Meine Corona-Pause:Benjamin Petermichl, Schiedsrichter im Sportkreis Höxter, muss nach einer erneuten Operation am linken Knie wieder pausieren
„Fühle mich wie ein Kreuzband-Profi“

Godelheim -

Benjamin Petermichl lernt eigentlich als Schiedsrichter die Sportplätze des Kreises Höxter kennen. Doch in der Corona-Pause zieht es den 33-Jährigen viel mit seiner zukünftigen Frau Lena Hülkenberg und Tochter Leonie durch die Heimat. Mit dem Fahrrad. Bis jetzt. Denn der Winter und eine Operation stoppen die Ausflüge.

Montag, 25.01.2021, 04:37 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 09:06 Uhr
Alles im Blick: Beim Freundschaftsspiel von Phönix Höxter gegen den MTV Markoldendorf kommt Benjamin Petermichl (links) noch einmal Ende August als Schiedsrichter zum Einsatz. Wenige Wochen später ist nach einer Operation am linken Knie eine lange Pause angesagt.
Alles im Blick: Beim Freundschaftsspiel von Phönix Höxter gegen den MTV Markoldendorf kommt Benjamin Petermichl (links) noch einmal Ende August als Schiedsrichter zum Einsatz. Wenige Wochen später ist nach einer Operation am linken Knie eine lange Pause angesagt. Foto: Friederike Rauchmann

„Wir haben für uns als Familie das Radfahren entdeckt. Wir waren im Kreis beispielsweise bis nach Rheder und auch in der Nähe von Holzminden bis nach Polle unterwegs. Ich habe so auch Sportplätze kennengelernt, die ich vorher noch gar nicht kannte – zum Beispiel den in Bremerberg“, sagt Petermichl. Die junge Familie verbindet die Touren auch gleich mit mehreren Spielplatzbesuchen. Für die vierjährige Leonie immer eine tolle Abwechslung. Mit dem Auto inklusive Fahrradträger unternehmen die Neu-Godelheimer auch Ausflüge in andere Regionen. Doch nur ums Reisen dreht sich das vergangene Jahr nicht.

Benjamin Petermichl unternimmt in der Corona-Pause viele Radtouren mit seiner Familie.

Benjamin Petermichl unternimmt in der Corona-Pause viele Radtouren mit seiner Familie. Foto: privat

Bereits in den ersten Monaten beginnt die Umbauphase des im Dezember 2019 gekauften Hauses. Die Renovierungsarbeiten ziehen sich durch das komplette Jahr. Und das mit etwas mehr Eigenleistung als eigentlich vorgesehen. Denn für Petermichl ändern sich die beruflichen Planungen aufgrund der Corona-Pandemie komplett. Für die Reise nach China im Frühjahr ist alles vorbereitet. Doch der Virus-Ausbruch macht einen dicken Strich durch den zweiwöchigen Trip nach Asien. Für den Industriemechaniker rückt kurz ein Auftrag in Ägypten in den Fokus. Doch auch die Reise nach Afrika im Auftrag einer Maschinenbau-Firma aus Beverungen findet nicht statt. „Wir sind dann in die Schichtarbeit gewechselt. Zudem war der Kindergarten zu und wir mussten die Betreuung unserer Tochter übernehmen“, sagt Petermichl.

Sportlich läuft es für den 33-Jährigen nach der ersten Zwangspause ganz normal weiter. Das bis dato und vorerst auch letzte Spiel leitet der Schiedsrichter am 1. September – das Testspiel zwischen dem Bezirksligisten SV Höxter und dem Landesligisten FC Nieheim. Danach zieht sich der gebürtige Berliner aus dem heimischen Fußballgeschäft zurück.

Nur knapp zwei Wochen nach dem Vorbereitungsspiel entnehmen Ärzte ihm Knochen aus dem Becken und füllen damit die Löcher im Knie. Denn schon zum dritten Mal reißt sich der frühere Spieler des VfB Beverungen nach 2005 zweimal im Jahr 2012 das vordere Kreuzband. Über acht Jahre geht es ohne weiteren Eingriff gut. Doch vorletzte Woche Mittwoch folgt die nächste Operation am linken Knie. An diesem Montag kommen die Klammern raus, danach trägt Petermichl eine beweglich Schiene.

„Ich fühle mich mittlerweile schon etwas wie ein Kreuzband-Profi. Ich kann nach dem dritten Eingriff nur allen anderen Betroffen die Spezialisten in Baunatal empfehlen“, betont der 33-Jährige, der in Jakobsberg aufgewachsen ist. Vor ihm liegt jetzt ein langer Weg bis zum ersten Einsatz als Schiedsrichter nach der Verletzungspause. Ein Comeback in diesem Jahr ist für den Godelheimer ausgeschlossen. „Ich peile die Rückrunde der kommenden Saison an – also Anfang 2022. Auf Hallenturniere werde ich im nächsten Jahr verzichten. Das ist einfach zu riskant nach den vielen Knieverletzungen“, sagt Petermichl. Den heimischen Fußball verliert er nicht aus den Augen. Und das liegt auch an seiner Verlobten Lena Hülkenberg. Die 26-Jährige spielt für den SV Ottbergen/Bruchhausen in der Landesliga.

„In unserem Leben dreht sich sehr viel um Fußball“, sagt der Fan des VfL Bochum. Eigentlich will der 33-Jährige seine Lena in diesem Jahr heiraten. Doch aufgrund der Pandemie verschiebt sich der Termin. „Wir wollen nicht das Risiko eingehen, unter strengen Auflagen zu feiern. Und wir möchten auch nicht, dass die Gäste wahrscheinlich alle eine Maske tragen müssen. Wir hoffen, dass wir 2022 heiraten können“, sagt Petermichl. Dann auch bestimmt ohne Krücken.

Kurz gefragt

Kraft- oder Lauftraining: Wenn es gesundheitlich wieder geht, bevorzuge ich das Joggen. Ich bin aber nicht so der Dauerläufer und drehe gerne mal zusammen mit meiner Freundin eine Runde.

Bringdienst oder selber kochen: Wir kochen schon mehr selber und sind große Freunde von der Internetseite Chefkoch.de. Sicherlich gibt´s auch mal etwas Schnelles aus der Tüte, aber zu 90 Prozent greifen wir auf selbstgekochtes Essen zurück. Natürlich bestellen wir auch mal etwas und unterstützen damit die heimischen Gastronomen. Zum Beispiel, wenn Freunde mal zu Besuch kommen und wir dann Fußball gucken.

Playstation oder Netflix: Ich bin eigentlich eher der Zocker. Aber durch unsere Tochter bleibt dafür nicht mehr so viel Zeit. Und ich möchte meine Freizeit auch nicht dafür verschwenden. Abends genießt man auch mal die Zweisamkeit vor dem Fernseher auf dem Sofa.

Podcast oder Buch: Mich können beide Sachen nur schwer begeistern. Ich höre zwar mal in einen Podcast wie „Einfach mal Luppen“ von den Brüdern Toni und Felix Kroos rein, warte aber nicht permanent auf neue Folgen. Manchmal bekomme ich auch verschiedene Empfehlungen von Kollegen.

Spotify oder Radio: Bei mir läuft so gut wie nie das Radio. Ich schalte nur selten mal Radio Hochstift ein. Über die lokalen Nachrichten wird man auch schnell über Facebook oder Instagram informiert. Bei mir läuft daher fast nur Spotify. Das lässt sich im Auto und zu Hause ganz schnell verbinden.

Lieblingsseite im Internet: Ich gucke immer mal wieder in die Kicker-App oder auf Fussball.de, wenn der Spielbetrieb läuft. Da kann man immer ganz gut sehen, wie es so beim Heimat- sowie Ortsverein oder Freunden in den jeweiligen Ligen läuft.

Sportlerbiografie: Vor zwei, drei Monaten habe ich die Biografie von den US-amerikanischen Fußballerin Megan Rapinoe bei einem Gewinnspiel gewonnen. Bisher habe ich das Buch aber noch nicht geöffnet. Dafür habe ich vor vielen Jahren mal die Biografie von Ex-Nationalspielerin Fatmire Alushi (geborene Bajramaj, Anm. d. Red.) gelesen.

Corona-Rituale: Ich habe deutlich mehr Zeit zu Hause mit meiner Familie verbracht, da ich beruflich nicht so viel ins Ausland reisen musste. Ich war echt froh über jede Minute, die ich mit Lena und Leonie zusammen verbringen konnte. Wir haben ganz viele Radtouren gemacht und Spielplätze erkundet.

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