Sa., 16.02.2019

Fußball: Nieheims Trainer Raffaele Wiebusch im WESTFALEN-BLATT-Sportgespräch »Es geht um den gerechten Lohn«

Nieheims Trainer Raffaele Wiebusch (links) will sich mit dem Landesliga-Aufstieg und dem Gewinn des Kreispokals verabschieden. Rechts: Nachwuchstalent Lars Thorenmeier.

Nieheims Trainer Raffaele Wiebusch (links) will sich mit dem Landesliga-Aufstieg und dem Gewinn des Kreispokals verabschieden. Rechts: Nachwuchstalent Lars Thorenmeier. Foto: Sylvia Rasche

Nieheim (WB). »Es geht darum, dass der FC Nieheim mit Alfred Ruberg an der Spitze endlich den gerechten Lohn für die ganzen Jahre bekommt, in denen der Landesliga-Aufstieg das Ziel ist«, sagt Trainer Raffaele Wiebusch im Gespräch mit WESTFALEN-BLATT-Redakteur Günter Sarrazin. Der Fußball-Bezirksligist, der – mit einem Spiel weniger als Spitzenreiter Neuenbeken – als Zweiter überwintert, will am Saisonende ganz oben stehen.

Herr Wiebusch, was haben Sie am 26. Mai und am 29. Mai dieses Jahres vor?

Raffaele Wiebusch (lacht): Es ist noch ein langer Weg bis dahin, aber wir wollen den größtmöglichen Erfolg erzielen. Das heißt, wir wollen am 26. Mai die Saison in der Bezirksliga auf dem ersten Platz abschließen und am 29. Mai im Kreispokalfinale stehen. Es steht aber erst einmal das Halbfinale beim FC Stahle an, der sich natürlich gegen uns durchsetzen will. Ich kenne Stahle und weiß, was dort möglich ist. Es wird eine schwierige Aufgabe.

Zum jetzigen Zeitpunkt zählt aber erst einmal die Vorbereitung. Da muss man sich die Fitness und die Form erarbeiten, um die Rückrunde in der Bezirksliga ähnlich erfolgreich gestalten zu können wie die Hinrunde.

 

Es bleibt aber dabei: Der Aufstieg und der Kreispokalsieg sind Nieheims Ziele.

Wiebusch: Ja, diese Ziele haben wir uns gesetzt. Wir haben uns in der Hinserie eine sehr gute Ausgangslage erarbeitet. Jetzt geht es aber darum, wieder auf den Punkt fit zu sein, um diese Leistungen wieder zeigen zu können.

 

Was wird im Training gemacht? Worauf legen Sie die Schwerpunkte?

Wiebusch: Der erste Teil ist immer der Ausdauerbereich. Dann gestaltet sich die Wintervorbereitung natürlich anders als die im Sommer. Man muss bei diesen Witterungsverhältnissen abgehärtet sein und auch mal einen anderen Weg als den feinen Fußball wählen. In den Wochen im März und April wird auf den Rasenplätzen Fußball gearbeitet. Da sind die richtige Einstellung und der Wille gefordert.

 

Wie sind Ihre Eindrücke nach den ersten Testspielen? Warum haben Sie gleich so starke Gegner wie Delbrück und Hövelhof ausgewählt?

Wiebusch: Das Spiel gegen Delbrück war eine kurzfristige Geschichte. Das hat sich zwei Tage vorher ergeben. Im Endeffekt war es eine gute Standortbestimmung. Aufgrund des Spielplanes der Westfalenliga und der Landesliga waren es auch die einzigen höherklassigen Teams, gegen die wir spielen konnten, da ihre Rückrunde ja schon wieder an diesem Sonntag beginnt.

 

Wie ist in Ihrer Mannschaft die Zusammenarbeit mit den Akteuren, die schon Ober- und Westfalenliga gespielt haben?

Wiebusch: Die Jungs wissen, worum es geht. Tobias Puhl, Manuel Trost, Philippe Soethe, Roland Sitnikov, Ahmet Aydincan und Hendrik Müller, der leider seit dem Spiel gegen Neuenbeken im vergangenen November verletzt ist, sind unsere Leistungsträger. Um dieses Gerüst der Mannschaft herum haben wir ziemlich junge Leute. Da habe ich 19- und 20-jährige Spieler dabei. Die älteren Akteure geben den Weg vor, die jüngeren Spieler können sich ganz auf ihre Leistung konzentrieren, was ihre Entwicklung leichter macht. Die Hinserie hat ja auch gezeigt, dass wir jeden Spieler brauchen. Jeder ist zum Einsatz gekommen, jeder hatte seine Spiele und Minuten. Das wird in der Rückserie nicht anders sein.

 

Wenn Sie noch einmal auf die Hinrunde zurückblicken: Was ist besonders gut gelaufen? Was hätte besser sein können?

Wiebusch: Die Phase nach dem Saisonstart, bei dem wir drei Siege gelandet haben, hätte besser sein können. Wir hatten im September und Anfang Oktober schon unsere Probleme. Da hat man gemerkt, dass der Findungsprozess doch etwas länger dauert. In der schlechten Zeit gab es Niederlagen in Detmold und gegen den TSV Horn. Dazu gehören auch das ganz knappe 2:1 gegen Warburg und das 0:1 gegen Atteln. Das Spiel in Eissen, in das die Mannschaft am 11. Oktober unter Flutlicht wirklich alles hineingeworfen und den 1:0-Sieg mit dem Tor in der 89. Minute erzwungen hat, war der Schlüsselmoment. Danach haben wir alles Siege eingefahren, darunter zum Beispiel das 3:1 in Neuenbeken und das 2:1 in Mastbruch.

 

Wie ist es Ihnen und Ihrer Mannschaft als Favorit mit vielen starken Neuzugängen ergangen?

Wiebusch: Seitdem ich in Nieheim bin, wird man sehr gerne als Favorit genannt. Dass vor diesem Hintergrund auf den gegnerischen Plätzen und von den Zuschauerrängen her auch mal Gegenwind kommt, ist mittlerweile normal für uns. Im Endeffekt spornt es uns an, den Gegner zu bezwingen und die Punkte einzufahren.

Es ist aber auch etwas schade, denn der FC Nieheim hat eine viel schlechtere Infrastruktur als viele andere Bezirksligisten. Er hat kein Vereinsheim und einen Sportplatz, der nicht zu den besseren gehört. Daher sind die Trainingsbedingungen schwierig. Man muss dem Vorsitzenden Alfred Ruberg wirklich Respekt zollen, dass der Verein trotzdem solche Ambitionen hegt.

 

Warum landen Sie mit Ihrer Mannschaft am Ende der Saison vor dem ärgsten Konkurrenten Neuenbeken?

Wiebusch: Wenn man den Aufwand betreibt, den wir betreiben, und wenn man sich in kürzester Zeit zu einer solch geschlossenen Truppe zusammenschweißt und trotz der eben genannten schwierigen Trainings- und Platzverhältnisse die Leistung bringt, hat man es auch verdient, an der Spitze zu stehen. Zudem ist es so, dass die Mannschaften gegen uns immer 200 Prozent bringen. Wenn wir uns dennoch behaupten, wäre es vollkommen verdient, wenn wir uns am Ende auch belohnen.

 

Und für Sie wäre es ein perfekter Abschied und Wechsel als Spielertrainer zum SuS Boke.

Wiebusch: Wir werden alles dafür tun, dass es klappt. Dabei geht es aber nicht um mich. Es geht darum, dass der FC Nieheim mit Alfred Ruberg an der Spitze endlich den gerechten Lohn für die ganzen Jahre bekommt, in denen der Landesliga-Aufstieg das Ziel ist.  Wir wollen es endlich realisieren.

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