Bad Hersfelder trumpft bei erstem Rennen auf Kunststoffbahn in Diemelaue auf
Stuckhardts Zeit lässt Motyl strahlen

Warburg (WB). Eine bundesweite Topzeit, zufriedene Teilnehmer und Gastgeber: Der erste Leichtathletik-Wettkampf im Sportkreis Höxter nach dem Corona-Lockdown kommt gut an. „Es ist super, dass wir Sportler hier eine Bühne kriegen, wo wir laufen können“, sagte Garvin Krug zur Premiere-Laufveranstaltung des Warburger SV auf der neuen Bahn in der Diemel­aue. Der Triathlet war schnellster Teilnehmer über 10.000 Meter.

Sonntag, 26.07.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 08:06 Uhr
Beim ersten Start über 10.000 Meter sind die heimischen Oldies Hermann Scholz (2. von links/71 Jahre alt), Josef Hillebrand (3. von links/65) und Adalbert Grüner (4. von links/69) dabei. Rebecca Binnie-Pott (Startnummer 1200) verbessert ihre persönliche Bestzeit um rund 40 Sekunden. Die Kunststoffbahn in der Diemelaue kommt gut an. Foto: Günter Sarrazin
Beim ersten Start über 10.000 Meter sind die heimischen Oldies Hermann Scholz (2. von links/71 Jahre alt), Josef Hillebrand (3. von links/65) und Adalbert Grüner (4. von links/69) dabei. Rebecca Binnie-Pott (Startnummer 1200) verbessert ihre persönliche Bestzeit um rund 40 Sekunden. Die Kunststoffbahn in der Diemelaue kommt gut an. Foto: Günter Sarrazin

Oldies aufgeregt

Die Vorfreude auf den ersten Wettkampf seit Mitte März war so groß, dass selbst die erfahrensten Läufer von ihrer Anspannung berichteten. „Man ist genauso aufgeregt, wie bei einem Lauf mit mehreren 100 Teilnehmern, weil man lange keinen Wettkampf hatte. Es sind Monate vergangen. Es ist wie neu“, sagte der 69-jährige Adalbert Grüner (Non-Stop-Ultra Brakel). Sein Vereinskollege Josef Hillebrand (65) und Hermann-Josef Scholz (71/Warburger SV) pflichteten ihm bei. Die Oldies, die schon viele Male in der Diemelaue dabei waren, starteten über 10.000 Meter. „Hier habe ich 1982 meinen ersten Volkslauf bestritten“, merkte Grüner an. „Ich habe die Diemelaue beim Volkslauf mit eingeweiht. Da sind wir mit Staffeln 24 Stunden gelaufen“, blickte Scholz zurück, der nun auch gerne beim der ersten Lauf auf der Kunststoffbahn mitmachte.

„Gut vorbereitet, toll aufgemacht und coronamäßig vom Ablauf her optimal“, lobte Grüner den gastgebenden Warburger SV. Der Ablauf sah wie folgt aus: Die Teilnehmer mussten sich im Vorfeld online anmelden und dabei neben persönlichen Daten auch einen Gesundheits-Corona­fragebogen ausfüllen. Dies galt am Eingangsbereich der neu gestalteten Sportanlage auch für die Zuschauer und die Pressevertreter.

Starterzahl begrenzt

Pro Lauf war die Teilnehmerzahl auf acht Starter begrenzt. Die Zahl der Zuschauer hatte der Warburger SV ebenfalls begrenzt. Und zwar auf 30. „Wir haben es bewusst niedrig gehalten“, erklärte Vorstandsmitglied Alexander Selter, dass die Teilnehmerzahl bei der Bahnlaufpremiere nicht das entscheidende Kriterium war.

Nach viel Arbeit im Vorfeld war nun vor allem der zeitliche Faktor eine Größe. Zum Vergleich: Beim Diemellauf des Warburger SV waren im vergangenen Jahr auf der Hüffert in viereinhalb Stunden 854 Läuferinnen und Läufer dabei. Nun machten 39 Sportler mit. Gelaufen wurde komplett auf der Bahn. Zwischen den Starts wurden Pausen eingelegt, damit nicht gleichzeitig zu viele Menschen auf der Laufbahn und am Rande waren. Die dort verbliebenen Läufer feuerten ihre Vereinskollegen an. „Weiter, weiter. Go. go. Du bist gut in der Zeit“, hieß es da.

Für das beste Ergebnis und Freude bei den Gastgebern sorgte der Bad Hersfelder Philipp Stuckhardt. „Mit 15:08,16 Minuten ist er die derzeit viertschnellste 5000-Meter-Zeit in Deutschland gelaufen“, strahlte WSV-Vorsitzender Helmut Motyl. „Am Abend ist in Regensburg eine Läufergala. Da gibt es Geld für die Sportler“, rechnete er damit, dass die Zeit dort von einigen Akteuren übertroffen wird. So kam es auch. Stuckhardts Zeit in Warburg bleibt ein starkes Ergebnis. Nach zwei Straßenläufen Anfang dieses Monats war es für den 28-jährigen Lockenkopf der erste 5000-Meter-Lauf seit dem Corona-Lockdown. „Ich hatte mir eigentlich eine etwas schnellere Zeit erhofft. Ziel waren 14.45 bis 14.50 Minuten. Aber im Alleingang ist die Zeit zufriedenstellend“, sagte der Bad Hersfelder, dessen Laufteilnehmer sein Tempo nicht mitgehen konnten. Der Ökolandwirt ist seit sechs Jahren im Laufsport aktiv, trainiert täglich und absolviert pro Woche 100 Kilometer. Seine Bestzeit über 5000 Meter hat er im vergangenen Jahr in Regensburg aufgestellt. Sie lautet 14:32 Minuten.

Erstmals in Warburg

In Warburg war er erstmals am Start und lobte die neue Laufbahn. „Sie ist echt top. Neu und griffig und nicht zu weich. Sie fühlt sich beim Laufen gut an.“ Auch die anderen Teilnehmer äußerten sich positiv. „Schön weich und federnd“, hieß es immer wieder. Und man fühle sich schneller.

Mit seinen 15:08,16 Minuten war Stuckhardt natürlich auch Gesamtsieger über die 5000 Meter. Simon Schneider vom TSV Niedermeiser landete mit 16:08,96 Minuten vor Ortolano Leonardo (Laufteam Kassel/16:13,35 Minuten) auf Platz drei der Männer. Schnellste Frau über 5000 Meter war Nina Vöckel (Ski-Club Eschwege) in 17:51,90 Minuten. Zweite wurde Cara Brede (Laufteam Kassel/21:05,37 Minuten). Gesamtsieger bei den Männern über 10.000 Meter wurde Garvin Krug (Schwimmverein Warburg 86) in 33:28,98 Minuten. „Ein richtiger Wettkampf ist doch anders als die virtuellen Läufe“, sagte der Triathlet, der aktuell auf ein Ziel hintrainiert. „Die Triathlon-Mitteldistanz am 6. September im Harz. Ich hoffe, dass das Rennen stattfindet“, sagte er mit einem Lächeln. Platz zwei über die lange Distanz belegte Florian Engel (PSV GW Kassel) in 33:59,16 Sekunden. Dritter wurde Andreas Schewalje (TuS Breckerfeld) in 34:43,05 Minuten.

Binnie-Pott schnell vorn

Bei den Frauen lag Rebecca Binnie-Pott (Non-Stop-Ultra Brakel) mit 44:15,39 Minuten mit neuer persönlicher Bestzeit vorn. „Es ist das erste Mal, dass ich auf der Bahn gelaufen bin und dann gleich rund 40 Sekunden schneller“, freute sie sich.

„Die Freude der Starter freut mich. Sie ist eine Bestätigung. Und ich bin weiter mutig, wenn wir etwas machen können – natürlich immer im Rahmen der Vorgaben der Corona-Schutzverordnung“, zeigte sich Warburgs Vorsitzender Helmut Motyl zufrieden.

 

Ein Kommentar von Günter Sarrazin

Dieser Neuanfang macht Lust auf mehr. Zufriedene Teilnehmer, zufriedene Gastgeber und gute Zeiten – so hat der erste Leichtathletik-Wettkampf im Sportkreis Höxter nach dem Mitte März erfolgten Corona-Lockdown gezeigt, dass mit einer gründlichen Vorbereitung, Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen sowie einer Beschränkung der Teilnehmer- und Zuschauerzahl derzeit wieder Wettkämpfe stattfinden können. Die Sportler sehnen sich danach und sind dankbar dafür. Corona hat vieles verändert, aber nicht den Elan und Mut der Macher des Warburger SV gestoppt.

Der erste Lauf auf der neuen Bahn in die Diemel­aue ist gut angekommen. Das Lob der Teilnehmer ist der schönste Lohn für die Gastgeber. Günter Sarrazin

 

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