Meine Corona-Pause: Patrick Oestreich hat beim SV Kollerbeck erste Trainerstation im Frauenfußball angetreten
Trainingseifer beeindruckt den neuen Coach

Kollerbeck. -

Jeden Sonntag füttert Patrick Oestreich die App mit neuen Aufgaben. Auf Distanz hält der Trainer die Bezirksliga-Fußballerinnen des SV Kollerbeck fit – und freut sich über die enorme Beteiligung.

Samstag, 12.12.2020, 03:43 Uhr aktualisiert: 12.12.2020, 03:50 Uhr
Grün ist seine Farbe: Patrick Oestreich, Fan von Werder Bremen, hat beim Fußball-Bezirksligisten SV Kollerbeck seine erste Trainerstation im Frauenfußball übernommen. Zuvor war der ehemalige Landesligaspieler beim SC Manrode tätig.
Grün ist seine Farbe: Patrick Oestreich, Fan von Werder Bremen, hat beim Fußball-Bezirksligisten SV Kollerbeck seine erste Trainerstation im Frauenfußball übernommen. Zuvor war der ehemalige Landesligaspieler beim SC Manrode tätig. Foto: privat

 

„Manchmal glaube ich, dass ich die Spielerinnen eher bremsen muss, anstatt sie zu motivieren. Alle ziehen super mit. Ich bin schwer beeindruckt, welchen Trainingseifer die Mädels an den Tag leben“, sagt der Borgentreicher, der sein Amt in diesem Herbst angetreten hat und erstmals im Frauenfußball tätig ist. Allein im November trugen die SVK-Kickerinnen satte 986 Kilometer in die App ein, dazu kam noch das Work-out.

Auf dem Platz ist Patrick Oestreich als Trainer nach einem offiziellen Einsatz mit seinem neuen Team vom zweiten Lockdown ausgebremst worden, „Ich war aber schon vorher involviert“, sagt der 40-Jährige. In der Saisonvorbereitung hatte Raphael Föst das Training der Frauen übergangsweise übernommen. „Er spielt normalerweise in der Kollerbecker A-Liga-Mannschaft, war aber verletzt. Als die Verletzung überstanden war und er selber wieder ins Training eingestiegen ist, habe ich ihn schon mal unterstützt und war auch bei den Spielen dabei“, berichtet Patrick Oestreich. Seine Freundin Lara Föst war im Sommer vom Landesligisten Phönix Höxter zum Bezirksliga-Club gewechselt. „So kam der Kontakt zustande“, erzählt Oestreich, für den der SV Kollerbeck die zweite Trainerstation ist. „Der SVK ist ein toller Verein mit einer sehr familiären Atmosphäre. Das ist mir persönlich sehr wichtig und das war auch schon in Borgholz und Manrode so“, betont der 40-Jährige.

Von 2011 bis 2018 war er Spielertrainer beim SC Manrode, zuerst in der damaligen Warburger Kreisliga A und nach der Fusion der beiden Sportkreise in der B-Liga Süd. Noch immer ist er dort ab und zu bei den Alten Herren aktiv, hat seine eigene fußballerische Laufbahn ansonsten aber abgeschlossen. „Seit ich in Manrode in der ersten Mannschaft aufgehört habe, bin ich mehr Mountainbike gefahren. Das wird wohl jetzt wieder etwas weniger“, berichtet der ehemalige Landesligafußballer, der mit seiner Freundin in Bödexen wohnt.

 

Der Kapitän schreitet mit großen Schritten voran: Mit dem VfB Jordania Borgholz und später dem SV Borgholz/Natzungen hat Patrick Oestreich in der Landesliga und der Bezirksliga gespielt. Dieses Foto entstand im Bezirksliga-Derby gegen den TuS Vinsebeck im August 2006

Der Kapitän schreitet mit großen Schritten voran: Mit dem VfB Jordania Borgholz und später dem SV Borgholz/Natzungen hat Patrick Oestreich in der Landesliga und der Bezirksliga gespielt. Dieses Foto entstand im Bezirksliga-Derby gegen den TuS Vinsebeck im August 2006 Foto: Sylvia Rasche

Von seinem Heimatverein, dem VfR Borgentreich, war er als junger Spieler im Winter 2002 zum damaligen Bezirksligisten VfB Jordania Borgholz gewechselt und hatte mit dem Verein im zweiten Saisonteil den Meistertitel perfekt gemacht. Vier Jahre kickte das Team unter der Leitung von Burkhard Sturm anschließend in der Landesliga. „Das war eine schöne Zeit, in der ich fußballerisch sehr viel gelernt habe“, erinnert sich Patrick Oestreich, der sich in Borgholz von der Nachwuchskraft zum Kapitän entwickelte. Bis 2010 spielte er für den inzwischen fusionierten SV Borgholz/Natzungen. Seine damaligen Mitspieler Dominik Frewer und Andre Sima haben ihn später als Trainer nach Manrode gelotst. „Als sie mich gefragt haben, habe ich gedacht, ich probiere das einfach mal aus“, erinnert sich Patrick Oestreich. Daraus sind sieben Jahre geworden.

Jetzt hofft der Neu-Bödexer, dass er in Kollerbeck bald wieder durchstarten kann. „Wir sind sehr gut in die Saison gestartet und haben erst ein Spiel verloren“, erzählt der Coach. Das war das Topspiel in Delbrück und auch da sei für die Kollerbecker etwas drin gewesen. „Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft“, sagt Patrick Oestreich, der sich mit seinem Team unter den Top-Drei der Liga etablieren möchte.

Kurz gefragt

Lauf - oder Krafttraining: Ich bin auf jeden Fall der Läufer, obwohl ich das in meiner aktiven Zeit nie so gerne gemacht habe. Ich müsste auch öfter Krafttraining einbauen, aber da ist meine Motivation nicht so hoch.

Bringdienst oder selber kochen: Meine Freundin Lara und ich kochen sehr viel selbst vor allem thailändisch im Wok, probieren aber auch immer mal wieder was neues aus. Hin und wieder bestellen wir aber auch, um die Gastronomie in diesen Zeiten zu unterstützen.

Podcast oder Buch: Buch. Ich lese schon immer gerne und viel und das hat sich durch Corona nicht verändert. Am liebsten lese ich Thriller, gerne von Robert Ludlum.

Playstation oder Netflix: Überraschenderweise Playstation. Wir haben uns gerade eine zugelegt und spielen Fifa 21.

Spotify oder Radio: Definitiv Radio, hauptsächlich 1Live, vor allem wegen der Moderationen und der Musik, aber auch, um gut informiert zu sein in diesen Zeiten.

Lieblingsinternetseite: Spox.com. Das ist eine sehr gute Sportseite, die vor allem auch über den US-Sport ausführlich berichtet.

Sportlerbiografie: Claudio Pizarro. Werder-Legende und einer meiner absoluten Lieblingsspieler, dem ich als Werder-Fan auch den mehrmaligen Wechsel nach München nicht übel nehmen kann.

Corona-Rituale: In Manrode gibt es eine Dorf-Challenge, an der wir uns bisher immer beteiligt haben. Da muss man im und um das Dorf herum verschiedene Aufgaben lösen. Das ist eine sehr schöne Idee und lässt sich gut mit einem Spaziergang kombinieren.

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