Schalkes verstorbener Kult-Manager war immer gerne in Bad Oeynhausen
Als Rudi Assauer Zigarren-Verbot bekam

Bad Oeynhausen (WB). Zweite Heimat Bad Oeynhausen: Der verstorbene Fußball-Manager Rudi Assauer pflegte eine ganz besondere Beziehung zur Kurstadt. Seine Vorliebe zu Zigarren brachte dem Schalker allerdings einmal sogar einen Platzverweis im Schulzentrum Nord ein.

Freitag, 08.02.2019, 13:51 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 13:56 Uhr
Rudi Assauer (links) bei einem Besuch des WESTFALEN-BLATT-Pressepokal-Turniers in Bad Oeynhausen 2003 mit Werner Hansch (rechts) und Turnierchef Hans Milberg. Foto: WB
Rudi Assauer (links) bei einem Besuch des WESTFALEN-BLATT-Pressepokal-Turniers in Bad Oeynhausen 2003 mit Werner Hansch (rechts) und Turnierchef Hans Milberg. Foto: WB

Am 2. Januar 2010 schaute Rudi Assauer mal wieder in Bad Oeynhausen vorbei. Der frühere Erfolgsmanager des FC Schalke 04 war beim Hallenturnier um den WESTFALEN-BLATT-Pressepokal als Ehrengast geladen. Turnier-Macher Hans Milberg kann sich gut an den Auftritt Assauers erinnern: »Er kam mit qualmender Zigarre in die Halle und steckte sich auf seinem Platz gleich die nächste an. Da mussten wir ihn bitten, wegen des strikten Rauchverbots in der Halle diese im Vorraum weiter zu rauchen. Was Rudi natürlich sofort gemacht hat«, erinnert sich Milberg, seit einigen Jahren Vorsitzender des Oeynhau­sener Stadtsportverbandes.

Milberg hat viele Assauer-Anekdoten »live« erlebt, schließlich gehörte er zu der Runde, die sich hin und wieder bei Familie Apke in Oberbecksen traf. Hintergrund: Mit Unternehmer Fritz Apke verband Assauer eine tiefe Freundschaft. Auch nach dessen Tod 2002 führte der Weg des Schalker Originals daher immer wieder in die Kurstadt, um Traudl Apke zu besuchen.

»Rudi Assauer hat immer betont, dass Bad Oeynhausen seine zweite Heimat ist«, sagt Milberg. 2003 sorgte Assauer dafür, dass Schalke für ein Benefizspiel beim FC Bad Oeynhausen auflief. Nach dem 10:0-Sieg des Bundesligisten vor 4000 Zuschauern an der Mindener Straße – dreifacher Torschütze »Edi« Glieder, Trainer Jupp Heynckes – rundete Assauer den Erlös für die Andreas-Gärtner-Stiftung persönlich von 4000 auf 30.000 Euro auf. Der Kontakt zwischen dem FCO und den »Knappen« ­besteht bis heute.

Auch als die Alzheimer-Erkrankung bereits fortgeschritten war, weilte Assauer im September 2011 zur Eröffnung des Restaurants »Windmühle« noch einmal in der Kurstadt. Milberg: »Das letzte Mal habe ich ihn dann 2015 auf Schalke getroffen.«

Nach Ausswärtsspielen mit Schalke in Hamburg, Hannover oder Berlin hat er auf dem Rückweg immer für einige Zeit in Bad Oeynhausen vorbeigeschaut.

Hans Milberg, Stadtsportverbands-Vorsitzender Bad Oeynhausen

Assauer und Bad Oeynhausen: Seit den 70er Jahren bestand die Verbindung zu Fritz Apke, der den SC Oberbecksen-Babbenhausen einst fast selbst in den Profifußball geführt hätte. »Wenn Rudi Assauer mit Schalke zu Auswärtsspielen in Hamburg, Hannover oder Berlin im Stadion war, machte er auf dem Heimweg immer in Bad Oeynhausen Station«, erzählt der SSV-Vorsitzende.

Auf den »bunten Seiten« tauchte Assauer während der Ehe mit der Schauspielerin Simone Thomalla (2000 bis 2009) auf. Ein Bier-Werbespot (»Nur gucken, nicht anfassen«) brachte dem Paar die Goldene Kamera ein. »Einmal hat er auch meine Frau bei Apkes zum Bierholen in den Keller geschickt«, muss Milberg schmunzeln.

Verlassen konnte sich Assauer laut Milberg auch auf Werner Hansch. Der Kommentator, der dem Pressepokal in Bad Oeynhausen viele Jahre seine markante Stimme lieh, wurde zu einem guten Assauer-Freund. »Werner war einer der Ersten, die bei Rudi die Veränderung bemerkten. Er hat sich auch in den letzten Jahren um ihn gekümmert«, sagt Milberg.

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