So., 23.06.2019

Preußen können den Zweitligisten beim 0:3 im Testspiel lange ärgern Arminia staunt über Espelkamp

Bielefelds Reinhold Yabo (Mitte) behauptet gegen Can Akbas (links) und Michael Wessel den Ball. Die Preußen-Defensive machte es dem Zweitligisten schwer.

Bielefelds Reinhold Yabo (Mitte) behauptet gegen Can Akbas (links) und Michael Wessel den Ball. Die Preußen-Defensive machte es dem Zweitligisten schwer. Foto: Thomas F. Starke

Von Marc Schmedtlevin und Alexander Grohmann

Espelkamp (WB). Mit stolz geschwellter Brust verlassen die Spieler von Preußen Espelkamp nach 90 Minuten den Platz. Im Freundschaftsspiel gegen Arminia Bielefeld haben die Landesliga-Fußballer eine starke Vorstellung abgeliefert und dem Zweitligisten bei der 0:3 (0:1)-Niederlage vor der stattlichen Kulisse von 1100 Zuschauern im Sportpark Mittwald Rätsel aufgegeben.

»In der zweiten Halbzeit sind wir für meinen Geschmack etwas zu viel hinterher gelaufen, aber insgesamt ist es ein ansehnliches Ergebnis«, bilanziert Trainer Tim Daseking.

Die Arminen sind nicht nur aufgrund ihres Outfits – der Zweitligist hat sein neues Trikot noch nicht präsentiert und läuft in gelb-schwarzem Ausweich-Dress auf – zunächst kaum wiederzuerkennen. Obwohl Leistungsträger wie Andreas Voglsammer und Reinhold Yabo in der namhaft besetzten Startelf stehen, kommt von den Profi-Kickern in den ersten 30 Minuten herzlich wenig.

Die Preußen dagegen sind von der ersten Minute an hellwach und stehen förmlich unter Strom. Trainer Daseking hat seine Ankündigung wahr gemacht und ein mutig aufspielendes Team auf den Platz geschickt. Mit Nino vom Hofe, der in der ersten Halbzeit zwischen den Pfosten steht, sowie den Mittelfeld-Akteuren Lennart Madroch und Bennet Heine dürfen drei Neuzugänge im Kracher gegen Arminia beginnen.

Langemann anfangs auffällig

Der Ideengeber schlechthin im Spiel der Preußen ist aber Stefan Langemann: Vor allem in der Anfangsphase ist der frühere Regionalliga-Spieler von der Defensive des Zweitligisten nicht zu fassen und sorgt ein ums andere Mal für gute Situationen. Nach einer Balleroberung des präsenten Heine am gegnerischen Strafraum zieht Langemann ab – doch sein »Schreckschuss« für die Arminen-Abwehr streift über die Latte (13.).

Der bis dahin harmlose Auftritt der Bielefelder verändert sich erst nach einer Trinkpause, die von den Schiedsrichtern aufgrund der Hitze angeordnet wird (25.). Uwe Neuhaus nutzt die Auszeit, um seine Profis zu etwas mehr Elan aufzufordern. »Mann, Mann, Mann«, grummelt der DSC-Coach, der im ersten Testspiel der Vorbereitung eigentlich nicht gleich den strengen Trainer geben wollte.

Der Zweitligist rafft sich nun auf und geht mit mehr Vehemenz in die Zweikämpfe. In der 32. Minute taucht Keanu Staude mutterseelenallein in zentraler Position vor Nino vom Hofe auf, doch der Preußen-Debütant kann den Schuss aus zehn Metern mit einem brillanten Reflex entschärfen. Kurz vor der Pause ist vom Hofe dann beim Kopfball von Voglsammer doch geschlagen (39.). »Mit einem Gegentreffer gegen Arminia kann ich aber gut leben«, freut sich der Keeper über seine gute Bilanz – und lobt die Verteidigungskunst seines Teams: »Defensiv haben wir übelst gut gearbeitet.«

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Von einem Fünf-Klassen-Unterschied habe ich nichts gesehen.

Paul Gauselmann

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Auch Preußen-Sponsor Paul Gauselmann, der das Spiel ermöglicht hat, ist beeindruckt von der Performance: »Die Mannschaft hat toll gekämpft. Von einem Fünf-Klassen-Unterschied habe ich nichts gesehen«, sagt der Mäzen im Halbzeit-Gespräch mit Moderator Christian Spönemann.

Die Arminen bringen in der Pause mit Torjäger Fabian Klos ein weiteres Ass. Doch der Landesligist hält weiter tapfer mit und kommt immer mal wieder kurz zu den erhofften Ballbesitzphasen.

In der 55. Minute wird Lange­mann von Stephan Salger rüde von den Beinen geholt. Die Szene zeigt: Die Arminen sind angefressen. Am Ende können sie die vielen DSC-Fans, die sich auf den Weg nach Espelkamp gemacht haben, ein bisschen versöhnlich stimmen: Nach einem Foul von Can Akbas an Klos verwandelt Joan Simun Edmundsson den Elfmeter zum 2:0 (73.). »Klos lässt den Fuß stehen, das macht er sehr geschickt. Dafür wird er ja auch bezahlt«, scherzt Akbas hinterher und äußert sich zufrieden: »0:3 ist ein sehr gutes Ergebnis. Eigentlich sagt man zwei Tore Unterschied pro Liga.« Kurz darauf säbelt der eingewechselte Till Wriedt im Preußen-Tor Anderson Lucoqui um. Diesmal verwandelt Klos vom Punkt – 0:3 (76.). Der heimliche Sieger der Partie sind aber eindeutig die starken Preußen.

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