Arminia-Legende Fatmir Vata zieht die Kids beim VfB Fabbenstedt in seinen Bann
„Das Wichtigste ist, dass ihr Spaß habt“

Espelkamp-Fabbenstedt (WB). „Konzentriert euch – Augen auf – miteinander reden – zuhören.“ Auf dem Sportplatz in Fabbenstedt gab Arminia-Legende Fatmir Vata in den vergangenen Tagen die Kommandos. Der 48 Jahre alte frühere Fußballprofi war mit der Fußballschule des Zweitligisten Hannover 96 beim VfL zu Gast.

Samstag, 18.07.2020, 11:00 Uhr
So geht das: Ex-Armine Fatmir Vata erklärt den Nachwuchskickern in Fabbenstedt, wie der Ball rollt. Foto: Andreas Kokemoor
So geht das: Ex-Armine Fatmir Vata erklärt den Nachwuchskickern in Fabbenstedt, wie der Ball rollt. Foto: Andreas Kokemoor

Seit einigen Jahren ist der langjährige Bielefelder für die Niedersachsen aktiv – als einer von mehr als 50 Trainern in deren Fußballschule und in dieser Funktion immer auf der Suche nach neuen Talenten. Ein vollumfängliches Trainings- und Hygienekonzept sowie die Einhaltung aller vorgegebenen Präventivmaßnahmen war für den VfB Fabbenstedt und 96 dabei natürlich oberstes Gebot.

In Fabbenstedt hingen die 34 jugendliche Fußballer im 96-Camp trotz Corona-Auflagen förmlich an Vata Lippen – vor allem, als der Fußballer aus Leidenschaft von den besonderen Momenten seiner Karriere erzählte, in der der 1,70 Meter quirlige Mittelfeldspieler von 2001 bis 2007 insgesamt 128 Spiele für Arminia Bielefeld in der ersten und zweiten Bundesliga absolvierte und dabei 19 Tore erzielte. Sein Lieblingstrainer sei Uwe Rapolder gewesen, mit dem er 2004/2005 in Bielefeld und später noch mal beim TuS Koblenz zusammenarbeitete. Mit zwei Erstligaaufstiegen und dem zweimaligen Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinales sei Bielefeld für ihn die beste Zeit gewesen, erzählte Vata, der wegen seiner guten Technik und seines wuseligen Stils damals zu den am meisten gefoulten Spielern der Bundesliga gehörte.

Einer seiner größten Momente als Profi: Fatmir Vata enteilt im Trikot des DSC Arminia dem heutigen Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

Einer seiner größten Momente als Profi: Fatmir Vata enteilt im Trikot des DSC Arminia dem heutigen Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Foto: Stefan Hörttrich

Trotz 19 Einsätzen in der Nationalmannschaft seines Heimatlandes Albanien bezeichnete Vata den 3:1-Sieg mit dem DSC Arminia im Februar 2005 auf der Bielefelder Alm gegen den FC Bayern München als einen der ganz besonderen Momente seiner Laufbahn. Mehrfach lief Vata dabei nicht nur dem heutigen Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic auf und davon, sondern geriet schließlich auch noch mit Oliver Kahn aneinander. Beide standen sich Kopf an Kopf gegenüber, und es fehlte wirklich nicht viel und dieses spezielle Posing wäre aus dem Ruder gelaufen. Kahn erinnerte sich lange an diese Begebenheit und erzählte später mal, er habe in den Augen des 18 Zentimeter kleineren Vata – er misst 1,70 Meter – keine Angst erkannt.

Nach der aktiven fußballerischen Karriere schlug Vata die Trainerlaufbahn ein, weil er seiner geliebten Sportart etwas zurückgeben wolle, wie er betonte. Unter anderem coachte er den FC Gütersloh. Als Trainer habe er sofort gespürt, dass er sogar für Erwachsene so etwas wie Vater, Lehrer und Psychologe sein müsse.

Als Jugendtrainer sei es ihm natürlich ein Anliegen, so vielen Kindern und Jugendlichen wie möglich, den Traum Profifußballer zu werden, ein Stück weit zu erfüllen. „Am wichtigsten ist es mir aber, dass ihr Spaß habt, Fußball zu spielen“, sagte Vata zu den kleinen Kickern in Fabbenstedt, wo alle Kinder ihm bestätigten, dass die den DSC Arminia Bielefeld, der gerade mal wieder in die Bundesliga aufgestiegen ist, sehr gut kennen. Und Vata gestand: „Ja, mein Herz schlägt immer noch für die Blauen.“ Er kenne aber auch die Preußen. „Espelkamp – nicht Münster“, wie Vata lächelnd betonte. Denn die aus Münster mag man in Bielefeld überhaupt nicht.

Im Camp in Fabbenstedt hatte er als Trainer das Sagen. „Keinen Quatsch machen“, rief Vata den Kindern zu und machte deutlich, dass es beim Fußballspielen genauso wichtig sei aufzupassen wie in der Schule. Vata: „Sonst stehst du im Abseits.“ Zusammen mit seinem Trainerteam bot Vata in Fabbenstedt ein spaßbringendes, forderndes und vielfältiges Trainingsprogramm unter Einhaltung aller Präventionsregeln an. Die Übungen umfassten die Schwerpunkte Dribbling, Passspiel, Torschuss, kognitives Bewegungstraining und Athletik. Und manchmal wurde der Profi dann auch fast so emotional wie früher, als er im Trikot seine Erfolge feierte. „Applaus, Doppelapplaus“, hieß es oft, wenn etwas besonders gut geklappt hatte und Vata die Übenden motivierte, es ihm gleich zu tun. In der Fußballschule will 96 den Kindern Werte wie Teamgeist, Einsatzwillen und sozialen Zusammenhalt vermitteln. Vata lebt sie vor.

Auch die Einhaltung der Corona-Regeln wurde stets geschult: „Denn egal, wie sehr wir uns freuen, wieder Fußball spielen zu können - wir sind uns unserer Verantwortung bewusst: Die Gesundheit aller Beteiligten muss immer im Vordergrund stehen.”

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