Auf Bezirksliga-Aufsteiger Preußen Espelkamp II warten zum Auftakt die Lokalrivalen
Derby-Paket schmeckt Möller nicht

Espelkamp (WB). Da hat es Kai Rieke vielleicht etwas zu gut mit dem FC Preußen Espelkamp II gemeint. Der Staffelleiter hat in dieser ­Woche den Spielplan für die kommende Saison in der Fußball-Bezirksliga freigeschaltet. Den Aufsteiger überraschte er dabei mit einem mehr als interessanten Auftaktprogramm: Die Preußen müssen an den ersten drei Spieltagen nacheinander die Derbys gegen den TuS Dielingen, beim SC Blau-Weiß Vehlage und gegen den TuS Tengern II bestreiten.

Donnerstag, 06.08.2020, 19:25 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 19:28 Uhr
Giorgio Ronzetti (rechts) trifft mit dem TuS Dielingen zum Auftakt auf die Preußen-Reserve. Ein interessantes Derby zum Saisonauftakt in der Bezirksliga. Foto: Schmedtlevin
Giorgio Ronzetti (rechts) trifft mit dem TuS Dielingen zum Auftakt auf die Preußen-Reserve. Ein interessantes Derby zum Saisonauftakt in der Bezirksliga. Foto: Schmedtlevin

Was als eine Art „Bonbon“ für den Neuling gedacht war, hat für Markus Möller allerdings einen eher faden Beigeschmack. Die Derby-Schwemme zu Saisonbeginn hat beim neuen Coach der Preußen-Reserve jedenfalls keine Begeisterungsstürme entfacht: „Ein Derby am ersten Spieltag ist ja normal, aber die anderen Spiele hätte man anders aufteilen können. Für mich ist das ein Hammerauftakt. Dielingen zählt meiner Meinung nach in der kommenden Saison ohnehin zu den besseren Teams in der Liga“, sagt Möller.

Aufsteiger wäre zu Beginn gerne unter dem „Radar“ geblieben

Mit nur drei verbliebenen Spielern aus dem Kader der vergangenen Saison muss Möller den runderneuerten Preußen-Kader in der Vorbereitung auf Bezirksliga-Niveau trimmen. Auch deshalb hätte sich der Coach zu Saisonbeginn wohl eine andere Konstellation gewünscht. Möller wäre in den ersten Wochen gerne etwas unter dem „Radar“ geblieben, statt – wie jetzt – gleich im Blickpunkt zu stehen. Schließlich steht gegen Dielingen, Tengern und Vehlage auch Prestige auf dem Spiel. „Sollte es in den Derbys schief gehen, dann ist gleich richtig Druck für uns da“, vermutet Möller.

Auch das Saisonende birgt für die Preußen allerdings Gefahr: Denn zum Schluss jeder Halbserie warten auf den Aufsteiger die kniffligen Aufgaben gegen den TuS Lohe und den BV Stift Quernheim. Zwei Teams, die nach Ansicht von Möller ganz weit vorne mitmischen werden. „Gerade Lohe ist mit den vielen Zugängen nächste Saison höllenstark und für mich einer der Topfavoriten“, sagt Espelkamps Trainer, der mit Blick auf das schwere Saisonfinale daher jetzt schon einmal vorausschickt: „Bis dahin müssen wir genug Punkte für den Klassenerhalt zusammen haben.“

Tengern-Coach Paulsen lobt den „ausgewogenen Spielplan“

Jörn Paulsen hat den frisch eingetroffenen Spielplan dagegen recht erfreut zur Kenntnis genommen. „Der ist in meinen Augen ausgewogen“, sagt der Trainer des TuS Tengern II, dessen Team am ersten Spieltag ebenfalls eine Aufgabe in der Nachbarschaft lösen muss. Die „Kleeblätter“ gastieren am ersten Spieltag beim VfL Mennighüffen, ehe eine Woche später der BV Stift Quernheim bei der TuS-Reserve zu Gast ist. „Die vielen Derbys an den ersten Spieltagen sind wohl mit Absicht so angesetzt worden – wegen Corona und der möglichen Nebenwirkungen“, vermutet Paulsen.

Wir müssen mit den Gegebenheiten leben und einfach froh sein, dass wir überhaupt wieder mit dem Fußball loslegen dürfen.

Jörn Paulsen über mögliche Einschränkungen durch Corona

Eine Folge, so wird gemunkelt, könnte sein, dass in der kommenden Saison zunächst nicht auf allen Plätzen die Umkleidekabinen benutzt werden dürfen. Ein kurzer Anfahrtsweg dürfte die Situation für die Teams an den ersten Spieltagen zumindest etwas erleichtern. „Es gibt sicher Schlimmeres, als sich nach dem Spiel ungeduscht ins Auto setzen zu müssen. Wir müssen mit den Gegebenheiten leben und froh sein, dass wir überhaupt wieder mit Fußball loslegen dürfen“, sagt Paulsen.

Bis zum verankerten Saisonstart am 6. September bleibt den vier Altkreis-Vertreten – Blau-Weiß Vehlage startet mit dem Spiel bei Stift Quernheim – noch viel Zeit, um sich einzugrooven. Paulsen sieht die Liga ausgeglichener als in der vergangenen Saison: „Mit Jöllenbeck und Kirchlengern sind zwei Aufsteiger weg, mit Brake hat ein weiteres starkes Team die Staffel gewechselt“, begründet er seine Einschätzung.

Das Gros des Spielplans steht, aber es wird wegen neuer Corona-Verordnungen sicher noch viel passieren - beispielsweise in Sachen Anstoßzeiten.

Staffelleiter Kai Rieke

Auch Kai Rieke freut sich auf eine spannende Saison. Dass in seiner 16er-Staffel diesmal gleich vier direkte Absteiger werden „dran glauben“ müssen, ist die Folge der abge­brochenen Spielzeit 2019/2020. Das Mehr an Aufsteigern muss sukzessive wieder abgebaut werden. Während der Rahmenplan steht, rechnet auch Rieke ansonsten mit einigen Anpassungen im Saisonverlauf.

„Das Gros des Spielplans steht, aber wegen der Corona-Verordnungen kann ich mir beispielsweise nicht vorstellen, dass es bei den bislang vorgegebenen Anstoßzeiten 13 und 15 Uhr bleibt. Ich gehe davon aus, dass in dieser Hinsicht noch viel passieren wird“, rechnet der Funktionär mit Verlegungen, um den Betrieb zu entzerren. „Wenn die Spielpläne in den Kreisligen raus sind, wird man weiter sehen“, denkt Rieke. Für seinen Spielplan habe er von den Vereinen überwiegend positive Resonanz geerntet, sagt er.

1. Spieltag (6. September): TuS Lohe - SV Kutenhausen/Todtenhausen, BV Stift Quernheim - SC BW Vehlage, VfL Mennighüffen - TuS Tengern II, TuS Petershagen/Ovenstädt - TuS Lahde/Quetzen, SV Oetinghausen - SG FA Herringhausen/Eickum, SC Vlotho - TuRa Löhne, FT Dützen - FSC Eisbergen, FC Preußen Espelkamp II - TuS Dielingen.

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