Do., 12.09.2019

Leichtathletik: Calenberger ist Europameister über 400 Meter der Senioren M40 Dornemann sprintet zum Titel

Manuel Dornemann ballt die Siegerfaust: Der Calenberger ist Europameister über 400 Meter der Senioren M40.

Manuel Dornemann ballt die Siegerfaust: Der Calenberger ist Europameister über 400 Meter der Senioren M40. Foto: Sebastian Dornemann

Von Sylvia Rasche

Calenberg (WB). Manuel Dornemann ist Europameister der Senioren M40 über 400 Meter. Der aus Calenberg stammende Sprinter hat sein Ziel, im italienischen Jesolo eine Medaille zu gewinnen, damit noch übertroffen.

Zu Hause in Calenberg fieberte Vater Robert Dornemann, vor 22 Jahren selbst Deutscher Meister der Altersklasse M50 über 100 Meter, mit. »Manuel hat das taktisch hervorragend gemacht«, lobte Robert Dornemann. »Als ich das Video von der Siegerehrung mit der deutschen Hymne gesehen habe, hatte ich richtig Gänsehaut«, gibt er zu.

In der italienischen Region Venetien lag zu diesem Zeitpunkt ein echtes Mammutprogramm hinter Manuel Dornemann. Vorlauf, Semifinale und Finale über 400 Meter fanden an zwei Tagen statt. Dreimal musste er also über die volle Stadionrunde innerhalb von kurzer Zeit an den Start. Mit der viertbesten Meldezeit angetreten, zeigte der amtierende Deutsche Meister sein Können im Vorlauf und im Semifinale noch nicht ganz. Im zweiten von vier Vorläufen ging er auf Nummer sicher. Die ersten beiden Läufer qualifizierten sich direkt für das Semifinale, weitere acht Plätze gab es für die Zeitschnellsten der Vorläufe. Die 55.05 Sekunden von Manuel Dornemann, der in Moers eine eigene orthopädische Praxis führt, war letztlich die langsamste Zeit aller direkt Qualifizierten.

Im Halbfinale holte er sich mit 51:39 den zweiten Platz in seinem Lauf und damit ebenfalls die direkte Qualifikation für das Finale. Sieger seines Semifinals wurde der Franzose Olivier Apatout, der sich im Winter in Torun/Polen über die 400 Meter noch Silber bei den Senioren-Weltmeisterschaften gesichert hatte. Sieger des ersten Halbfinals war der Brite David Brown, der in Polen WM-Bronze gewonnen hatte.

»Für Manuel hätte die Ausgangslage im Finale damit kaum besser sein können. Er lief auf Bahn drei, die beiden WM-Medaillengewinner auf vier und fünf und damit genau vor ihm. Er hatte sie also im Blick«, berichtet Bruder Sebastian Dornemann, der in Jesolo als Zuschauer mit von der Partie war.

Eigentlich wollte Manuel Dornemann, der um die Jahrtausendwende im Trikot der LG Olympia Dortmund viermal Deutscher Staffelmeister geworden war, auf den ersten 200 Metern im Finale Druck machen, entschied sich dann aber anders.

David Brown ging so schnell an, dass der Calenberger ihm nicht folgen wollte – ein guter Entschluss. Der Brite musste seinem Tempo nämlich schon nach gut 200 Metern Tribut zollen.

Das war die Chance für Manuel Dornemann, der vorbeizog und kurz vor Ende der zweiten Kurve auch den französischen Vizeweltmeister hinter sich lassen konnte. »Normalerweise gibt man auf der Zielgeraden alles. Manuel hat aber ein paar Körnchen zurück gehalten. Er wollte noch mal kontern können, für den Fall, dass der Franzose wieder angreift«, berichtet Sebastian Dornemann.

Dazu kam es aber nicht mehr. Manuel Dornemann hielt seinen Vorsprung von gut zwei Metern konsequent bis ins Ziel und durfte mit 50.57 Sekunden den EM-Titel feiern. Zweiter wurde der Franzose Olivier Apatout (50.87) vor dem Briten David Brown (51.38).

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