Mi., 20.03.2019

Tischtennis: TTC Diemeltal stellt Antrag an den Kreisvorstand Vier gewinnt

Die »Vier« macht es deutlich: Der TTC Diemeltal würde gerne auch in der 1. Kreisklasse als Vierer-Team antreten und hat daher einen Antrag an den Kreisvorstand gestellt. Das Quartett von links: Dirk Hartmann, Ulf Ritter, Hubert Wüllner und Gisbert Busch

Die »Vier« macht es deutlich: Der TTC Diemeltal würde gerne auch in der 1. Kreisklasse als Vierer-Team antreten und hat daher einen Antrag an den Kreisvorstand gestellt. Das Quartett von links: Dirk Hartmann, Ulf Ritter, Hubert Wüllner und Gisbert Busch Foto: Sylvia Rasche

Von Sylvia Rasche

Kreis Höxter (WB). Der TTC Diemeltal mischt in der 2. Tischtennis-Kreisklasse an der Tabellenspitze mit. »Aufsteigen werden wir aber wohl nicht. Uns fehlen zwei Spieler«, sagt Hubert Wüllner. Doch der Routinier lamentiert nicht, sondern hat einen Antrag gestellt, mit dem sich die Hauptversammlung des Tischtenniskreises Höxter-Warburg im Juni befassen wird.

»Das ist für uns dann vermutlich zu spät. Aber es geht ja um das grundsätzliche Thema«, sagt Wüllner. Sein Verein hat beantragt, dass auch in der 1. Kreisklasse künftig mit Vierer-Mannschaften gespielt werden soll. Bisher sind ab der 1. Kreisklasse sechs Spieler pro Team notwendig. In der zweiten und dritten Kreisklasse bilden vier Akteure ein Team.

Der TTC Diemeltal hat eine Umfrage gestartet und 28 Vereine im Kreis Höxter-Warburg angeschrieben. »Das Ergebnis war eindeutig. 23:5 ist unsere Abstimmung zugunsten der Vierer-Mannschaften in der 1. Kreisklasse ausgegangen«, berichtet Wüllner.

Abstimmung im Juni

Dieses Ergebnis liegt auch dem Kreisvorstand vor. »Bei uns war die Diskussion allerdings sehr kontrovers. Wir haben lange über das Thema gesprochen und Vor- und Nachteile abgewogen. Bei der Kreisversammlung im Juni werden wir die Vereine abstimmen lassen«, erklärt Kreisvorsitzender Wolfgang Klare. »Mir als Spieler ist das Sechser-System lieber. Als Vierer-Team kann man aber zum Beispiel mit nur einem Auto zum Auswärtsspiel anreisen«, macht er deutlich.

Der TTC Diemeltal begründet seinen Antrag vor allem mit Personalnot. »Darüber klagen viele Vereine. Im schlimmsten Fall müssen die Spiele abgesagt und Strafgelder gezahlt werden«, betont Wüllner. Der Abwehrspieler ist mit 71 Jahren übrigens der älteste Akteur seines Teams und hat nach einer beruflich bedingten Tischtennispause vor ein paar Jahren wieder mit dem schnellen Sport begonnen.

Für Wolfgang Klare haben die Vereine das Wort. »Wir werden den Antrag auf der Versammlung im Juni zum Thema machen und die Vereine entscheiden lassen. Als Funktionäre sind wir ja für die Vereine und ihre Wünsche da«, sagt der Kreisvorsitzende. Ob das Anliegen allerdings schon für die kommende Saison umgesetzt werden kann, ist fraglich. Unter Umständen ist das wegen Änderungen der Auf- und Abstiegsregeln erst zur Spielzeit 2020/2021 möglich.

Keine Alternative in der Kreisliga

Dass die Kreisversammlung im Juni überhaupt über die Vierer-Mannschaften in der 1. Kreisklasse abstimmen darf, beruht auf einem Beschluss des Beirats des Westdeutschen Tischtennis Verbandes (WTTV) 2018. Mit einer einzigen Stimme Mehrzeit beschloss der Beirat die Zulassung der Viererteams auch in der 1. Kreisklasse. »Ich hätte es gerne anders gesehen«, räumt Michael Keil, Geschäftsführer des WTTV, ein. Man habe sowieso schon mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen.

»Ich glaube nicht, dass aus zwei Sechser-Mannschaften in Zukunft drei Vierer-Teams werden. Eher werden einige Spieler die Umstellung nutzen und abspringen, weil sie nicht mehr unbedingt gebraucht werden. Somit werden wir weitere Akteure verlieren«, mutmaßt Keil. Außerdem komme ein Sechser-Team dem Mannschaftsgedanken näher als die Vierer-Lösung. Der Beiratsbeschluss des WTTV bezieht sich übrigens ausschließlich auf die 1. Kreisklasse. In der Kreisliga als direktem Unterbau zur Bezirksebene haben die Kreise keine Alternative. Da muss mit Sechserteams gespielt werden.

Ein Kommentar von Sylvia Rasche

Der TTC Diemeltal ist aktiv geworden – und das ist gut so. Die erste Mannschaft des Vereins spricht sich für Vierer-Mannschaften in der 1. Kreisklasse aus, hat bei anderen Clubs ein Meinungsbild eingeholt und einen Antrag an den Kreisvorstand gestellt. Nicht murren, sondern handeln, lautet die Devise!

Und was die vorgeschlagenen Vierer-Mannschaften angeht: Im regulären Meisterschaftsspielbetrieb in Deutschland gibt es von Dreier- über Vierer- bis zu Sechser-Mannschaften, die auch noch in gleichen Teamstärken unterschiedliche Systeme spielen, schon jetzt viel zu viele Konstellationen. Sogar Tischtennis-Fans verlieren da leicht den Überblick!

Doch so lange selbst in den obersten vier Herren-Klassen des Bundes (1. Bundesliga bis Regionalliga) drei verschiedene Mannschaftsgrößen unterwegs sind, sollte man auch mehrheitlichen Wünschen von Hobbyspielern in den Kreisklassen Rechnung tragen.

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