Do., 16.05.2019

Leichtathletik: Ehemalige Aktive des ATSV treffen sich nach fast fünf Jahrzehnten mit Trainerlegende Herbert Schantowski. Rolands Wette mit Olympia-Betrüger

Auf der Laufbahn im Albert-Pürsten-Stadion. Vorne (von links): Martin Rewald, Roland Schlehahn, Angela Fritsch, Edelgard Lodwig, (hinten) Gundula Rewald, Herbert Schantowski, Volker Kluge und Michael Pope.

Auf der Laufbahn im Albert-Pürsten-Stadion. Vorne (von links): Martin Rewald, Roland Schlehahn, Angela Fritsch, Edelgard Lodwig, (hinten) Gundula Rewald, Herbert Schantowski, Volker Kluge und Michael Pope. Foto: Uwe Caspar

Von Uwe Caspar

Espelkamp  (WB). Fast fünf Jahrzehnte sind vergangen, als sie vor einigen Tagen nach langer Zeit mal wieder ihre alte Wirkungsstätte betreten. »Früher sind wir hier auf Asche gerannt, es gab damals auch noch keinen Rasenplatz«, erinnern sich rund zehn ehemalige Leichtathleten des ATSV Espelkamp bei ihrem Wiedersehen im Albert-Pürsten-Stadion.

Hauptsächlicher Anlass des Nostalgie-Treffens: Herbert Schantowski, einst Trainer der heutigen Oldies und in den frühen 60er-Jahren einer des besten deutschen Hindernisläufer, feiert in diesem Jahr sein 50. Dienstjahr als ATSV-Übungsleiter.  Ein in der Leichtathletik-Szene eher ungewöhnliches Jubiläum.

»Aber nicht nur deshalb haben wir zu dem Meeting eingeladen«, erklärt Herberts Ehefrau Hannelore, die die Zusammenkunft organisiert hat. Nach einem gemeinsamen Essen beim Griechen »Santorini« gibt’s später – dank der rührigen Gastgeberin Hannelore Schantowski – Kaffee und Kuchen im Sportheim des ATSV. Hier werden amüsante Anekdötchen zum Besten gegeben und in mitgebrachten Bildbänden geblättert. Fast alle Fotos natürlich im analogen Schwarz-Weiß.

Holsener Berglauf als schönstes Erlebnis

Die weiteste Anreise hat der frühere Sprinter und Mittelstreckler Martin Rehwald (65), der seit einigen Jahren in Hamburg lebt und unregelmäßig im Fitnessstudio schwitzt. Nicht ganz so weit hat es seine Schwester Gundula (59), deren Wohnsitz immer noch Preußisch Ströhen ist und die Anfang der 70er-Jahre beim ATSV trainierte. Michael Pope (64) kommt per Fahrrad, der Architekt wohnt in Gestringen. »Mein schönstes Erlebnis zu ATSV-Zeiten war der Holsener Berglauf«, erzählt Pope. Heute hält sich der drahtige Senior unter anderem mit Tennis und Skifahren fit.

Die in Werther lebende Angela Fritsch (62), ihr Vater Gerhard Weinrich, leitete früher die Birger-Forell-Realschule, erzielte prima Zeiten auf der Mittelstrecke. Sportlich ist die Dame immer noch – Power-Walking, Schwimmen und Gymnastik stehen auf Angelas Programm.

Edelgard Lodwig (65/geborene Zanella) räumt schmunzelnd ein: »Ich habe bei den Leichtathleten alles und nichts gemacht, aber nichts so richtig.« Die Mannschaftssportarten Handball und Volleyball fand sie für sich geeigneter. Vor fünf Jahren ist Edelgard nach Espelkamp zurückgekehrt.

Schlehahn hat die Stadt nie verlassen

Die Stadt hat einer der Veteranen nie verlassen: Roland Schlehahn (63), zu damaligen Zeiten mit Abstand schnellster 800-Meter-Läufer im Verein (Bestzeit: 1:55,7 Minuten). Ein Erlebnis bleibt dem selbstständigen Masseur unvergesslich: »Eine Wette mit Norbert Südhaus, der bei den Olympischen Spielen 1972 in München mit uns im Jugendlager untergebracht war. Norbert tönte uns gegenüber, dass er sich in den Marathon einschleichen würde. Das trauten wir ihm nicht zu.« Tatsächlich tauchte Südhaus auf der Ziegeraden auf und ließ sich als vermeintlicher Olympia-Champion feiern. Sehr zum Ärger des wahren Siegers Frank Shorter.

Volker Kluge (64), Berufsschullehrer in Diepholz und einst stark im Hoch- und Weitsprung, bringt zu der Wiedersehensfeier einen selbst hergestellten Quittenlikör mit. Ein Prosit auf die alten Zeiten und den beliebten Ex-Trainer!

Als Herbert Schantowski in den 70er-Jahren sein Häuschen in Gestringen baute, packten auch seine Leichtathleten kräftig an. Ebenso der Autor dieses Berichtes, der beim Hausbau einen seiner Laufschuhe einbüßte: Der wurde versehentlich einbetoniert.

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