Meine Corona-Pause: Godelheimer Christoph Dohmann ist einer der schnellsten Läufer im Kreis Höxter
Ruderboot und Rennrad

Godelheim (WB) -

Christoph Dohmann liebt den Wettkampf. „Ich habe zwar auch gelernt, mich im Training zu quälen. Aber Bestzeiten bin ich da noch nie gelaufen“, sagt der Godelheimer. Er ist einer der schnellsten Zehn-Kilometer-Läufer des Kreises Höxter – dabei ist er erst seit fünf Jahren regelmäßig auf der Laufstrecke unterwegs.

Dienstag, 17.11.2020, 16:47 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 16:50 Uhr
Die neue Bestzeit steht: Gleich mehrfach in Folge hat Christoph Dohmann beim Paderborner Osterlauf seine persönliche Bestmarke über zehn Kilometer ausgebaut Aktuell steht sie bei 33:10 Minuten. Damit ist der Godelheimer einer der schnellsten Athleten des Kreises Höxter.
Die neue Bestzeit steht: Gleich mehrfach in Folge hat Christoph Dohmann beim Paderborner Osterlauf seine persönliche Bestmarke über zehn Kilometer ausgebaut Aktuell steht sie bei 33:10 Minuten. Damit ist der Godelheimer einer der schnellsten Athleten des Kreises Höxter. Foto: Jörn HANNEMANN

 

Mit einigen Kollegen des Höxteraner Rudervereins bereitete sich Christoph Dohmann 2015 auf den Höxteraner Firmenlauf vor, nahm dafür auch am Volkslauf des TuS Amelunxen teil. „Ich bin auf Anhieb in 41:13 Minuten Fünfter der Gesamtwertung geworden“, berichtet Dohmann und hatte damit einen neuen Sport für sich entdeckt. Nur ein halbes Jahr später lief er beim Osterlauf in Paderborn schon 38:29 Minuten über zehn Kilometer, ein weiteres Jahr später 35:08. Die aktuelle Bestzeit von 33:10 Minuten stellte er beim Osterlauf 2019 auf – und wollte 2020 eigentlich noch ein bisschen schneller unterwegs sein. Doch dann kam Corona. Zwar haben Läufer im Gegensatz zu Teamsportlern den Vorteil, ihr Hobby auch alleine ausüben zu können. Die Wettkämpfe fehlen allerdings auch ihnen.

Das ist besonders schade, da Christoph Dohmann gerade in guter Verfassung war. Seine 49:53 Minuten vom Silvesterlauf Werl - Soest ließen auf neue Bestzeiten auch über zehn Kilometer hoffen.

„Anfangs wurden die Zeiten schnell besser. Aber je besser sie wurden, desto schwerer wurde es auch, sie noch weiter zu steigern“, erzählt der talentierte 22-Jährige, der beim Triathlon am Godelheimer See im vergangenen Jahr den dritten Platz der Gesamtwertung belegte und damit auch seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte.

Nach den vielen Laufabsagen stellte Christoph Dohmann, der seit 2019 für die Non-Stop-Ultra Brakel an den Start geht, sein Training um. Nicht mehr 50 bis 60 Kilometer die Woche, sondern nur noch 30 Kilometer absolvierte er laufend in der Natur, dafür kamen das Rennrad und das Ruderboot wieder stärker zum Einsatz. „Ich mache alle drei Sportarten sehr gerne und bleibe dabei auch gerne flexibel. Allerdings lag der Fokus in den vergangenen Jahren doch eher beim Laufen“, berichtet Dohmann, der zweimal in Folge Gesamtsieger des Hochstift-Cups geworden ist und gerne 2020 den dritten Sieg in Serie gefeiert hätte.

Mit elf Jahren begann er beim Ruderverein Höxter mit dem Training. „Da habe ich gelernt, strukturiert zu trainieren. Das hat sich später auch beim Laufen ausgezahlt, berichtet der Godelheimer. Auf dem Wasser fühlte er sich sofort wohl, nahm 2011 an seiner ersten Regatta teil und ging auch 2019 noch in Würzburg bei einer Regatta auf dem Main an den Start. „Ich habe den Kontakt zum Ruderverein immer gehalten und bin zwar seltener als früher, aber doch noch regelmäßig dabei“, erzählt der Lehramtsstudent (Mathe und katholische Religion). Außerdem spreche das Rudern als Ausgleich zum Laufen auch andere Muskelgruppen an.

Insgesamt hat er in diesem Jahr bisher 5700 Kilometer auf dem Rad, 650 Kilometer im Boot und 2000 Kilometer als Läufer absolviert. „Ich habe weiterhin sechsmal die Woche Sport getrieben, auch wenn die Wettkämpfe fehlten“, erzählt Dohmann, der sich zudem im Vorstand der Blaskapelle Godelheim engagiert.

Kurz gefragt

Lauf- oder Krafttraining: Das ist für mich als Läufer eine einfache Frage. Ich bin sehr gerne in der Natur unterwegs und treibe Sport lieber draußen als im Fitnessstudio. Ein paar Stabi-Einheiten auf der Matte zu Hause gehören aber auch dazu.

Bringdienst oder selber kochen: Ich koche selber und lasse mich auch gerne zu Hause von der Familie bekoche. Dabei achte ich auf gesunde Ernährung. Trotzdem esse ich zwischendurch auch gerne mal ein Stück Kuchen.

Podcast oder Buch:Inzwischen höre ich gerne Podcasts, weil das Angebot immer größer und besser wird. Ich habe zwar keinen Lieblingspodcast, höre aber gerne etwas aus den Bereichen Sport und Politik.

Playstation oder Netflix: Playstation, weil man da auch digital seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann und auch online mit anderen spielen kann.

Spotify oder Radio:  Ich höre gerne Radio. Allerdings nicht beim Laufen oder Radfahren. Dann lasse ich mich zu sehr vom Training ablenken. Da bin ich am liebsten ohne Musik unterwegs.

Lieblingsinternetseite:Strava. Das ist ein soziales Netzwerk für Sportler. Man kann seine Trainingsleistungen hochladen und mit anderen teilen. Wenn man eigene Segmente anlegt, kann man sich mit anderen messen. Das ist gerade jetzt in der Coronazeit, in der die realen Wettkämpfe ja nicht stattfinden, interessant.

Sportlerbiografie:Ich hatte nie einen berühmten Sportler als Vorbild. Mich begeistern viel mehr die vielen Sportler, die seit Jahrzehnten aktiv sind und ihren Sport aus purem Spaß betreiben und nicht, um irgendwelche Ziele erfüllen zu müssen. Das wünsche ich mir auch für mich: Dass ich in 30 oder 40 Jahren noch Spaß am Sport habe.

Corona-Rituale: Ich habe im ersten Lockdown angefangen, mir selbst das Posaunespielen beizubringen. Ich spiele in der Blaskapelle Godelheim Schlagzeug und wollte noch ein zweites Instrument lernen. Da man ja nicht gemeinsam proben oder Unterricht nehmen durfte, habe ich die Sache selbst in Angriff genommen. Das hat ganz gut geklappt und macht Spaß.

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