Sa., 12.01.2019

Steinheims Trainer Jörg Harke wünscht sich neuen Handball-Boom »Chancen besser nutzen«

Trainer Jörg Harke stellt sein Team ein. Seit drei Jahren trainiert er den HC 71 Steinheim und will den Klassenerhalt schaffen. »Ich bin noch nie abgestiegen, weder als Spieler noch als Trainer«, sagt Harke und will diese Serie fortsetzen.

Trainer Jörg Harke stellt sein Team ein. Seit drei Jahren trainiert er den HC 71 Steinheim und will den Klassenerhalt schaffen. »Ich bin noch nie abgestiegen, weder als Spieler noch als Trainer«, sagt Harke und will diese Serie fortsetzen. Foto: Heinz Wilfert

Steinheim (WB). Die Handballer des HC 71 Steinheim schließen an diesem Sonntag ihre Hinrunde in der Bezirksliga ab. In der Vorsaison hatten die Emmerstädter den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag unter Dach und Fach gebracht. Daher sagte Trainer Jörg Harke (62), der selbst in der Bundesliga für den TBV Lemgo gespielt hat, eine schwere Saison voraus. WB-Mitarbeiter Heinz Wilfert hat mit dem Coach gesprochen.

 

Wie ist die Vorrunde aus Ihrer Sicht gelaufen?

Jörg Harke: Nach dem Pokalerfolg in Lage setzte es im ersten Spiel zu Hause gegen die HSG Blomberg eine Auftaktniederlage. Kein guter Einstieg. Wir haben sieben Punkte und stehen auf Platz elf. Da wir die beiden Tabellenletzten besiegt haben, haben wir ein kleines Polster nach unten. Trotzdem haben wir Punkte liegen lassen. In Lage am Sonntag hängen zwar die Trauben hoch. Eine Überraschung ist aber durch-aus möglich.

 

Wo lagen die Probleme?

Harke: Durch alters- oder berusfbedingte Abgänge hat der Verein Spieler wie Dirk Schröder, Florian Günther, Korbinian Festing, Daniel Nunne, Marcel Nun-ne, Stefan Kröger oder Timo Brändel seine komplette erste Mannschaft verloren. Selten konnten wir in Bestbesetzung antreten, häufig stand nur das letzte Aufgebot zur Verfügung. Mehrfach musste Torhüter Christian Rösler eingesetzt werden, der sich sogar als Torschütze bewährte. Dazu kamen längere verletzungsbedingte Ausfälle wie zuletzt von Maarten van der Heyden. Im Training konnte ich wegen der schwachen Beteiligung kaum Spielzüge einüben.

 

Wo muss sich der HC steigern?

Harke: Wir müssen unsere Chancen besser nutzen und in der Abwehr gut stehen. Spieler wie Christian Franzke und Maarten van der Heyden müssen Führungsaufgaben übernehmen.

 

Was fehlt Ihrem Team für eine bessere Platzierung?

Harke: Wir sind in vielen Situationen einfach noch nicht clever genug. Die Mannschaft spielt sich Chancen heraus. Durch technische Mängel und mangelnde Abschlüsse lassen wir die Punkte dann aber liegen. Man muss aber auch feststellen, dass andere Mannschaften personell besser besetzt sind als wir.

Was ist in der Rückrunde vom HC 71 zu erwarten?

Harke: Wir wollen schnell die nötigen Punkte holen. Wenn wir drei oder vier Siege holen, ist der Abstieg kein Thema. Zur Rückrunde wird Kai Schnittger aus Großenmarpe kommen, ein Linkshänder, der unserem Spiel gut tun wird. Mit dem erfahrenen Neuzugang Daniel Mense soll die Abwehr stabilisiert werden.

 

Die A-Jugend des HC Steinheim weckt Hoffnungen. Mehrere Jugendliche kamen bereits in den Spielen der ersten Mannschaft zum Einsatz? Wie lange dauert es noch, bis sie vollwertig eingesetzt werden können?

Harke: Einige dieser A-Jugendlichen haben bereits bei vielen Einsätzen Bezirksligaluft geschnuppert und können gut mithalten. Leon Vlaanderen und Lennart Brendel gehören zu denen, die eine sehr gute Entwicklung genommen haben.

 

Der Kreis Höxter ist keine Handballhochburg. Der HC Steinheim ist die letzte Herren-Mannschaft, die am Spielbetrieb teilnimmt. Gibt es Möglichkeiten, daran etwas zu ändern?

Harke: Handball müsste in den Schulen mehr gefördert werden. Die Vereine hätten dann die Möglichkeit, mit den Schulen zu kooperieren. Leider wird Handball oft als harter Sport verteufelt, was aber nicht so ist. Es gibt heute viele Möglichkeit der sportlichen Betätigung. Es ist einfacher, in ein Fitness-Studio zu gehen. Das ist schade, weil die Jungen so gar nicht erfahren, wie schön Sport in einer Mannschaft sein kann.

 

Gibt es den Trainer Harke auch in der nächsten Saison in Steinheim?

Harke: Der Vorstand hat signalisiert, dass er weiter mit mir planen will. Ich brauche aber auch eine Mannschaft, die Spaß hat und für den Handball brennt.

 

Die Handball-WM hat am Donnerstag mit einem klaren Auftaktsieg Deutschlands begonnen. Wer wird Weltmeister? Welche Chancen hat die deutsche Mannschaft?

Harke: Ich sehe keinen klaren Favoriten auf den WM-Titel. Für Deutschland sind der Druck und die Erwartungen im eigenen Land natürlich hoch. Wie schon beim Wintermärchen 2007, als Deutschland sensationell Weltmeister geworden ist, könnte wieder eine solche Euphorie ausbrechen. Mein Tipp: Die deutsche Mannschaft erreicht das Endspiel. Schön wäre es, wenn die Weltmeisterschaft im eigenen Land zu einem Boom führen würde, um mehr Jugendliche für Handball zu begeistern.

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