Fußball: Steinheimer Simon Struck kickt in der höchsten deutschen Spielklasse der U19 beim SC Paderborn
Erster Auftritt in der Bundesliga

Steinheim (WB). Im Trikot des SC Paderborn kickt Simon Struck schon seit der U15. An diesem Samstag feiert er trotzdem eine Premiere: Mit der U19 des SCP steht für den Steinheimer das erste Bundesligaspiel seiner Laufbahn in Bochum auf dem Programm.

Samstag, 19.09.2020, 04:00 Uhr
Hier auf dem Steinheimer Sportplatz hat alles angefangen: Mit gerade einmal vier Jahren begann Simon Struck bei den Minikickern des SV 21 Steinheim Fußball zu spielen. Foto: Greta Wiedemeier
Hier auf dem Steinheimer Sportplatz hat alles angefangen: Mit gerade einmal vier Jahren begann Simon Struck bei den Minikickern des SV 21 Steinheim Fußball zu spielen. Foto: Greta Wiedemeier

„Ich weiß noch gar nicht, ob ich spiele“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung Mitte der Woche. Nervös werde er erst am Spieltag selbst, auf der Busfahrt. Diese legt die Mannschaft immer gemeinsam zurück: „Manchmal auch mit dem Profi-Bus, da kann man seinen Sitz sogar zum Bett umfunktionieren“, gibt Simon einen kleinen Einblick. Sobald er dann aber zum ersten Mal Ballkontakt habe, lege sich auch die Nervosität wieder, wie der bekennende Dortmund-Fan aus langjähriger Erfahrung weiß.

Fußball hat er schon immer gerne gespielt. Erst zu Hause mit Vater Markus und den beiden großen Schwestern Lea und Hannah, dann bei den Minis des SV 21, bei den D-Junioren der Spvg 20 Brakel und schließlich seit der U15 beim SC Paderborn. „In Brakel haben wir damals dreimal in der Woche trainiert, zweimal im Verein, einmal in der Kreisauswahl“, erzählt der 17-Jährige. Inzwischen steht er nahezu täglich auf dem Fußballplatz.

Hinter dem Erfolg steckt viel Arbeit und ein hohes Maß an Disziplin: Simon besucht die Q2 am Gymnasium in Steinheim und hat jeden Tag bis in den Nachmittag hinein Unterricht. Eine gute halbe Stunde bleibt ihm dann, bevor er schon wieder im Zug nach Paderborn sitzt. „Wenn man Samstagabends im Bett liegt, weiß, dass die Freunde gerade feiern und vermutlich erst nach Hause kommen, wenn ich schon fast wieder aufstehen muss, ist es manchmal blöd“, räumt der 17-Jährige ein. Doch sobald er auf dem Platz steht, sei das vergessen. „Das Spielen macht mir unglaublich viel Spaß!“

Wirft man einen Blick auf seine aktuelle Mannschaft, entdeckt man neben Simon, der im zentralen Mittelfeld positioniert ist, einige, deren letzter Verein im nahen Delbrück oder Lemgo liegt, doch auch Spieler vom FC Schalke 04, vom VfL Bochum und Borussia Dortmund sind vertreten. „Wenn ich dann sage, dass ich von Brakel komme, wissen einige überhaupt nicht, wo das ist“, meint Simon schmunzelnd.

In der U19, die jüngst wieder in die A-Junioren-Bundesliga-West aufgestiegen ist, hat er einen Zwei-Jahres-Jugendvertrag unterschrieben. „Das macht einen schon stolz zu wissen, dass man in der höchsten Liga Deutschlands spielt“, gibt Simon zu. In dieser Altersklasse gibt es bereits einige Spieler mit Profi-Verträgen. Auch ein Spieler aus Simons Team hat im vergangenen Jahr einen solchen ergattern können: „Das ist natürlich ein Ansporn. Er hat es geschafft, also kann ich selbst das auch schaffen.“

Es ist ein ständiger Wechsel im Team: Neue Spieler kommen, andere müssen gehen und in jeder Saison findet man sich mit einer neu gemischten Mannschaft zusammen. Nur noch eine gute Handvoll derjenigen, die damals mit ihm in der U15-Regionalliga in Paderborn angefangen haben, sind auch heute noch da. „Fußball ist so schnell, da kann man nie groß was über die Zukunft sagen“, weiß auch Simon. Und deshalb schaut er sich mit Unterstützung aus den Reihen des Vereins aktuell auch nach einer Ausbildung im Sportbereich um – ein Plan B kann schließlich nie schaden.

Und wenn er dann an diesem Samstag um kurz vor elf Uhr mit der Rückennummer 26 auf das Spielfeld in Bochum läuft, wird auch seine Steinheimer Familie unter den erlaubten 300 Zuschauern vertreten sein – denn ohne deren Rückhalt ist es als Nachwuchstalent kaum möglich, seinen Traum in die Tat umzusetzen. Und wer weiß, vielleicht wirft Profi-Trainer Steffen Baumgart, der ab und an beim Nachwuchs-Training zusieht, ja schon bald auch einen Blick auf den jungen Steinheimer.

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