Do., 13.06.2019

Weltmeister aus Espelkamp macht auch im Halbschwergewicht wieder kurzen Prozess Pawlak: »Der hat sich geweigert, zu boxen«

Das Urteil: Christian Pawlak (links) gewinnt durch Technischen K.o Die Ecke von Mehmet Karaka hatte in Runde zwei das Handtuch geworfen.

Das Urteil: Christian Pawlak (links) gewinnt durch Technischen K.o Die Ecke von Mehmet Karaka hatte in Runde zwei das Handtuch geworfen.

Von Volker Krusche

Espelkamp/Wiesbaden (WB). Schnell sollte es nach Möglichkeit sein. Schnell, weil ein Kampf dann höher gepunktet wird. Und blitzschnell wurde es dann auch: Profibox-Weltmeister Christian Pawlak hat nach dem Umstieg vom Supermittelgewicht in die nächsthöhere Gewichtsklasse auch seinen zweiten Kampf im Halbschwergewicht gewonnen. Nach drei Minuten war sein Arbeitstag beendet.

Zwar war die Kampfbilanz seines Gegners nicht gerade furchteinflößend, doch auch vermeintliche Underdogs müssen erst einmal geboxt werden. »Und man muss sie vor allen Dingen ernst nehmen«, sagt der »Champ«. Der bereitet sich selten genau auf einen Gegner vor, da zu oft kurz vor dem Kampf ein Tausch erfolgt und plötzlich ein anderer Mann im Ring steht. »Ich fahre mit meiner Art, mich auf mein Gegenüber einzustellen, eigentlich immer gut. Die erste Runde dient zumeist erst dem Kennenlernen, dem Abtasten«, sagt Pawlak.

Gegner beginnt furios

Der zeigte sich von Mehmet Karaka zunächst überrascht. Völlig ungestüm stürmte der auf den erfahrenen Espelkamper los, forderte mit seinen Attacken einen offenen Schlagabtausch. Doch da hatte er die Rechnung ohne Pawlak gemacht. Der behielt die Ruhe, ließ den Schlaghagel seines Gegners im Ring des Black Wolves House in Wiesbaden auf sich zukommen, entschärfte jede Aktion durch eine sichere Doppeldeckung. »Man hat gemerkt, dass er alles auf eine Karte gesetzt hat. Ich bin aber cool geblieben, habe ihn sich austoben lassen.«

Irgendwann hatte Pawlak genug, entzog sich der Umklammerung und setzte nun selbst den einen oder anderen Schlag. Diese schlugen im Gegensatz zu den Attacken Karakas aber ein – und hinterließen auch Spuren. Nach einem hart geschlagenen Aufwärtshaken folgte sofort ein Kopfhaken, der den 32-jährige Mannheimer am Jochbein traf. Der ging daraufhin auf die Knie, wurde angezählt, nutzte dann die volle Zeit aus, um bei Neun wieder auf den Füßen zu stehen. Mit einem immer stärker zuschwellenden Auge rettete sich Karakas in die Pause.

Handtuch beendet Kampf

Aus der kehrte er zwar zurück, doch unmittelbar nach Ertönen des Gongs flog aus der Ecke des Gegners das Handtuch. Sehr zum Ärger von Christian Pawlak, der sich für den schnelleren Abbruchsieg, der als Technischer K.o. gewertet wird, mit Blick auf das Ranking im Halbschwergewicht zwar eine bessere Ausbeute hat gutschreiben dürfen, sich aber etwas mehr von dem Kampf versprochen hatte. »Karaka hat sich schlicht geweigert, weiter zu boxen! Ich hatte gehofft, mal über die Distanz würde gehen können.« Schließlich war der Kampf auf Wunsch des »Champs« auf zehn Runden angesetzt worden. Doch am Ende war nach einer Runde schon alles vorbei. Genauso wie bei Pawlaks Debüt im Halbschwergewicht.

»Ich plane in diesem Jahr noch mindestens zwei Kämpfe zu bestreiten. Wenn ich dann Sponsoren an meiner Seite habe, will ich nach Möglichkeit Mitte nächsten Jahres in der neuen Gewichtsklasse um die Weltmeisterschaft kämpfen. Und das in Espelkamp!«

Baydilli feiert gelungene Premiere

Christian Pawlak war nicht der einzige Espelkamper, der in Wiesbaden ins Ringgeviert kletterte. Riza Baydilli, den der »Champ« unter seinen Fittichen hat, lieferte im Schwergewicht seinen ersten Kampf ab. Und was für einen! Der eigentliche Cruisergewichtler hatte sich intensiv auf diesen Fight vorbereitet. Gegen Ramazan Yilmaz boxte Baydilli sehr überlegt, taktisch stark und vor allen Dingen ruhig und diszipliniert. Immer wieder landete er schöne Körpertreffer, die seinen Gegner beeindruckten.

Zehn Sekunden vor Ende der ersten Runde dann die Entscheidung: Eine kurze Vorhand des Espelkampers traf den Gegner seitlich an der Schläfe. Der war sofort kampfunfähig, sackte zu Boden und blieb dort regungslos liegen. »Er war bestimmt drei, vier Minuten weggetreten«, berichtet Pawlak, der sich sehr über den erfolgreichen Einstand seines Schützlings freute: »Einen klassischen Knockout muss man bei seinem Debüt erst mal hinkriegen.«

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