Do., 26.03.2020

VfB Fabbenstedt wirbt für richtiges Verhalten – auch wegen eigener Corona-Vorfälle Trainingsabende am Telefon

Zuhause ist es derzeit am sichersten: Die Fußballer des VfB Fabbenstedt haben sich der weltweiten „stayathome“-Challenge mit einem eigenen Beitrag angeschlossen. Der A-Ligist hat in seiner Mannschaft selbst einige Corona-Patienten, alle hatten zum Glück einen milden Verlauf.

Zuhause ist es derzeit am sichersten: Die Fußballer des VfB Fabbenstedt haben sich der weltweiten „stayathome“-Challenge mit einem eigenen Beitrag angeschlossen. Der A-Ligist hat in seiner Mannschaft selbst einige Corona-Patienten, alle hatten zum Glück einen milden Verlauf. Foto: WB

Von Alexander Grohmann

Espelkamp (WB). Tore können sie im Moment nicht schießen, einen Volltreffer haben sie aber trotzdem gelandet: Die Fußballer des VfB Fabbenstedt machen sich, wie auch andere Teams im Kreis sowie etliche Menschen weltweit, für das richtige Verhalten in der Corona-Krise stark. „Wir Auestädter bleiben zu Hause, sei schlau und mach mit“, lautet die Facebook-Botschaft der Kicker, die sich dafür daheim in Szene gesetzt haben. Versehen ist das Ganze mit dem Hashtag „stayathome“, also: „Bitte zuhause bleiben!“

Erkrankte VfB-Akteure hatten einen milden Corona-Verlauf

„Man hat ja zuletzt immer wieder gesehen, dass sich auch Mitarbeiter von Krankenhäusern mit Videos oder Fotos auf ähnliche Weise zu Wort gemeldet haben“, sagt Jakob Rolfs, Co-Trainer beim VfB. Der A-Ligist wollte sich nun solidarisch zeigen. Die Geste kam nicht nur im eigenen Verein gut an, das Foto machte im Netz die Runde. Jakob Rolfs: „Einige Spieler bei uns sind ja selbst vor einigen ­Wochen positiv auf Corona getestet worden. Sie hatten alle zum Glück keine Symptome und einen guten Verlauf.“

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Der Eine sitzt dann bei sich zuhause auf dem Ergometer, der Andere liegt auf der Matte.

Co-Trainer Jakob Rolfs über das virtuelle Teamtraining

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Auch der VfB Fabbenstedt hält sich daher diszipliniert an die sinnvollen Ausgangsbeschränkungen, die das Ziel haben, die Verbreitung des gefährlichen Virus einzudämmen. Um in der fußballfreien Zeit den Trainingsbetrieb trotzdem ein Stück weit aufrecht erhalten zu können, nutzen die Fabbenstedter die Möglichkeiten moderner Kommuni­kation. Trainingsabende finden ­neuerdings im Video-Chat statt. „Da sitzt dann der eine Spieler bei sich zuhause auf dem Ergometer, während ein Anderer woanders auf der Matte liegt und Übungen macht“, berichtet Rolfs von den „virtuellen“ Einheiten beim A-Ligisten.

Co-Trainer Jakob Rolfs hat das „Heimtraining“ erstellt. Foto: WB

Rolfs war es auch, der die ­Kicker mit einer ganzen Palette von Übungen ausgerüstet hat, die problemlos im eigenen Wohnzimmer durchgeführt werden können. Der Lübbecker ist nach mehreren schweren Knie-Verletzungen, die ihn 2017 dazu bewogen hatten, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, in gewisser Weise ein Spezialist auf diesem Gebiet. „Durch die ganzen ­Operationen habe ich relativ viel zu dem Thema gelernt“, schmunzelt Rolfs.

Training ist kein Pflichtprogramm, ist aber willkommene Ablenkung

So sieht der Trainingsplan neben verschiedenen Lauf-Intervallen auch Matten-Übungen im Bereich Koordination/Kraft/Ausdauer vor. Von Push-ups über die Standwaage bis zum neumodischen „Planken“, also der Kräftigung von Rumpf und Bauchmuskeln, ist alles dabei. „Ich habe den Spielern einen Katalog mit Fotos erstellt. Den hat ­jeder als pdf-Datei bekommen“, so der Assistent von Trainer Rainer Mannel.

Ein Pflichtprogramm sei das Training nicht, gerade in Zeiten von Corona gebe es Wichtigeres, weiß Rolfs. „Jeder ist derzeit ja auch selbst mit der ganzen Situation beschäftigt. Allerdings weiß ich, dass die Jungs ohne Sport nicht können.“ Das Trainieren per Videokonferenz ist eine willkommene Ablenkung, wie sich gezeigt hat. „Oft schaltet sich ein Großteil der Truppe zu. Dadurch können sich die Spieler bei den Übungen gegenseitig pushen. Das ist teilweise Hochintensivtraining“, beschreibt Rolfs, der hofft, dass die ungewöhn­lichen Umstände dennoch bald der Vergangenheit angehören. Ein Fußballplatz ist schließlich immer noch das beste Trainingsgelände.

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