Meine Corona-Pause: Jörg Eberhardt, Vorsitzender des SV Germania Nörde, blickt auf das Vereinsjubiläum
„Wir möchten gemeinsam feiern“

Nörde (WB) -

Mitten im Sommer sind vier tiefe Löcher im Sportplatz in Nörde. Keine Angst, hier hat niemand etwas kaputt gemacht, sondern Vorstandsmitglieder und Helfer des SV Germania Nörde haben die Fußballtore aus dem Boden genommen. „Das Spielfeld ist komplett vermessen und vergrößert worden. Zugleich haben wir es leicht versetzt und die Tore dann neu aufgestellt“, blickt Vorsitzender Jörg Eberhardt (43) auf das vergangene Jahr zurück. Inzwischen wurde auf der Leierkampfbahn im Nörder Wald wieder Fußball gespielt. Seit Ende Oktober herrscht wegen der Corona-Pandemie auch dort Ruhe.

Montag, 22.02.2021, 20:17 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 10:07 Uhr
Vorsitzender Jörg Eberhardt bearbeitet am Laptop die Mitgliederliste des SV Germania Nörde, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird.
Vorsitzender Jörg Eberhardt bearbeitet am Laptop die Mitgliederliste des SV Germania Nörde, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Foto: Privat

Stillstand gibt es im 1921 gegründeten SV Germania Nörde trotz aller Einschränkungen und Erschwernisse nicht. Am Sportheim haben die Grün-Weißen im Spätsommer des ersten Coronajahres die Gehwege saniert und barrierefrei gestaltet. „Wir haben kaputte Pflastersteine ausgewechselt, das Pflaster abgesenkt und begradigt“, beschreibt Eberhardt, der seit acht Jahren die Vereinsgeschicke lenkt. Zuvor fungierte der Bankbetriebswirt bereits sechs Jahre als Kassierer des 230 Mitglieder zählenden Traditionsvereins, für den er seit der E-Jugend Fußball spielt. „Seit dem 31. Mai 1986 bin ich für den SV Germania spielberechtigt“, verweist der Mittelfeld- und Abwehrakteur auf seinen Spielerpass.

Bei einem weiteren Arbeitseinsatz haben die Nörder im vergangenen Jahr den Sportplatz stellenweise neu eingesät. „Wir hatten Probleme mit Wühlmäusen“, berichtet Jörg Eberhardt, dass Löcher verfüllt wurden. Nach der Neueinsaat waren beim Bewässern jeden Abend fleißige Helfer gefragt. „Dabei haben uns auch unsere Nörder Fußballer kräftig unterstützt“, lobt der Vereinschef stellvertretend für das insgesamt elfköpfige Vorstandsteam.

Tor und Loch im Nörder Sportplatz

Tor und Loch im Nörder Sportplatz Foto: Günter Sarrazin

Im Frühling 2020 führten die Germanen die im Jahr zuvor begonnene Sanierung des 1971 erbauten Sportheims fort. Bei den Umbaumaßnahmen wurden Wasserleitungen erneuert, der gesamte Boden neu gefließt sowie die Sanitäreinrichtungen und Duschen erneuert. Letzte Feinarbeiten sollen rechtzeitig zur Feier des 100-jährigen Vereinsbestehens abgeschlossen werden. Es steht vom 18. bis 20. Juni dieses Jahres im Nörder Dorfkalender. „Aufgrund von Corona haben wir bisher kein großes Programm geplant, das wir dann absagen müssten. Unser Wunsch ist es, auf unserem Sportfest auf dem Sportplatz und am Sportheim gemeinsam zu feiern. Und zwar in diesem Jahr“, berichtet Eberhardt.

Ob es möglich ist, werde die Politik entscheiden, ergänzt er, dass der Verein die Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen weiteren Schutzverordnungen abwarten müsse. „Auf jeden Fall geht die Gesundheit vor“, betont der FC Bayern-Fan.

Vorsorglich hat der Vorstand im vergangenen November bei der Absprache der Nörder Vereine den Samstag, 11. September, als Ausweichtermin reserviert. „Vielleicht kann dann zumindest eine offizielle Geburtstagsfeier stattfinden“, sagt Jörg Eberhardt.

Über das Jahr verteilt sind kleine Veranstaltungen für alle Generationen geplant. Unter anderem ist an eine Dorf-Rallye für Kinder gedacht. Ein Wunsch des Vorstandes ist es zudem, dass es passend zum Jubiläum eine Vereinshymne gibt. „Thilo Nordheim, der selbstständiger Musiker und Wahl-Nörder ist, komponiert das Lied in Zusammenarbeit mit dem Vorstand“, berichtet der Boss der Grün-Weißen.

Noch einmal geht der Blick zurück. Mit dem ausgefallenen Sportfest fehlte dem Verein im Vorjahr eine wichtige Einnahmequelle. Froh ist der Vorstand, das die Mitglieder auch in Coronazeiten treu bleiben. Einen sportlichen Höhepunkt für den Nachwuchs der JSG Menne/Ossendorf/Hohenwepel/Nörde/Daseburg/Dössel gab es im September. 62 Mädchen und Jungen waren beim Fußballcamp in Nörde dabei. Im Oktober sollte eine neue Gruppe starten. Hier machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Work-out unter der Leitung von Anna-Sophie Vahle soll nun, so bald es möglich ist, dieses Jahr beginnen.

Neben den Fußballern hoffen die Mitglieder der Kinderturngruppe und der Damensportgruppe, die beide seit März 2020 pausieren, auf einen Re-Start.

Auch die nächsten Bauprojekte hat der Vorstand der Germanen bereits ins Auge gefasst. Unter anderem soll das Dach des Sportheims erneuert werden. Dafür werden Mittel aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ des Landes NRW beantragt. „Wir bleiben am Ball“, sagt Jörg Eberhardt.

Kurz gefragt

Lauf- oder Krafttraining:  Ich bevorzuge das Laufen an der frischen Luft. Das Fitnessstudio hat mich schon vor Corona nicht mehr gesehen, obwohl ich angemeldet bin.

Bringdienst oder selber kochen:  Selber kochen ist bei mir die Devise. Eine fertige Mahlzeit ist auch nicht immer die falsche Lösung.

Playstation oder Netflix: Weder noch. Meine Playstation ist seit Jahren in Rente. Und Netflix und andere Anbieter nutze ich selten. Da zappe ich dann doch eher durch das Fernsehprogramm.

Podcast oder Buch:Bücher waren schon in der Schule nicht meine Freunde. Das hat sich bis heute nicht unbedingt geändert. Dann eher Podcast.

Spotify oder Radio: Beide sind bei mir an der Tagesordnung. Aber das Radio läuft doch öfter als eine Playlist auf Spotify.

Lieblingsseite im Internet: Eine spezielle Lieblingsseite im Internet habe ich nicht. Ich bevorzuge soziale Medien. Ansonsten bin ich im Netz auf Sport- und Nachrichtenseiten unterwegs.

Sportlerbiografien: Gelesen habe ich bisher keine. Wenn im TV ein entsprechender Beitrag kam, habe ich diesen eigentlich nur zufällig eingeschaltet. Sportlerbiografien brauche ich nicht unbedingt.

Corona-Rituale: Während des ersten Lockdowns habe ich verstärkt auf das Laufen gesetzt. Das habe ich aber auch bereits in den Vorjahren getan. Anfang 2020 vielleicht noch etwas mehr. Im Spätsommer habe ich mir ein neues Fahrrad gekauft. Im Alter muss man ja ein bisschen auf seine Gelenke aufpassen.

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