Devon Thiele lobt nach seinem späten Siegtreffer Teamleistung der SG Scherfede II
Torfreude und Torfrust

Scherfede/Peckelsheim (WB). Devon Thiele kniet auf dem Sportplatz in Scherfede. Der Rimbecker ist nach seinem Siegtreffer für die SG Scherfede/Rimbeck/Wrexen II in der 93. Minute und dem großen Jubel sichtlich ergriffen. Dominik Varlemann schlägt nach zwei vergebenen Torchancen für den FC Peckelsheim/Eissen/Löwen die Hände vor dem Gesicht zusammen. Jubel und Enttäuschung – im Fußball lagen sie am Sonntag knapp zwölf Kilometer und etwas mehr als eine Stunde auseinander.

Mittwoch, 30.09.2020, 03:30 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 04:00 Uhr
Nach dem Teamjubel geht Devon Thiele auf dem Sportplatz in Scherfede in die Knie. „Es war einfach ein glücklicher Moment. Man hat sich gefreut, das Spiel im allerletzten Augenblick gedreht zu haben“, sagt er. Foto: Günter Sarrazin
Nach dem Teamjubel geht Devon Thiele auf dem Sportplatz in Scherfede in die Knie. „Es war einfach ein glücklicher Moment. Man hat sich gefreut, das Spiel im allerletzten Augenblick gedreht zu haben“, sagt er.

„Es war einfach ein glücklicher Moment. Man hat sich gefreut, das Spiel im allerletzten Augenblick gedreht zu haben. Das sind wichtige Punkte“, ordnet Thiele das 2:1 seiner Elf gegen den vorherigen Tabellenführer der Kreisliga B Gruppe 2, die SG Borgholz/Natzungen/Manrode, ein, der mit einer Energieleistung vom Thron gestoßen wurde. „Für uns alle ist es ein riesen Erfolg, den wir uns verdient haben“, betont der 24-jährige Angreifer. Er wurde in der 82. Minute eingewechselt – eine Minute nach dem 1:0 der Gäste – und avancierte in der Nachspielzeit zum Matchwinner.

„Davon träumt jeder Fußballer“, bestätigt er, dass es ein Wunsch ist, ins Spiel zu kommen und dann das entscheidende Tor zu machen – so wie er in der Diemelkampfbahn. Dort sollte Devon Thiele eigentlich in der Startelf stehen, war aber nicht ganz fit. „Deshalb haben wir uns dafür entschieden, dass er zunächst draußen bleibt“, sagt Trainer Thomas Hoffmann, der beide Torschützen seiner Mannschaft einwechselte. In der 90. Minute drückte Christopher Menge den Ball zum 1:1 gegen den Favoriten über die Linie. Drei Minuten später gelang Thiele mit einem Weitschuss aus 20 Metern in den Winkel auch noch das 2:1. Danach war der Jubel der Gastgeber groß.

Von allen Teamkollegen bekam Devon Thiele Glückwünsche. „Es hat gar nicht aufgehört“, beschreibt der Bayern-München-Fan, der sich nicht gerne in den Mittelpunkt stellt. „Die Mannschaftsleistung steht auf jeden Fall im Vordergrund. Dass ich dann das Tor schieße – ich stand halt da“, bleibt er auch nach dem entscheidenden Treffer zum ersten Saisonsieg der SG-Zweiten bescheiden.

Der Rimbecker hat den Erfolg nicht lange gefeiert. „Es ist ja Corona“, sagt der Außendienstmonteur, der beruflich viel unterwegs ist. So war er am Montag und Dienstag im Allgäu im Einsatz. Auch dort sind ihm die entscheidenden Szenen durch den Kopf gegangen. „Mein erster Gedanke war, dass es nicht möglich sein kann, dass der Ball im Netz ist. Dann ist im nächsten Moment die Freude riesengroß, wenn man es realisiert hat“, sagt der Offensivakteur, der im zweiten Jahr in der zweiten Mannschaft der SG Scherfede/Rimbeck/Wrexen spielt.

Eigentlich schon im dritten Jahr, doch in seiner ersten Saison bei den Senioren musste er wegen einer Knieverletzung mehrere Monate pausieren. So war die Spielzeit für ihn gelaufen. In der vergangenen Serie war wegen Corona vorzeitig Schluss. Jetzt wünscht er sich für diese Saison zuerst einmal den Klassenerhalt. Der erste Dreier wurde mit einem Schlussspurt geholt, den das Team so schnell nicht vergessen wird. „Es bleibt sicher lange in den Köpfen, wie wir das Spiel gedreht haben“, so Thiele.

Freude in Scherfede, Enttäuschung in Peckelsheim. Vor allem bei Dominik Varlemann. „Bei mir persönlich war sie besonders groß“, sagt er angesichts seiner beiden vergebenen Möglichkeiten im Match gegen den TuS Lipperreihe. Jeweils in bester Position versiebte der Mittelstürmer des ersatzgeschwächten Bezirksligisten Chancen zum 1:0. „Das darf mir bei meiner Erfahrung eigentlich nicht passieren. Das waren wirklich ärgerliche Dinger“, sagt der 27-Jährige, der nach seiner zweiten Großchance die Hände vors Gesicht schlug. „Das kann nicht wahr sein“, haderte er mit sich. Am Ende siegten die Gäste 4:1.

Die Position in der Angriffsmitte ist kein Neuland für den früheren Wrexener, der im zweiten Jahr beim FC PEL spielt. Im Gegenteil. Bei seinem vorherigen Verein SG Rhoden/Schmillinghausen hat er fünf Jahre das Trikot mit der Nummer neun getragen. Wegen seiner Schnelligkeit setzte ihn Peckelsheims Trainer Matthias Rebmann in der abgebrochenen vergangenen Saison mehrfach auf der Außenbahn ein. Nach dem Wechsel von Pascal Knoke zur Spvg Brakel ist Dominik Varlemann nun die Sturmspitze des Fusionsvereins.

Beim 2:0-Sieg in Barntrup hat er am dritten Spieltag kurz nach der Halbzeitpause den entscheidenden zweiten Treffer gemacht. Daran will er nun in den nächsten Spielen anknüpfen. „Tore schießen für PEL, damit wir Punkte sammeln“, nennt er sein Ziel.

Dabei muss es nicht immer in der Nachspielzeit sein – wie Sonntag bei Devon Thiele. Und wenn doch, ist der Jubel umso größer.

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