Reiten und Triathlon: Rebecca Binnie-Pott ist vielseitig erfolgreich
„Manni“ und das Olympia-Ticket

Eichholz -

Dressurreiten, Marathon und Triathlon scheint auf den ersten Blick als ungewöhnliche Kombination für einen Sportler. Doch Rebecca Binnie-Pott macht es auf höchstem Niveau vor. Die Steinheimerin zählt seit Jahren zu den besten Dressurreitern im Kreis Höxter. Seit einiger Zeit betreibt die 38-Jährige gemeinsam mit ihrem Ehemann Marcus Pott zudem erfolgreich Extrem-Ausdauersport.

Mittwoch, 18.11.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 11:54 Uhr
Extrem sportlich: Das Ehepaar Marcus Pott und Rebecca Binnie-Pott aus Steinheim-Eichholz betreibt seit einigen Jahren erfolgreich Ausdauersport. Rebecca, hier mit Dressurpferd „Sa Calobra“, ist seit ihrer Kindheit zudem im Reitsattel aktiv.
Extrem sportlich: Das Ehepaar Marcus Pott und Rebecca Binnie-Pott aus Steinheim-Eichholz betreibt seit einigen Jahren erfolgreich Ausdauersport. Rebecca, hier mit Dressurpferd „Sa Calobra“, ist seit ihrer Kindheit zudem im Reitsattel aktiv. Foto: Lena Brinkmann

Vor der großzügigen Terrasse des schmucken Resthofes in Steinheim-Eichholz steht ein überdimensionales Laufband. Faszinierend. Denn auf dem breiten, schwarzen Laufgurt kommt nicht etwa einer der zweibeinigen Hofeigentümer ins Schwitzen. Die zierliche braune Stute „Ginella“ absolviert an diesem milden Novembernachmittag ihre Trainingseinheit auf dem Laufband. Das wirkt selbstverständlich für das angehende Sportpferd. Ein gleichmäßiger, fast beruhigend wirkender Viertakt hallt über den Hof. Das dreijährige Bewegungstalent zählt zu den Nachwuchshoffnungen im Dressurstall Binnie-Pott.

Der Reitsport nahm für Rebecca Binnie-Pott schon immer ein großen Teil ihres Lebens ein. „Reiten ist für mich mehr als ein Hobby“, blickt die Dressurreiterin zurück. Seit sie acht Jahre alt ist, reitet die gebürtige Dringenbergerin, feierte mit den Ponys von Diethard Lange erste große Erfolge. Im Springsattel ging es damals bis zum Bundeschampionat. Nachdem ihr unvergessener „Baltimore“ verletzungsbedingt für den Vielseitigkeitssport untauglich wurde, fasste die junge Reiterin damals in der Dressur Fuß und kämpfte sich bis zur schweren Klasse heran.

Ehrgeiz, Wille und Fleiß bewies Rebecca Binnie auch bei ihrem ehemaligen Top-Pferd „Flovinos Feiner Kerl“ alias „Manni“. Zweijährig erworben bildete sie den zunächst unreitbaren Braunen bis zum „Grand Prix“ aus, gewann ihre erste S*-Dressur und holte S**-Platzierungen. Aufgrund des Trainings über die Jahre hinweg im Stall von Dressur-Olympiasieger Hubertus Schmidt, startet Rebecca Binnie-Pott für den Paderborner Reiterverein Altenautal. Verkauft an Anush Agarwalla, einen indischen Schüler von Hubertus Schmidt, sollte „Flovinos Feiner Kerl“ in diesem Jahr eigentlich Olympia in Tokio laufen.

Bei Binnie-Potts in Eichholz warten neben einer Zuchtstute fünf weitere Youngster, die in die großen Hufspuren von „Manni“ treten wollen. Allen voran die siebenjährige „Réve d`Amour“, mit der Rebecca Binnie-Pott in diesem Jahr bereits bis zur M**-Dressur erfolgreich war und die in der kommenden Saison in der schweren Klasse laufen soll. „Ein Pferd wie Manni bis nach ganz oben auszubilden, ist ein Traum, erfordert aber auch harte Arbeit. Da sind wir logistisch an unsere Grenzen gekommen. Aufgrund der Pferde und Erfolge habe ich bei der FN den Berufsreiterstatus, arbeite aber hauptberuflich als Lehrerin“, betont Rebecca Binnie-Pott, die an den Bredenschulen in Brakel Mathe, Physik und Pädagogik unterrichtet.

Viel Unterstützung bekommt sie dabei von ihrem Ehemann Marcus Pott. Der Oeynhauser fuhr vor 13 Jahren seine kleine Schwester zum Reitunterricht von Rebecca Binnie nach Steinheim. „So haben wir uns kennen gelernt. Ich habe es dann auch mal für kurze Zeit mit Reitstunden probiert, musste dann aber schnell feststellen, dass es von außen leichter aussieht, als es ist“, blickt der 34-Jährige zurück. „Damals ist Marcus bereits mit einem quietschgelben Rennrad durch die Gegend gefahren“, ergänzt seine Ehefrau schmunzelnd. Marcus Pott ist als Applikationsprogrammierer bei Phönix Contact in Blomberg tätig und fährt dort mit einer Betriebssportgruppe Rennrad. Aus dem Team wurde über die Jahre hinweg quasi eine Leistungssportgruppe. Mittlerweile zählt der Athlet der Non Stop Ultra Brakel zu den besten Rennradfahrern im Kreis Höxter. Nach Teilnahmen im Team hat Marcus Pott das 24 Stunden Rennen „Rad am Ring“ am Nürburgring bereits als Einzelfahrer absolviert. 2021 möchte er mit einem Kollegen am Ultraradrennen „Race around Austria“ teilnehmen. „In diesem Jahr bin ich bisher 12.000 Kilometer Rad gefahren“, berichtet Marcus Pott, der in Hannover eine Triathlon-Mitteldistanz gemeistert hat

Rebecca Binnie-Pott hat die Leidenschaft für den extremen Ausdauersport in den vergangenen Jahren ebenfalls ganz für sich entdeckt. Ganz simpel begann alles mit einem Gutschein für ein Steinheimer Fitnessstudio als Ausgleich zum Reiten. Schnell zog es sie nach draußen auf die langen Strecken, wo Rebecca Binnie-Pott im Trikot der Non-Stop-Ultra erfolgreich bereits vier Marathons unter anderem auf Mallorca oder Berlin und auch den Weserbergland-Triathlon absolviert hat. Mit Zeiten um die 3:30 Stunden für den Marathon hat die Steinheimerin in ihrer Altersklasse bereits starke Ergebnisse erzielt. Im kommenden Jahr möchte sie diese Zeiten unterbieten. Das junge Ehepaar hat sich fast alles selbst angeeignet und antrainiert. „Der Tag ist voll. Nicht selten beginnt er vor dem Schulunterricht mit dem Frühschwimmen um sechs Uhr in Brakel. Es ist ein super Ausgleich zum Schulalltag und ergänzt sich auch mit dem Reiten. Beim Laufen abends nach einem stressigen Tag bekomme ich am besten den Kopf frei. Und durch das Reiten kann ich mir das nötige Stabitraining für den Triathlon sparen“, stellt Rebecca Binnie-Pott heraus.

Ganz im Gegensatz zu ihrem Ehemann Marcus, der mindestens zweimal wöchentlich zum Krafttraining auf die Matte muss. Häufig wird die Zeit bei Binnie-Potts dann genutzt und ein Pferd trainiert zeitgleich auf dem Laufband. Wie „Ginella“, die ihr Training für diesen Tag schnaubend beendet hat.

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