Mi., 07.11.2018

Padel-Weltmeisterschaft ist für Christian Böhnke ein echtes Abenteuer Pleiten, Pech und Pannen

Einsatz für Deutschland: Christian Böhnke (links) vom TV Espelkamp-Mittwald mit seinem Partner Lennart Samuelsen gegen die Niederländer.

Einsatz für Deutschland: Christian Böhnke (links) vom TV Espelkamp-Mittwald mit seinem Partner Lennart Samuelsen gegen die Niederländer.

Von Marc Schmedtlevin

Asunción/Espelkamp (WB). Sie sollte ein großes Abenteuer werden, die Padel-Weltmeisterschaft in Paraguays Hauptstadt Asunción. Und genau das wurde sie für Christian Böhnke vom TV Espelkamp-Mittwald auch. Allerdings in erster Linie, weil alles schief ging, was schief gehen konnte.

Der Trip nach Südamerika hätte eigentlich die Belohnung für die großen Mühen im Vorfeld sein sollen. Christian Böhnke hatte sich zusammen mit den Nationalmannschaftskollegen mit den deutschen Padel-Verbänden verhandelt und in letzter Minute einen Start ermöglicht. Doch was in Paraguay passierte, war alles andere als eine Entschädigung. »Ich nennen es eine Erfahrung der anderen Art. Nur wegen der guten Stimmung innerhalb unseres Teams ist es noch ganz lustig gewesen. Ansonsten war es eigentlich ein absolutes Desaster«, erzählt Böhnke.

Körper streikt an zwei Tagen

Besonders die ersten Tage hatten es in sich. Nach zwei Trainingseinheiten und bei Temperaturen von etwa 35 Grad fühlte sich Böhnke körperlich gar nicht wohl. »Ich dachte, dass es ein Sonnestich ist, doch es muss sich um einen Virus gehandelt haben«, sagt der 21-Jährige, der von da an zwei Tage komplett außer Gefecht gesetzt war. Sogar vier Tage lang habe er nicht normal essen können. »Mein Körper war zurückgesetzt auf die Werkseinstellung«, blickt Böhnke nun mit Humor zurück. Im Doppelwettbewerb versuchte er an der Seite von Lennart Samuelsen (Hamburg) sogar an den Start zu gehen, musste das erste Match gegen zwei Schweden aber Anfang des zweiten Satzes aufgeben. »Es ging einfach nicht mehr. Ich habe mich mitten im Spiel einfach auf den Boden gesetzt«, erinnert sich Böhnke, der daraufhin auch die beiden ersten Partien mit der Mannschaft verpasste.

Das Problem der Deutschen: Neben Böhnke fiel zum Auftakt mit Oliver Schwörer eine weitere Stammkraft aus. Im weiteren Verlauf sollten weitere Erkrankungen hinzukommen. »Acht von neun Leuten bei uns im Team hat es erwischt«, sagt Böhnke. Ausgerechnet gleich zu Beginn stand gegen Chile das wichtigste und richtungsweisende Gruppenspiel an. Es ging ersatzgeschwächt mit 0:3 verloren. »Es ist nur Spekulation, ob wir andernfalls gewonnen hätten, aber eine Chance wäre vielleicht da gewesen«, sagt Böhnke. Da auch die zweite Partie gegen die favorisierten Brasilianer – wieder ohne Böhnke – mit 0:3 verloren ging, war ein Platz unter den Top Acht der WM nicht mehr zu erreichen. Immerhin das letzte Gruppenspiel gegen die Niederländer konnte mit 2:1 gewonnen werden. Den entscheidenden Punkt holte Böhnke im Zusammenspiel mit Samuelsen.

Platz 14 in der Endabrechnung

Deutschland spielte somit um die Plätze neun bis 16. Nach einem 1:2 gegen Mexiko, einem 3:0 gegen Australien und einem 1:2 gegen Großbritannien kam in der Endabrechnung Rang 14 heraus. Böhnke absolvierte noch zwei Matches, gewann eines davon. »Der 14. Platz ist nicht zufrieden stellend. Trotzdem war es gut, dabei gewesen zu sein«, zieht Böhnke sein persönliches Fazit. Kurios: Einen Weltmeister gibt es noch nicht. Das Finale zwischen Spanien und Argentinien wurde abgesagt, weil neben den Straßen auch die Anlage aufgrund eines Monsuns überflutet war.

Das Wetter und die Gesundheit waren nur zwei Aspekte, die den Sportlern zu schaffen machten. Probleme gab es auch bei der Kommunikation, weil in Paraguay kein Englisch gesprochen wurde. Außerdem kam der Shuttle-Service zwischen Hotel und Anlage regelmäßig viel zu spät und die Spielstätten waren nur über eine sehr lückenhafte Holzbrücke zu erreichen. »Und eine Schießerei haben wir auch mitbekommen. Sicher ist es da jedenfalls nicht«, berichtet Böhnke und stellt kurz nach seiner Rückkehr nach Deutschland fest: »Ich bin echt froh, wieder hier zu sein.« Immerhin eine gute Perspektive gibt es: Die Padel-WM 2020 soll in Madrid ausgetragen werden.

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