Kreisrekord-Serie: Lüchtringer Christian Heine hält noch sechs alte Bestmarken
Mountainbike löst die Spikes ab

Lüchtringen -

Er ist der erste Einzel-Westfalenmeister aus Lüchtringen, hat zwei Bronzemedaillen bei Deutschen Meisterschaften gewonnen – aber gleich sein erstes offizielles Leichtathletik-Training verpasst. „Diese Geschichte erzählen wir uns noch heute“, lacht Christian Heine.

Mittwoch, 03.03.2021, 05:28 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 09:32 Uhr
Vom Leichtathleten zum Mountainbiker: Auch einen Alpencross hat der Lüchtringer Christian Heine schon absolviert.
Vom Leichtathleten zum Mountainbiker: Auch einen Alpencross hat der Lüchtringer Christian Heine schon absolviert. Foto: privat

Als Achtjähriger stand er im Oktober 1977 gemeinsam mit einigen Freunden vor der Turnhalle in Lüchtringen, um erstmals bei den Leichtathleten reinzuschnuppern. Doch ausgerechnet an diesem Tag fiel das Training aus. „Wir sind trotzdem wieder gekommen“, sagt der heute 51-Jährige, der schnell zu den besten Mittelstrecklern Westfalens aufsteigen sollte. „Aus unserer Trainingsgruppe ist zudem mein Freundeskreis entstanden. Fast alle Freunde und Bekannte waren auch bei den Leichtathleten aktiv“, berichtet Heine.

Bei den Westfälischen Waldlaufmeisterschaften in Herne 1981 holte er sich zusammen mit Uwe Heinemeier und Markus Wiegelmann den ersten Mannschaftstitel. Ein Jahr später ließ er den Titel im Einzel folgen.

Insgesamt sollte er bis 1992 elf Westfalenmeistertitel sammeln. „Den ersten Sieg mit der Mannschaft werde ich nie vergessen, weil er völlig unerwartet kam. Wir haben bei den A-Schülern gewonnen, obwohl wir eigentlich alle noch jünger waren“, blickt Heine zurück.

 

Keine Angst vor dem Schlamm: Christian Heine hat sich in seiner Zeit als Läufer auch abseits der Tartanbahnen wohl gefühlt „Cross bin ich am liebsten gelaufen“, stellt der 51-Jährige heraus.

Keine Angst vor dem Schlamm: Christian Heine hat sich in seiner Zeit als Läufer auch abseits der Tartanbahnen wohl gefühlt „Cross bin ich am liebsten gelaufen“, stellt der 51-Jährige heraus. Foto: Hans-Jörg Friedrich

Ein Jahr vorher hatte er zusammen mit Uwe Heinemeier, Bernd Holtkamp einen Kreisrekord über 3x1000 Meter der Schüler M11 aufgestellt. Eine von sechs Bestmarken des Lüchtringers, die auch heute noch aktuell sind. „Ich wusste gar nicht, dass unser alter Schülerrekord immer noch gilt. Aber es ist ja auch nicht so leicht, drei Jungs im gleichen Alter zusammen zu bekommen, die gut laufen“, sagt Christian Heine.

Trainer des erfolgreichen Talentschuppens war Hans-Jörg Friedrich, der sich auch heute noch in der Jugendarbeit der Leichtathletik-Freunde engagiert. „Die ganzen Titel und Medaillen, die wir in Lüchtringen im Laufe der Jahre gewonnen haben, sind vorwiegend sein Verdienst. Er hat uns alle individuell auf den Punkt vorbereitet. Wenn Meisterschaften anstanden, waren wir voll da“, erzählt Christian Heine.

Für ihn zählen neben seinen zwei DM-Bronzemedaillen jeweils mit der LFL-A-Jugendmannschaft 1986 und 1987 auch Platzierungen neben dem Treppchen. „Ich bin bei den Deutschen Meisterschaften in Vinsebeck Fünfter geworden. Daran erinnere ich mich gerne, weil sehr viele Bekannte und auch Verwandte an der Strecke standen“, berichtet Heine.

Ein wichtiger Jahres-Höhepunkt neben den großen Wettkämpfen sei auch stets das Trainingslager in den Osterferien gewesen. „Darauf haben wir uns manchmal mehr gefreut als auf die Sommerferien“, erzählt Christian Heine.

Trainer Hans-Jörg Friedrich hebt vor allem die Wettkampfhärte seines ehemaligen Athleten hervor. „Er hat im Wettkampf oft Läufer besiegt, die von den Zeiten her stärker einzustufen waren. Christians großes Plus war der Kampfgeist im direkten Duell.“ Das kam dem Lüchtringer natürlich vor allem auf der Crossstrecke zu Gute. „Ich bin sehr gerne Cross gelaufen. Mir haben auch die Rhythmuswechsel nichts ausgemacht“, erinnert sich Heine, der unter anderem zwei Kreisrekorde im Hindernislauf auf der Bahn hält.

Der Leichtathletik ist er treu geblieben, auch wenn er inzwischen aktiv nicht mehr so viel läuft, sondern lieber mit dem Mountainbike unterwegs ist. Einige Lüchtringer fahren aber regelmäßig gemeinsam als Zuschauer zu den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. „Das sind tolle Wochenenden, sowohl im Stadion als auch anschließend“, schmunzelt Christian Heine, der inzwischen auch zum Biathlon-Fan geworden ist. „Zwischen einem und drei Wettkämpfe im Jahr schaue ich mir mit Familie und Freunden live im Stadion an. Wir sind regelmäßig in Antholz und Ruhpolding und waren auch schon in Slowenien und Tschechien zum Biathlon“, berichtet der Bilanzbuchhalter.

Im Corona-Jahr müssen Heine und Co. allerdings vor dem Fernseher Platz nehmen, wenn sie die besten Biathleten der Welt verfolgen wollen. Nach Antholz hat es ihn auch im Sommerurlaub schon mal gezogen, um die Gegend mit dem Mountainbike zu erkunden. Einen Alpencross zum Gardasee hat er ebenfalls mit dem Rad unternommen. Das Bike hat sozusagen die Spikes ersetzt. „Ich bin auch jetzt in Corona-Zeiten viel mit dem Mountainbike unterwegs, allerdings nur draußen. Die Rolle ist nichts für mich“, sagt Christian Heine – alles andere wäre auch untypisch für einen passionierten Crossläufer.

 

Christian Heines Kreisrekorde

Männer 4x1500 Meter 16:27,73 Minuten Christian Heine, Volker Hildesheim, Dirk Fleischhauer, Tobias Gädicke, 1990 in Hamm

2000 Meter Hindernis Junioren U23 und Jugend U20 5:58,28 Minuten, 1988 in Lage

3x1000 Meter U23 Junioren und Jugend U20 7:39,02 Minuten Volker Hildesheim, Lars Fleischhauer, Christian Heine, 1988 in Frankfurt

400 Meter Jugend U18 52,53 Sekunden, 1986 in Detmold

1500 Meter Hindernis Jugend U18 4:37,1 Minuten, 1985 in Paderborn

3x1000 Meter Schüler-Staffel M11 10:18,3 Minuten Uwe Heinemeier, Bernd Holtkamp, Cristian Heine, 1980 in Bönen.

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