Die Tennis-Herren 75 des TV Espelkamp-Mittwald starten mit dem Duell Erste gegen Zweite in eine ungewöhnliche Spielzeit
Fast alles ist anders

Lübbecke (WB). Eine ungewöhnliche Saison wartet auf die Tennis-Supersenioren des TV Espelkamp-Mittwald: Jagten sie in den vergangenen Jahren immer dem deutschen Meistertitel hinterher, so fehlt den Herren 75 diese besondere Motivation in einem Tennis-Sommer, in dem so gut wie nichts ist, wie es bislang war.

Mittwoch, 10.06.2020, 13:21 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 15:42 Uhr
Vor einer Regionalliga-Saison, in der coronabedingt fast alles anders ist, als es in den vergangenen Jahren war: die erste Mannschaft des TV Espelkamp-Mittwald in der Herren 75 mit (oben von links) Eltjo Sasker, Stepan Koudelka, Hans-Hermann Leue, Harald Koglin und Herman Smidt sowie Teammanager Folker Seemann. Auch die zweite Mannschaft des TV Espelkamp-Mittwald spielt in der höchsten deutschen Spielklasse (mittlere Reihe von links): Teammanager Folker Seemann, Hans Koller, Ernst-August Lindheim, Horst Bunge, Roland Scholz sowie Paul Gauselmann. Neu in der Verbandsliga ist TV Espelkamp-Mittwald 3 (unten von links) mit Jakob Martens, Hagen Kaiser, Erhard Schiffner, Ekkehard Krause und Paul Gauselmann. Es fehlen Hans-Joachim Strassburg, Dr. Helmut Schöpfer und Joachim Schulz. Foto: Pollex
Vor einer Regionalliga-Saison, in der coronabedingt fast alles anders ist, als es in den vergangenen Jahren war: die erste Mannschaft des TV Espelkamp-Mittwald in der Herren 75 mit (oben von links) Eltjo Sasker, Stepan Koudelka, Hans-Hermann Leue, Harald Koglin und Herman Smidt sowie Teammanager Folker Seemann. Auch die zweite Mannschaft des TV Espelkamp-Mittwald spielt in der höchsten deutschen Spielklasse (mittlere Reihe von links): Teammanager Folker Seemann, Hans Koller, Ernst-August Lindheim, Horst Bunge, Roland Scholz sowie Paul Gauselmann. Neu in der Verbandsliga ist TV Espelkamp-Mittwald 3 (unten von links) mit Jakob Martens, Hagen Kaiser, Erhard Schiffner, Ekkehard Krause und Paul Gauselmann. Es fehlen Hans-Joachim Strassburg, Dr. Helmut Schöpfer und Joachim Schulz. Foto: Pollex

Da sich nicht alle Regionalverbände an der verkürzten Übergangssaison mit freiwilligem Spielbetrieb ohne Absteiger beteiligen, wird es in diesem Jahr – Stand jetzt – bei den Senioren auch keinen Deutschen Meister geben. Das Projekt Titelverteidigung fällt für die 75er des TVE also höchstwahrscheinlich aus. „Ich rechne nicht damit, dass es eine deutsche Endrunde geben wird. Es sieht leider ganz danach aus. Wir sind alle ein bisschen enttäuscht darüber“, gibt Espelkamps Teammanager Folker Seemann zu: „Aber die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

Noch härter hat es die Herren 70 getroffen, für die die Sommersaison sogar komplett ausfällt. Der Grund: Neben dem TV Espelkamp-Mittwald hatte sich in der Regionalliga nur DSD Düsseldorf für die Corona-Saison gemeldet. Alle übrigen Mannschaften verzichteten auf ihr Startrecht, was in diesem Jahr wegen der besonderen Umstände möglich ist. Und bei lediglich zwei Mannschaften, so erklärt es Folker Seemann, habe der Verband entschieden, dass die Liga nicht ausgespielt werde. Und dabei hatten die Espelkamper mit dem Spanier Jairo Velasco Rodriguez die Nummer eins der Weltrangliste dieser Altersklasse verpflichtet.

So richtet sich nun der Fokus ganz auf die Herren 75, wo zum zweiten Mal in Folge zwei TVE-Mannschaften in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten sind. Das Ziel ist klar: „Die Erste will Erster werden“, sagt Folker Seemann: „Und die Zweite wollte nicht absteigen, was ja schon geschafft ist, da es keine Absteiger gibt.“ Gespielt wird eine Vierer-Runde, da von den Gegnern nur der Dortmunder TK 98 und DSD Düsseldorf übrig geblieben sind.

„Das sind beides gute Mannschaften“, urteilt Folker Seemann, der die Dortmund als den vermeintlich stärkeren Widersacher ansieht. Aber auch das ist – wie so vieles in dieser Übergangssaison – mit einem dicken Fragezeichen zu versehen. Denn ob die ausländischen Spieler, die Dortmund für die Jagd auf den TV Espelkamp-Mittwald verpflichtet hat, nun auch tatsächlich zu den Meisterschaftsspielen kommen werden, bleibt fraglich.

Los geht es für die Espelkamper Supersenioren an diesem Mittwoch um 11 Uhr mit dem direkten Duell der ersten und der zweiten Mannschaft. Dass man gleich am ersten Spieltag aufeinandertrifft, ist in den Statuten festgelegt, um eine mögliche Wettbewerbsverzerrung zu verhindern. Im vergangenen Jahr ging der vereinsinterne Vergleich mit 6:0 an die Erste. „Aber es besteht für jeden immer die Chance, jemanden zu ärgern“, sagt Folker Seemann. Die Vorfreude ist bei allen Beteiligten jedenfalls groß und die Stimmung prächtig – trotz vieler coronabedingter Einschränkungen. Zuschauer sind selbstverständlich weiterhin herzlich willkommen, sie müssen sich allerdings auf der Anlage registrieren lassen.

Personell hat sich nur wenig verändert beim TV Espelkamp-Mittwald. Mit Dieter Weitz und Rudolf Perplies verzichten zwei langjährige Akteure wegen der Corona-Situation darauf, in dieser Saison eingesetzt zu werden. Verzichten muss der TVE in der gesamten Saison auch auf seine Nummer eins, den Niederländer Eltjo Sasker. „Er hat sich bei der letzten WM an der Hüfte verletzt und wartet auf einen OP-Termin“, erläutert Folker Seemann: „Er kann leider nicht mitspielen.“ Aber auch Sasker weilt seit Samstag in Espelkamp, wo sich TVE-Senioren der Herren 75 und 70 gemeinsam auf die neue Saison eingestimmt haben. „16 Spieler sind gekommen, freuen sich, dass sie sich wiedersehen, und trainieren eifrig, obwohl sie nichts gewinnen können“, bringt es Folker Seemann auf den Punkt und berichtet von einem dennoch höchst intakten Teamspirit, der durch gemeinsame Unternehmungen wie dem Besuch des Kaiser-Wilhelm-Denkmals oder einem gemeinsamen Spargelessen auch abseits den Tennisplatzes gepflegt wird.

Die dritte Mannschaft der Espelkamper hat mit dem letztjährigen Aufstieg aus der OWL- in die Verbandsliga den Abstand zur Ersten und zur Zweiten um eine Spielklasse verkürzt. „Jetzt wissen wir aber nicht, wo wir stehen“, sagt Folker Seemann: „ Ich kann nicht einschätzen, wie stark die anderen Verbandsligisten sind. Von 15 Mannschaften sind in dieser Klasse sechs übrig geblieben. Wir wollen mal sehen, wie weit wir kommen.“ Bei ihrem ersten Auftritt auf Verbandsliga-Ebene erwartet die Dritte laut Spielplan am 24. Juni den TC Herringen 2 in Espelkamp.

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