Dieter Attelmann, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses, im Gespräch
„Die A-Liga wird in zwei Staffeln geteilt“

Kreis Höxter (WB/syn). In der Fußball-Kreisliga A Höxter wird es in der kommenden Saison zwei Staffeln sowie eine anschließende Meister- und Abstiegsrunde geben. Das hat der Kreisfußballausschuss in seiner jüngsten Sitzung entschieden. Außerdem findet die Arbeitstagung der Vereine erstmals in einem Stadion statt. Im Gespräch mit Redakteurin Sylvia Rasche erklärt Ausschuss-Chef Dieter Attelmann die wichtigsten Neuerungen.

Donnerstag, 23.07.2020, 10:57 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 11:00 Uhr
Der TuS Vinsebeck (hier: Christoph Böddeker) und der Warburger SV (Max Multhaupt) treffen sich in der neuen Saison in der Gruppenphase der Kreisliga A wieder. Foto: Sylvia Rasche
Der TuS Vinsebeck (hier: Christoph Böddeker) und der Warburger SV (Max Multhaupt) treffen sich in der neuen Saison in der Gruppenphase der Kreisliga A wieder. Foto: Sylvia Rasche

 

Herr Attelmann, Sie haben im Kreisfußball-Ausschuss erstmals wieder persönlich getagt. Wie war die Atmosphäre?

Dieter Attelmann: Es hat gut getan, sich wieder direkt auszutauschen. Wir haben uns ja seit März immer nur telefonisch und in einer Videokonferenz abgestimmt. Mit dem nötigen Abstand ging das jetzt auch endlich mal wieder vor Ort in Bad Driburg.

Der Verband hat den Start der überkreislichen Fußballigen auf den 6. September datiert. Wie sieht es auf Kreisebene aus?

Attelmann: Wir schließen uns dem an und werden auch am 6. September mit den Herren-Kreisligen starten. Die Frauen beginnen am 20. September.

Es gab es in der vergangenen, abgebrochenen Saison nur Aufsteiger, keine Absteiger. Wie wirkt sich das auf die Kreisliga A aus?

Attelmann: Wir haben 18 Mannschaften in der A-Liga. Im Ausschuss waren wir uns schnell einig, dass wir diese 34 Spieltage mit einem Start im September nicht durchbekommen werden. Daher haben wir uns schließlich für die Teilung der Liga entschieden. Wir starten mit zwei Neuner-Staffeln, die nach dem Quotienten der abgebrochenen Vorsaison eingeteilt worden sind. Wir wollten nicht nach Nord- und Süd einteilen oder auch nicht losen, um es sportlich fair einzuteilen. Wir denken, dass der Quotient dabei die beste Lösung ist.

Bis Ostern sollen jeweils Hin- und Rückspiel stattfinden. Anschließend spielen die ersten vier Teams jeder Gruppe in der Meisterrunde weiter. Die letzten fünf Mannschaften der beiden Gruppen sind in der Abstiegsrunde gefordert. Dabei werden die Ergebnisse der Gruppenphase gegen die Mannschaften mitgenommen, die in der neuen Einteilung wieder gemeinsam in einer Runde spielen. Somit kommen wir nicht auf 34 Spieltage, sondern auf 26 für die Vereine in der Meisterrunde und 28 für die in der Abstiegsrunde.

Mögliche Entscheidungsspiele bei Punktgleichheit wird es dabei übrigens nicht geben. Wir werden unsere Regeln dahingehend ändern, dass bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählen wird.

 

Wird die A-Liga von 18 Mannschaften in Zukunft wieder auf 16 zurück gefahren?

Attelmann: Ja. Wir sind vom Verband angehalten, dieses schon in der kommenden Saison zu regeln. In der Spielzeit 2021/2022 soll die A-Liga damit wieder mit 16 Mannschaften an den Start gehen. Das bedeutet, dass wir mindestens vier Absteiger ausspielen müssen. Im schlechtesten Fall würden es bis zu sechs Absteiger.

 

Welche Auswirkungen gibt es auf die B- und C-Ligen in der neuen Saison?

Attelmann: Die B-Ligen bestehen weiter aus jeweils 16 Mannschaften und spielen eine normale Saison mit Hin- und Rückrunde. Dabei kann es noch sein, dass Hembsen und Erkeln eine Spielgemeinschaft eingehen und damit eine der beiden Staffeln nur mit 15 Mannschaften an den Start geht. In dieser Ausnahmesaison dürfen Spielgemeinschaften bis vier Wochen vor Saisonstart gemeldet werden. Insgesamt haben wir 102 Herrenmannschaften und damit sogar eine mehr als im Vorjahr. In den C-Ligen wird es wider vier Staffeln geben.

Vor Saisonbeginn lädt der Kreisvorstadt traditionell zur Arbeitstagung mit allen Vereinen. Wird es diesen Präsenztermin auch in Corona-Zeiten geben?

Attelmann: Ja. Wir haben uns dafür entschieden. Die Arbeitstagung wird am Donnerstag, 6. August, im Dringenberger Burgstadion stattfinden. Dort gibt es auf der Tribüne Sitzschalen. Wir können also jeweils zwei Plätze frei lassen und so den Abstand wahren. Jeder Verein wird gebeten, nur einen Vertreter zu schicken. Bei schlechtem Wetter besteht die Möglichkeit, in die Stadthalle auszuweichen.

Wie sehen die Planungen bezüglich des Kreispokals aus? Normalereise werden Ende Juli schon die ersten Runde des Pokals ausgespielt. Aktuell gibt es aber nicht mal einen Pokalsieger der Vorsaison?

Attelmann: Wir hoffen, zwei Runden des neuen Pokals im September spielen zu können. In der Vergangenheit hatten wir dort oft Wochenspieltage in den Kreisligen angesetzt. Die würden jetzt wegfallen. Die Auslosung werden wir während der Arbeitstagung im Burgstadion durchführen. Was den Pokal der Vorsaison angeht, streben alle Verantwortlichen eine sportliche Lösung an. Wir müssen im September unsere Vertreter für den Westfalenpokal melden. Sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern sind wir im Halbfinale angekommen und könnten die beiden Runden sogar noch im August spielen.

Zum Abschluss noch ein Ausblick auf den Winter: Wie wahrscheinlich ist in Corona-Zeiten Hallenfußball.

Attelmann:Wir sind erst mal froh, wenn wir draußen wieder den geregelten Spielbetrieb aufnehmen können. Daher haben wir auch schon jetzt die Hallenkreismeisterschaften der Damen und die der Herren, die wir nach längerer Pause eigentlich wieder einführen wollten, abgesagt.

Die A-Liga-Staffeln

 

Gruppe 1

TuS Bad Driburg

SG Kollerbeck/Rischenau

FC Stahle

FC Germete/Wormeln

SG Altenbergen/Vörden

SV Bonenburg

SSV Würgassen

SV Brenkhausen/Bosseb.

SG Bühne/Körbecke

 

Gruppe 2

Warburger SV

TuS Vinsebeck

TIG Brakel

SG Scherfede/R/W

SuS Gehrden/Altenh.

SV Albaxen

FC Neuenheerse/Herbr.

TuS Lüchtringen

SV Bredenborn

 

 

Ein Kommentar von Sylvia Rasche

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Das wird bei den Entscheidungen, die der Kreisfußballausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat, deutlich. Die höchste Kreisliga, die A-Liga, wird geteilt und spielt erstmals in der Geschichte des Kreises in zwei Gruppen à neun Teams und einer anschließenden Meister- und Abstiegsrunde. Was auf den ersten Blick verwundern mag, ist auf den zweiten Blick gut durchdacht.

Wie viel Stress eine Amateur-Fußballliga mit 18 Mannschaften für die Clubs bedeuten kann, haben nicht zuletzt die heimischen Bezirksligisten viel zu oft zu spüren bekommen – und die hatten ihre Meisterschaft dabei jeweils schon Mitte August gestartet, also gut und gerne drei Wochen vor dem aktuellen Start. Bei nur vier Kunstrasenplätzen unter den 18 Vereinen wäre es eine nahezu unlösbare Aufgabe, 34 Spieltage auszutragen. Da ist die nun beschlossene Teilung der Liga eine sinnvolle Alternative. Sylvia Rasche

 

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