Kreisliga A: Spieler von Türk Gücü Espelkamp muss weitere acht Partien pausieren
Knallhart: KSG verlängert Tsingour-Sperre

Espelkamp (WB). Urteil mit abschreckender Wirkung: A-Liga-Kicker Ahmet Tsingour (Türk Gücü Espelkamp) ist vom Sportgericht des Fußballkreises Lübbecke zu einer Sperre von acht Spielen verdonnert worden. Diese setzt erst ein, wenn die schon bestehende Verbandssperre des Spielers (bis 8. Dezember) abgelaufen ist. Damit muss Tsingour lange auf sein Hobby verzichten. Espelkamps Trainer Tevfik Cengiz bekam wegen „grober Unsportlichkeit“ eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro aufgebrummt.

Dienstag, 20.10.2020, 21:20 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 21:22 Uhr
Musste sich ebenfalls vor dem Sportgericht des Fußballkreises verantworten: Tevfik Cengiz bekam wegen „grober Unsportlichkeit“ eine Ordnungsstrafe in Höhe von 200 Eurp. Foto: Pollex
Musste sich ebenfalls vor dem Sportgericht des Fußballkreises verantworten: Tevfik Cengiz bekam wegen „grober Unsportlichkeit“ eine Ordnungsstrafe in Höhe von 200 Eurp. Foto: Pollex

Ahmet Tsingour war trotz eines Vertragsbruchs im Sommer und der vom Verbandssportgericht (VSG) ausgesprochenen Sperre bis 8. Dezember im ersten Saisonspiel für seinen neuen Verein Türk Gücü ­Espelkamp aufgelaufen. Ein Einsatz mit Folgen: Der 4:1-Sieg in Alswede (6. September) wurde dem A-Liga-Aufsteiger aberkannt. Dabei blieb es jedoch nicht: Das Kreissportgericht unter Vorsitz von Dietmar Meier leitete ein gesondertes Kammerverfahren ein.

Trotz bestehender Sperre für Türk Gücü aufgelaufen

Das nun beschlossene Urteil hat es in sich: „Ahmet Tsingour wird wegen grober Unsportlichkeit in Tateinheit mit schuldhaftem Spielen ohne Spielberechtigung/Spielen innerhalb einer Sperrfrist ab dem 8. Dezember für die Dauer von insgesamt acht Spielen (Meisterschaft) gesperrt.“ Damit darf das Offensiv-Ass frühestens im März oder April wieder auf den Platz.

Die Vorgeschichte: Tsingour hatte vor der Saison zunächst dem Bezirksligisten FC Preußen Espelkamp II seine Zusage gegeben, war dann aber zurückgerudert und stattdessen zum A-Liga-Aufsteiger Türk Gücü Espelkamp gewechselt. Der Verein versah Tsingour mit dem Status des Vertragsamateurs – möglicherweise in der Annahme, dass dessen durch das VSG-Urteil bestehende Sperre dadurch hinfällig wird.

Doch eine Spielberechtigung für Tsingour lag beim Saisonstart nicht vor. Die Passstelle des Westdeutschen Fußball-Verbandes (WDFV) hatte den von Türk Gücü beantragten Pass erst am 8. September, zwei Tage nach dem ersten Spiel, ausgestellt, die VSG-Sperre bis 8. Dezember aber hinterlegt, teilt KSG-Vorsitzender Dietmar Meier mit.

Wir halten die Sperre für angemessen.

Dietmar Meier, KSG-Vorsitzender

Der A-Ligist hatte darauf verwiesen, dass es die Auskunft seitens des WDFV gegeben habe, dass Tsingour bei erfolgter Antragstellung vor dem 31. August als Vertragsspieler sofort spielberechtigt sei. Die Sperrstrafe bleibe aber auch „bei einem Statuswechsel zum Vertragsspieler bestehen“, so Meier. Schließlich könne ein Vertragsspieler „im Sportrecht nicht bessergestellt werden als ein Amateurspieler.“ Tsingour habe sich bewusst über die Sperre hinweggesetzt. Da Staffelleiter Dieter Greve den Verstoß nur spieltechnisch mit Punktabzug sanktioniert hatte, konnte das KSG ein Verfahren gegen den Spieler einleiten. „Wir halten die Sperre für angemessen“, sagt Meier.

Auch Tevfik Cengiz musste sich verantworten. Dass der Coach von der Sperre wusste und den Spieler trotzdem aufstellte, wertete das KSG als „grobe ­Unsportlichkeit“. Das Sportgericht belegte Cengiz mit einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro.

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