Fußball: Die Reserve des FC Preußen Espelkamp kehrt in die Bezirksliga zurück
Der Meister bricht auseinander

Espelkamp (WB). Perfekte Saison gespielt – und doch aufgelöst: Fußball-Kreismeister FC Preußen Espelkamp II schätzt sich mit den jüngsten Erfolgen laut Ex-Spielertrainer Maxim Dyck sehr glücklich. Dennoch wandert der größte Teil des Teams ab. Neu-Trainer Markus Möller leitet einen Umbruch ein.

Freitag, 26.06.2020, 12:45 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 12:48 Uhr
Clemens Struck (links) gehört zu den vielen Abgängen beim Bezirksligaaufsteiger FC Preußen Espelkamp II. Foto: Stefan Pollex
Clemens Struck (links) gehört zu den vielen Abgängen beim Bezirksligaaufsteiger FC Preußen Espelkamp II. Foto: Stefan Pollex

„Für uns ist bis auf den Saisonabbruch in dieser Saison alles hervorragend gelaufen. Mit meiner Mannschaft bin ich sportlich und menschlich mehr als zufrieden“, vermeldet Maxim Dyck nach seiner ersten Station als Trainer. In den sieben Jahren davor hatte er für die erste Mannschaft der Adlerträger gekickt. Dennoch verlässt er Espelkamp in Richtung seines Heimatvereins TuS Dielingen, wo er künftig spielender Co-Trainer sein wird. „Mit der Zukunftsplanung sind wir uns leider nicht einig geworden. Das ging bei der Kaderzusammenstellung los und betraf auch den Austausch zwischen erster und zweiter Mannschaft“, begründet Dyck seine Entscheidung.

Wir waren eine homogene Truppe mit erfahrenen und jungen Spielern, die für Lockerheit gesorgt haben.

Maxim Dyck (Meistertrainer FC Preußen Espelkamp II)

Die Souveränität seiner Mannschaft erklärt sich Dyck folgendermaßen: „Wir waren eine homogene Truppe mit erfahrenen und jungen Spielern, die für Lockerheit gesorgt haben. Wichtig war auch, dass sich viele kannten und topmotiviert waren. Außerdem war die individuelle Qualität sehr hoch, und wir hatten in manchen Spielen das nötige Glück.“ Ein großes Anliegen ist es Dyck, zu betonen, dass seine Mannschaft weitestgehend eigenständig funktioniert habe und die Einsätze von Spielern der Landesligamannschaft überschaubar geblieben sind. „Es wurde nicht von Spiel zu Spiel neu zusammengewürfelt, und die Jungs, die ausgeholfen haben waren motiviert und hatten Bock auf Spielpraxis“, so Dyck. Im Hinblick auf die Kontrahenten habe, abgesehen von Niederlagen gegen TuRa Espelkamp und den VfL Frotheim, Holzhausen sein Team vor die größten Probleme gestellt: „Das Spiel hätte in beide Richtungen ausgehen können. Aber vor allem haben sie mutig und gekonnt nach vorne gespielt.“

Ich glaube aber, dass alle davon profitiert haben, in dieser Mannschaft zu spielen und dass die Qualität auch ansonsten gut war.

Maxim Dyck (Meistertrainer FC Preußen Espelkamp II)

Die Niederlagen erklärt sich Dyck wie folgt: „Gegen TuRa war schon das Hinspiel sehr knapp, und zu dem Zeitpunkt des Rückspiels waren wir ungeschlagen. Wir haben an dem Tag ein paar Prozentpunkte zu wenig gebracht. In Frotheim konnten wir auf dem schlecht bespielbaren Platz aus unserem spielerischen Vorteil keinen Nutzen ziehen.“ Die erfahrene Achse, seiner Mannschaft, so Dyck, bestand aus Mahmut Salin, „einem der besten Torhüter in der Liga“, Robert Wiens, der in der Defensive mit seiner Zweikampfstärke überzeugen konnte, Mario Warkentin, der in der Defensive für Ordnung sorgte, Thomas Gräber, der „mit seiner Statur und seinem Spielverständnis unverzichtbar“ gewesen sei, Paul Unrau und Emanuel Olfert im Zentrum, Daniel Penner, Jonas Kalburg, „der sich auf der Außenbahn sehr gut entwickelt hat“, Dyck selbst und allen voran Spielmacher Daniel Kamolz, der Kapitän und Topscorer der Mannschaft war. „Ich glaube aber, dass alle davon profitiert haben, in dieser Mannschaft zu spielen und dass die Qualität auch ansonsten gut war“, bezieht sich Dyck auf die Perspektivspieler.

Da von den oben genannten zehn Spielern mit Wiens, Gräber (beide zu HSC Alswede, wie auch Philipp Pollum), Warkentin, Unrau (beide Karriereende), Kamolz (mit Dyck zum TuS Dielingen), Olfert und Penner (beide zu TuRa Löhne) acht Spieler die Mannschaft verlassen, ist ein Umbruch unvermeidbar. Im Übrigen verlassen auch Kevin Herrmann und Dominik Kapetschny (beide zum VfB Fabbenstedt), Clemens Struck (zum SV Schnathorst) und Raphael Sander (zum Isenstedter SC) den Verein. Trotzdem traut Dyck seinem Nachfolger Markus Möller einiges zu: „Offiziell hatten wir auch in der abgelaufenen Saison viele Neuzugänge, aber wir waren trotzdem erfolgreich, weil sich alle ganz gut kannten. Das kann sich natürlich wiederholen.“

Wir wollen eine junge Mannschaft auf die Beine stellen und talentierte Spieler aus der U-19 mit einbinden. Die habe ich zuletzt bereits als Co-Trainer kennengelernt. Wir versuchen, dabei weitsichtig zu handeln.

Markus Möller (Neu-Trainer FC Preußen Espelkamp II)

Laut Markus Möller laufen die personellen Gespräche für die kommende Saison vielversprechend. „Wir wollen eine junge Mannschaft auf die Beine stellen und talentierte Spieler aus der U-19 mit einbinden. Die habe ich zuletzt bereits als Co-Trainer kennengelernt. Wir versuchen, dabei weitsichtig zu handeln. Die Bezeichnung der Mannschaft lautet nun nicht mehr Preußen II sondern U 23. Hier können sich Spieler weiterbilden und gegebenenfalls für die erste Mannschaft präsentieren. Weiterhin sind wir auf der Suche nach Spielern mit einem Bezug zu Preußen Espelkamp“, erklärt Möller das Vorhaben. Erschwerend wirke sich die Pandemie auf die Lage aus, da lange keine Gespräche von Angesicht zu Angesicht möglich waren. Möller, der zuvor als Trainer in Alswede, Blasheim, als Co-Trainer der U-19 Preußens und als Torwarttrainer der 1. Herren, 2. Herren und U-19 fungierte, drückt die Ziele aus: „Wir wollen keine untergeordnete Rolle in der Bezirksliga spielen, aber zunächst einmal die Klasse halten. Sollte das große Ziel der ersten Mannschaft, die Oberliga, erreicht werden, muss die Zweite beizeiten in die Landesliga nachrücken. Vom TuS Tengern abwandernd wird Marcel Feder die Position zwischen den Pfosten von Mahmut Salin übernehmen. Salin steht Möller als Co-Trainer zur Seite.

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