Westfalenliga: Spielansetzung im Albert-Pürsten-Stadion ärgert FC Preußen Espelkamp
„Dort sind wir kein guter Gastgeber“

Espelkamp (WB). Wochenlang hatte der FC Preußen Espelkamp seinem ersten Heimspiel in der Westfalenliga entgegenfiebert. Kurz vor der Partie gegen den SV Mesum hält sich die Vorfreude beim Aufsteiger und erneuten Titelkandidaten aber in Grenzen. Der Grund: Die Stadt Espelkamp hat dem Verein für diesen Sonntag die gewünschte Nutzung des Sportparks Mittwald untersagt. Stattdessen muss das Spiel im ungliebten Albert-Pürsten-Stadion über die Bühne gehen. Der Ärger über die Ansetzung überdeckt sogar ein wenig die sportlichen Ambitionen der Hausherren, die selbstverständlich einen Dreier anpeilen. Der TuS Tengern will im Auswärtsspiel beim TuS Sinsen an den hervorragenden Auftritt am ersten Spieltag anknüpfen. Ein schwerwiegender Ausfall überlagert aber auch hier das Sportliche.

Samstag, 12.09.2020, 13:39 Uhr aktualisiert: 12.09.2020, 13:42 Uhr
Keinesfalls wunschlos glücklich: Vor dem ersten Westfalenliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte ärgert sich Preußen-Coach Tim Daseking über das Veto der Stadt Espelkamp. Dem Wunsch, im Sportpark Mittwald spielen zu dürfen, wurde nicht stattgegeben. Dabei hatte es nach Ansicht des Vereins gute Gründe für das Erteilen der Ausnahmegenehmigung gegeben. Foto: Notz
Keinesfalls wunschlos glücklich: Vor dem ersten Westfalenliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte ärgert sich Preußen-Coach Tim Daseking über das Veto der Stadt Espelkamp. Dem Wunsch, im Sportpark Mittwald spielen zu dürfen, wurde nicht stattgegeben. Dabei hatte es nach Ansicht des Vereins gute Gründe für das Erteilen der Ausnahmegenehmigung gegeben. Foto: Notz

FC Preußen Espelkamp - SV Mesum. Der Ärger ist groß bei den Preußen: Aus Sicht des Vereins hätte es genug Gründe gegeben, die Partie für den Sportpark freizugeben. „Wir haben die Corona-Auflagen gegen Arminia Bielefeld hier erfolgreich mit 300 Zuschauern umgesetzt. Die Voraussetzungen sind optimal. Und es geht doch gerade in der jetzigen Zeit darum, dort zu spielen, wo es für alle Seiten am besten passt“, sagt Trainer und Sportlicher Leiter Tim Daseking. Dennoch wurde der Ausnahmegenehmigung der Preußen nicht stattgegeben. Zumindest die ersten beiden Heimspiele müssen die Preußen im ungeliebten Albert-Pürsten-Stadion austragen. Dabei spielt sich das komplette Vereinsleben seit geraumer Zeit im Sportpark ab – mit Kunstrasen und modernem Vereinsheim.

Dass hier trotzdem weiter nur in Ausnahmefällen Pflichtspiele bestritten werden dürfen, liegt an einem immer noch nicht abgeschlossenen Baugenehmigungsverfahren. Laut Daseking geht es um Details wie ein aktuelles Schallgutachten und einen Zehnjahresplan, die der Verein nachtragen muss, bis grundsätzlich Bewegung in die Sache kommt. Bis dahin ist der Aufsteiger bei Spiel-Wünschen auf das Wohlwollen der Stadt angewiesen.

Mit Westfalenliga hat das alles nichts zu tun.

Tim Daseking, Trainer und Sportlicher Leiter der Preußen

„Mit Westfalenliga hat das alles nichts zu tun“, ärgert sich Daseking über den erzwungenen Umzug ins „APS“. „Im Stadion ist man kein guter Gastgeber. Wir wissen nicht einmal, ob wir dort am Sonntag Speisen und Getränke anbieten können. Und die Schiedsrichterkabine reicht vom Platz auch nicht aus. Beim SV Mesum habe ich mich schon entschuldigt“, so Daseking.

Das Sportliche rückt fast in den Hintergrund: „Wir haben den Anspruch, das Spiel gewinnen zu wollen. Aber wir müssen uns nicht mit der sportlichen Entwicklung unseres Vereins beschäftigen, wenn das Drumherum nicht passt.“

TuS 05 Sinsen - TuS Tengern. Mit frischem Mut nach dem 2:2 gegen den Lüner SV geht der TuS Tengern die erste Auswärtsaufgabe der Saison an. „Unsere Brust sollte breiter geworden sein. Wir sind guten Mutes, dass es uns gelingt, eine ähnliche Leistung wie am ersten Spieltag abzurufen“, sagt Stefan Studtrucker, der von einem „Duell auf Augenhöhe“ spricht. „Sinsen hatte vor der Saison einen Umbruch. Wir wissen, dass wir verlieren, aber auch drei Punkte holen können.“

Borchard und Zieba sind wieder da, Jurez wird lange fehlen

Positiv: Mit Alexander Borchard sowie Pawel Zieba haben sich zwei wichtige Spieler wieder zurückgemeldet. Dafür muss Sinar Nahmet (Gelb-Rot-Sperre) nach seiner starken Westfalenliga-Premiere im Mittelfeld ersetzt werden. „Wir müssen gucken, wie wir das lösen. Ich habe mich noch nicht entschieden“, sagt Studtrucker. Gar nicht mehr planen kann er in dieser Saison mit Waldemar Jurez: Die Verletzung des Routiniers aus dem letzten Testspiel in Maaslingen hat sich wie befürchtet als Kreuzbandriss entpuppt. „Wir hatten alle noch gehofft, aber in seinem Knie ist alles kaputt. Die Genesung wird ein Jahr in Anspruch nehmen. Dann ist er 35. Das könnte es für ihn und seine Karriere gewesen sein“, bedauert Studtrucker. „Das tut einem weh. Waldi ist ein super Typ und er hätte uns auch sportlich weiter geholfen.“

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