Reitsport: Hille bietet das erste Turnier unter Corona-Bedingungen im Kreis an
Reiter überwinden das Corona-Hindernis

Kreis Minden-Lübbecke (WB). Wochenlang hat das Coronavirus den Pferdesport in Deutschland lahmgelegt. Seit Ende Mai dürfen in NRW im Freien wieder Turniere für Amateure und Berufsreiter stattfinden. Im Kreis Minden-Lübbecke machte jetzt der RFV Hille den Anfang. Allerdings war einiges zu beachten.

Donnerstag, 18.06.2020, 09:48 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 09:50 Uhr
Felix Hassmann hat dem Hiller Turnier meisterlichen Glanz verliehen. Foto: Sonja Rohlfing
Felix Hassmann hat dem Hiller Turnier meisterlichen Glanz verliehen. Foto: Sonja Rohlfing

„Es ist schön, dass es wieder losgeht“, freut sich Thomas Nordhorn vom RFZV Ovenstädt. „Es ist eintönig, nur zu Hause zu trainieren.“ Es falle ihm schwer, sich zu motivieren, wenn er kein Ziel habe, räumt der Springreiter ein, der hauptberuflich in der Pharmaindustrie arbeitet. Dass es keine Zuschauer und keine Platzierungen gebe, sei schon schade. Er freue sich gern gemeinsam mit dem Publikum über einen guten Ritt. Dem RFV Hille zollen die Pferdesportler Respekt. „Ich war die letzten Jahre immer hier, wenn es terminlich gepasst hat“, berichtet Felix Haßmann. „Es ist ein schönes Turnier mit sehr guten Bedingungen. Ich finde gut, dass der Verein in der jetzigen Zeit ein Turnier macht.“ Das sei nicht selbstverständlich, betont der national und international erfolgreiche Springreiter vom RV Lienen.

Hille ohne Erdbeerbowle geht gar nicht!

Mareike Mimberg (Dressurreiterin aus Oppendorf)

Der RFV Hille ist bekannt für sein viertägiges Sommerturnier. In „normalen“ Zeiten findet dabei Reitsport auf bis zu vier Plätzen statt. Bis zu 2000 Nennungen sind üblich. Beliebt bei Pferdefreunden ist daneben das Drumherum mit Ausstellern, Festzelt und vor allem dem Erdbeermarkt. „Es ist schade, dass die Bewirtung ausfällt. Sie ist eine schöne Einnahmequelle für die Vereine“, weiß Thomas Nordhorn als Vorsitzender des RZFV Ovenstädt. Die fehlende Bewirtung bedauert auch Dressurreiterin Mareike Mimberg. „Hille ohne Erdbeerbowle geht gar nicht“, sagt die Ex-Stemwederin und lacht.

Es ging uns um den Sport!

Peter Mohrhoff (Vereinsvorsitzender RFV Hille)

„Es ging uns um den Sport“, erklärt der Hiller Vereinsvorsitzende Peter Mohrhoff auf die Frage, warum sie sich entschlossen haben, ein Turnier unter Corona-Bedingungen anzubieten. „Wir haben zunächst gedacht, ohne Restauration und ohne Sponsoren sei ein Turnier finanziell nicht darstellbar“, ergänzt Turnierleiterin Britta Telgheider. Durch weniger Preisgelder und höhere Nenngelder gehen sie nun von einer schwarzen Null aus. Die größte Herausforderung im Vorfeld sei es gewesen, alle Bestimmungen und Regeln im Blick zu haben und das in der Kürze der Zeit. Die Zahl der Reiter auf dem Abreite- und Vorbereitungsplatz war zu begrenzen, jeder, der die Anlage betreten wollte, musste sich akkreditieren und einen Anwesenheitsnachweis ausfüllen. Zuschauer waren generell nicht erlaubt und je zwei Pferde eines Teilnehmers nur eine Begleitperson zulässig. Das übliche Parcoursabgehen erfolgte in kleinen Gruppen und zu Pferd. Trainer oder Eltern zu Fuß waren als Begleitung nicht erlaubt.

Wir mussten ein Hygienekonzept erstellen und vom Pferdesportverband Westfalen absegnen lassen!

Britta Telgheider (Turnierleitung RFV Hille)

„Wir mussten ein Hygienekonzept erstellen und vom Pferdesportverband Westfalen absegnen lassen“, sagt Britta Telgheider. Dem Landesverband spricht sie ein Lob aus: „Die Mitarbeiter waren sehr flexibel und unglaublich hilfreich.“ Hat der Verein Tipps für andere Veranstalter? „Ja, mutig sein und das nutzen, was der Pferdesportverband anbietet“, erklärt Britta Telgheider. Der Nennungsschluss kann näher an das Turnier herangelegt werden. Das bedeutet, dass auch die Ausschreibung erst später eingereicht werden muss. „Und dann wirklich einmal durchrechnen“, wirbt Britta Telgheider. Eine schwarze Null sei möglich. „Und das war unser Ziel“, hebt Peter Mohrhoff hervor.

Ich finde es super, dass mein Heimatverein Pionier im Kreis Minden-Lübbecke ist!

Anne Horstmann

„Ich finde es super, dass mein Heimatverein Pionier im Kreis Minden-Lübbecke ist“, strahlt Dressurreiterin Anne Horstmann vom RFV Hille. „Es ist mein allererster Start nach Bad Salzuflen im März“, sagt die Pferdewirtschaftsmeisterin. „Es ist schön, wieder loszufahren.“ Den Rahmenbedingungen kann sie in Teilen sogar etwas abgewinnen. „Es ist so ruhig. Da ist der Wiedereinstieg für die jungen Pferde gar nicht so schwierig.“ Das Turnier in Hille erwies sich für Anne Horstmann als gutes Pflaster. Auf Lord Liberty-H gewann sie die M**-Dressur. Auf Delay-H setze sie sich in der Prüfung auf Ein-Stern-Niveau durch. In der S*-Dressur teilte sich Uwe Düker vom RFV Hille auf Falsterbo’s Finesse den Sieg mit Madita Zurheide vom RFV Lopshorn Lage auf Florenz. Die Hauptprüfung auf dem Springplatz gewann Manuel Feldmann vom RFV Isterberg auf Limbo. Rang zwei in dem S*-Springen ging an Felix Haßmann auf Carla.

Marvin Kochmann überzeugt

Platzierungen unter Rang eins bis drei holten neben Anne Horstmann und Uwe Düker aus dem Mühlenkreis ferner Jula Marie Sarikouch (RFV Großer Weserbogen, M*-Dressur), Sophie Luisa Duen (RVV Bad Oeynhausen, Qualifikation zum Bundeschampionat des Deutschen Dressurponys), Lara Christmann (RFV Hille, Dressurpferdeprüfung Klasse L), Marvin Kochmann (1. Vehlager ZRFV, A**-Springen), Larissa Knau (RFZV Ovenstädt, A*-Springen, L-Springen), Anika Betcke (RV Minden/Weser, L-Springen), Kathrin Vieregge (RFV Großer Weserbogen, Springpferdeprüfung Klasse L und A**). Alle Ergebnisse gibt es im Internet unter

www.equi-score.de

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