Mo., 03.09.2018

Tennis: TVE-Herren 75 sind nach einem 3:3 gegen Siershahn Deutscher Vizemeister Ein Satz entscheidet

Die Nummer zwei in Deutschland: die Espelkamper Mannschaft der Herren 75 mit (von links) Harald Koglin, Hans Koller, Herman Smidt, August Lindheim, Hans-Hermann Leue, Dieter Weitz, Rudolf Perplies und Paul Gauselmann.

Die Nummer zwei in Deutschland: die Espelkamper Mannschaft der Herren 75 mit (von links) Harald Koglin, Hans Koller, Herman Smidt, August Lindheim, Hans-Hermann Leue, Dieter Weitz, Rudolf Perplies und Paul Gauselmann. Foto: Marc Schmedtlevin

Von Marc Schmedtlevin

Espelkamp (WB). 3:3 klingt erst einmal nach einem Unentschieden. In einem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft muss es allerdings einen Sieger geben und so entschied das Satzverhältnis. Die gastgebenden Tennis-Herren 75 des TV Espelkamp-Mittwald mussten sich in dieser Wertung mit 6:7 dem neuen Titelträger TC Siershahn geschlagen geben.

Für den TVE ging es am Wochenende nicht nur um einen sportlichen Erfolg. Der Verein wollte den Teilnehmern an der DM-Endrunde auch ein guter Gastgeber sein. Genau das gelang, wie von allen Seiten zu hören war. »So ein Programm wie bei uns haben sicherlich noch nicht alle erlebt«, sagte TVE-Sprecher Erhard Schiffner. Unter anderem gab es am Samstagabend das Champions Dinner im Schloss Benkhausen, in dem die Mannschaften auch untergebracht waren. An den Spieltagen wurden sie dann per Shuttleservice auf die Anlage an der Trakehner Straße gefahren.

Finale auf Augenhöhe

Auch sportlich hatten die Espelkamper einiges zu bieten. Bei der Premiere der Deutschen Meisterschaft dieser Altersklasse spielte sich die Heimmannschaft bis in das Finale vor. Gegner darin war der zuvor favorisierte TC Siershahn aus dem Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Beide Mannschaften lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe – mit dem besseren Ende für die Gäste.

Der TVE erwischte einen schlechten Start. In der ersten Einzelrunde wurden beiden Matches verloren. »Einen Punkt hatten wir schon eingeplant«, gab Rudolf Perplies zu. Er hatte seine Partie an Position vier in zwei Sätzen verloren. Auch Herman Smidt, die Nummer zwei, musste sich in zwei Durchgängen geschlagen geben. Allerdings kämpfte er sich nach einem 0:6 gut zurück, schnupperte beim folgenden 5:7 am Ausgleich. Gegner Heinz Wagner, der früher ein starker Sprinter war, hatte allerdings die besseren Nerven in der Schlussphase.

Ausgleich in der zweiten Einzelrunde

»Jetzt wird es wohl sehr schwer für uns. Die beiden besten Spieler des Gegners kommen erst noch«, sagte TVE-Spieler Dieter Weitz vor seinem Einzel beim 0:2-Zwischenstand. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Espelkamp feierte ein starkes Comeback und glich etwas überraschend aus. Weitz trug seinen Teil dazu eindrucksvoll bei. Gegen Michal Hanusch hatte er beim 6:1/6:4 kaum Probleme, wirkte vor allem deutlich frischer als sein Kontrahent. »Du läufst einfach zu viel für mich«, musste Hanusch bei seiner Gratulation eingestehen. Auf dem Nebenplatz lieferte sich Harald Koglin ein wahres Topspiel mit Gordon Waygood, einem Australier in Diensten Siershahns. Das TVE-Team hatte bewusst Koglin auf die erste Position gesetzt, da dessen unkonventionelleres Spiel dem Gegner weniger liegen sollte. Der etatmäßige Spitzenspieler Hans Koller hatte sowieso mit Schulterproblemen zu kämpfen. Der TVE-Plan ging jedenfalls auf: Koglin legte mit einem Stop los und gab sofort den Ton an. Den ersten Satz (6:1) gewann er im Schnelldurchgang. Danach wurde es offener und blieb vor allem unterhaltsam. Das lag speziell an Koglins regelmäßigen Kommentaren, die auch beim Publikum für manchen Schmunzler sorgten. Nur den Gegnern schien es gar nicht zu gefallen. Jubeln durfte am Ende aber Koglin, der nach verlorenem zweiten Satz den Match-Tiebreak mit 10:6 gewann.

Siershahn ging so aber mit einer Satzführung in die Doppel. Beim TVE hatte man jedoch noch Hoffnung. »Wir können zwei starke Doppel stellen«, sagte Perplies. In dessen Match an der Seite von Koller stellten sich die Gegner aber als zu stark heraus. Sie holten nur ein Ehrenspiel, so dass der Jubel bei Siershahn nach dem Matchball beginnen konnte. Aus TVE-Sicht half der glatte Erfolg von Koglin/Smidt (6:4/6:1) nicht mehr. »Der eine Satz Unterschied ist schon ärgerlich«, sagte Koglin. Lobende Worte gab es dennoch – zum Beispiel vom Ehrenvorsitzenden Paul Gauselmann: »Mit dem zweiten Platz bei einer Deutschen Meisterschaft kann man auch sehr zufrieden sein.«

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