt. Gegen Vinsebeck ist es immer unangenehm zu kicken, wenn sie ihren Fußball durchdrücken.“

Außergewöhnliche Mentalität

Klar ist am Ende: Die Bezirksliga ist für den SVH die richtige Klasse nach dieser Saison. „Wir sind aufgestiegen, weil wir einen sehr starken Kader hatten, den besten Fußball gespielt haben und unsere Truppe eine außergewöhnlich gute Mentalität besitzt“, macht Beck deutlich. Und die Neuverpflichtungen bereiten dem Klub überhaupt gar keine Bauchschmerzen, dass es schnell wieder zurück in die Kreisliga gehen könnte.

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